Ein Bericht von Corinna (Pforzheim)

Der diesjährige 37. Ev. Kirchentag stand unter dem Slogan „Was für ein Vertrauen“ (2. Könige, 18, 19). Diese Losung wurde vom Veranstalter bewusst ausgewählt. Auf so vielen Ebenen scheint Vertrauen verloren zu gehen, wird bewusst missbraucht oder ist erschüttert. Vertraute Regelwerke und bisher vertrauensvolle Institutionen und Systeme sind in Frage gestellt, die Zukunft wirkt unübersichtlich. Was sollen wir tun, wie sollen wir uns verhalten, wie können wir die Welt aktiv mitgestalten und nicht nur reagieren oder Schwieriges ausblenden?

2019 06 22 uwe eger besucherin foto portmannWas für ein Vertrauen – fehlt da nicht ein Ausrufezeichen, ein Fragezeichen? Bereits die biblische Geschichte aus dem 2. Königebuch hält die Ambivalenz von Vertrauen offen. Es ist eine Kriegsgeschichte ohne einfache Lösung. König Hiskia kann eigentlich nur verlieren, sein Gegner ist in der Übermacht, seine Koalitionspartner selbstbezogen oder schwach, sein Volk weiß nicht mehr was es glauben soll. Doch eines ist gewiss: Gott ist treu und weist den Weg. Daran hält er fest und dies verändert alles.

Stefan (Berlin), Jürgen (ofw), Karsten (Mainz), Dirk (Freistatt), Uwe (Lüneburg) mit Hund Arco, Thomas (Diepholz), Markus (Frankfurt), Ilse (Köln), Corinna (Pforzheim) und Roberto (Darmstadt) trafen sich am 19. Juni 2019 im Hostel Bola, ihrem Standort, in Bochum. Von dort fuhren wir gemeinsam an den folgenden 3 Tagen zum 37. Ev. Kirchentag nach Dortmund wo wir von unseren Tagesgästen Marcus (Hannover) und Burkhard (Hannover) unterstützt wurden. In den Messehallen durften wir als Gast am Stand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe einen kleinen Tisch mit Infomaterial betreuen. Für Hund Arco wurde eine kleine Ecke hergerichtet. Wir benötigten für ihn eine Erlaubnis um ihn mit in die Halle mitzunehmen. Denn Hunde dürfen sonst nicht in die Westfalenhalle.

Der 1. Tag 20.06.19 (Fronleichnam)

Nachdem wir unseren Stand um 11 h aufgebaut hatten, bekamen wir die Gelegenheit uns kurz in der Halle umschauen zu dürfen.

2019 06 22 selbstvertretung goering eckardt gespraech foto buergenerUm 14 h kam Kathrin Göring-Eckart (Die Grüne) zu einem 30 minütigen Gespräch an unseren Stand. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde versuchten wir über die verschiedenen Probleme, welche Wohnungslose betrifft, zu reden. In erster Linie waren es Themen wie z. B. Wohnungsbau, überhöhte Mieten und Kältehilfe. Auf Grund des hohen Lärmpegels in der Halle schlägt Jürgen nach 20 Minuten vor, dass wir das Gespräch abbrechen und - in Absprache mit dem Referenten von Kathrin - einen neuen Termin ausmachen

In den Einrichtungen ist zum Teil nach 19 h bereits Schluss, weil die Tagesstätten schließen. Hier stellt sich die Frage: Wo können Menschen duschen, Wäsche waschen, essen und andere elementare Bedürfnisse befriedigen, die für unsere Gesellschaft mit einer Wohnung selbstverständlich sind. Wo verbringen die Menschen ihre Nacht? Vor allem im Winter ist diese Frage überlebenswichtig – denn bei Minusgraden gibt es so manchen Kältetoten, wenn es keinen geschützten Raum gibt. Wie können Wohnungs- und Obdachlose ihren Tag verbringen? Gibt es irgendwelche Angebote die im öffentlichen Raum genutzt werden können? An Sonn- und Feiertagen sind die Tagesstätten und Einrichtungen generell zu. Wo können an diesen Tagen unsere Wohnungslosen hingehen um zum Beispiel essen zu bekommen oder ähnliches.

2019 06 22 selbstvertretung goering eckardt foto buergenerEs kam auch die Frage des Umzugs in eine eigenständige Wohnung auf. Wer ist hier zuständig? Wer hilft beim Umzug?

Beim Thema Wohnungsbau, überteuerte Mieten und Wohnungsleerstand stellt sich die Frage: „Warum bringt es die Politik nicht hin unterstützende Container für Menschen auf der Straße zur Verfügung zu stellen? Vor allem im Winter sollten Container zur Verfügung gestellt werden. Aber wir wollen nicht nur während der Kältehilfe (vom 01. November – 31. März) ein „Dach über dem Kopf“ haben, sondern ganzjährig. Sind wir Menschen 3. Klasse? Warum grenzen Vermieter wohnungslose Menschen bei der Wohnungssuche aus? Hier sind Politik und Wohnungsbau gefordert. Sie sollten mehr sozialen Wohnungsbau aktiv betreiben für Menschen die sich keine Wohnung mehr leisten können und Wohnungen bzw. Grundstücksfläche nicht nur als Spekulationsobjekt betrachten, welches gewinnbringend veräußert werden kann.

Um 17 h hatten wir ein weiteres Highlight. Wir durften uns auf der Hallenbühne kurz vorstellen und hatten einen aktiven Austausch mit den Besuchern. Sie wollten vor allem wissen, welche Stärken eine wohnungslose Person besitzen muss um auf der Straße zu überleben. Weitere Fragen wurden zum Sommercamp gestellt. Hier ging es in erster Linie darum, wer bereitet es vor, wo findet es statt, was wird angeboten. Wie wird es finanziert?

Die Besucher waren beeindruckt und nahmen etwas mit, vor allem weil wir darauf aufmerksam machten dass es bei der angespannten Wohnungsmarktlage heutzutage jeden treffen kann wohnungslos zu werden.

20190620 Haus Bola KirchentagAm Abend des 1. Kirchentages kamen unsere 3 Studenten von der Evangelischen Hochschule Bochum Felicitas, Valeria und Michaela zusammen mit Prof. Benjamin Benz in unser Hostel und luden uns zum Grillen ein. Nachdem wir alle satt waren, stellten sie uns Fragen die sie für eine Forschungsarbeit zum Thema Wohnungslosigkeit benutzen wollen. „Warum bist du in der Selbstvertretung? Welche Stärken hast Du und kannst Du sie in der Selbstvertretung einbringen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es? Warum nehmen Wohnungslose an der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen nicht teil?“

Der 2. Tag (21.06.19)

2019 06 Kirchentag Dortmund LoheideAm 21.06. gab es morgens zwischen uns und Maria Loheide von der Diakonie Deutschland ein weiteres Gespräch. Daran nahmen teil: Corinna (Pforzheim), Ilse (Köln), Markus (Frankfurt), Dirk (Freistatt), Maria Loheide, Marcus (Hannover) Thomas (Diepholz), Karsten (Mainz), Heike Moerland (Diakonie R-W-L), Jürgen (ofw), Stefan (Berlin)

Auch bei diesem Gespräch ging es in erster Linie um die überteuerten Mieten, sozialen Wohnungsbau und den angespannten Wohnungsmarkt der Wohnungsmarkt im jetzigen Zustand eine absolute Katastrophe ist. Es besteht dringender Handlungs- und Änderungsbedarf.

Am Beispiel Berlin, Köln und Frankfurt stellten wir das Problem Housing first dar. Es gibt nicht genügend Wohnungen, weil die Vermieter ihre Wohnungen vielfach als Spekulationsobjekt sehen und nicht an Bedürftige vermieten. „Wenn es das Recht auf Wohnung gibt, gibt es auch ein individuelles Zugriffsrecht auf leerstehende Wohnungen“, so Maria Loheide. „Leerstand darf es nicht geben“, so Maria Loheide weiter. Auch die Kirche muss hier gefordert werden. Ihre leerstehenden Immobilien sollten für Wohnungslose oder andere Bedürftige nutzbar gemacht werden. Die Synode hat hierzu einen Beschluss gefasst und veröffentlicht.

Die Synode bittet den Rat der EKD und die Landeskirchen, sich auf der Ebene des Bundesund der Länder aktiv der Thematik der wachsenden Wohnungsnot anzunehmen und

  • Wohnen als Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit in den öffentlichen Diskurs einzu-bringen und
  • sich an zivilgesellschaftlichen Bündnissen zur Verbesserung des Wohnungsmarktes zu beteiligen.

Die Synode bittet den Rat der EKD und die Gliedkirchen sowie die diakonischen Werke unddiakonischen Träger

  • zu prüfen, inwieweit im Rahmen des Gebäudemanagements und / oder der Vermögens-verwaltung Immobilien für den Wohnungsmarkt für Benachteiligte nutzbar gemacht wer-den können. Insbesondere sollte geprüft werden, ob im Rahmen einer nachhaltigen Ver-mögensanlage auch Investitionen in den sozialen Wohnungsmarkt getätigt werden kön-nen.

Würzburg, den 14. November 2018  https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/2-5-Beschluss-zur-Wohnungnot-in-Deutschland.pdf

Gegen 12.30 h hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit der Diakonie R-W-L. Die Diakonie hat eine Resolution verfasst zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum für alle“.

Wohnen ist ein Menschenrecht. Wohnen ist ein existenzielles Grundbedürfnis des Menschen und Voraussetzung, um ein gelingendes Leben führen zu können. Die Herstellung und der Zugang zu Wohnraum sowie der Umgang mit Grund und Boden sind nicht dem freien Markt zu überlassen. Denn eine Wohnung ist keine Ware, wie Gebrauchsgüter des täglichen Bedarfs. Jährlich müssten 400.000 neue Wohnungen gebaut werden1 . Ein Großteil davon muss öffentlich gefördert werden, um faire Mieten anbieten zu können. Die Mieten steigen nicht nur in Ballungszentren. Mieten und Nebenkosten umfassen bei vielen Menschen mit wenig Geld mittlerweile mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens. Damit bleibt für den täglichen Bedarf zu wenig Geld übrig. Betroffen sind in besonderem Maße arbeitslose Menschen, Alleinerziehende, Senioren mit einer kleinen Rente, Menschen mit einer Behinderung, Geflüchtete oder Familien mit vielen Kindern. 860.000 Menschen waren in Deutschland im Jahr 2016 nach Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ohne eigene Wohnung, Tendenz steigend.

Diese Resolution wurde an die Bundesregierung (Bundeskanzlerin Angela Merkel) und an die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (Städtetag) adressiert.

Nach einer kurzen Besprechung dieser Resolution, die nicht mehr verändert oder diskutiert, sondern nur noch abgestimmt werden konnte, entschieden wir uns, eine „Gegenrede“ aus Sicht der Wohnungslosen zu formulieren, welche nicht länger als 2 Minuten dauern sollte. Diese Gegenrede erstellten Ilse, Corinna und Karsten am Abend nach dem Essen im Hostel.

Wir stellten folgende Forderungen an die Politik:

• Enteignung der großen Wohnungsbaugesellschaften
• Keine Befristung von Mietverträgen, damit leerstehende Wohnungen nicht tageweise zu horrenden Preisen vermietet werden können, wie z. B. rbb
• Die Infrastruktur in ländlichen Gebieten verbessern, damit Ballungsräume entlastet werden.
• Einen Wohnraumleerstandsmelder bundesweit einführen – zur schnelleren Vermietung und Bekanntgabe von leerstehenden Wohnungen
• Verbot von Entmietungen durch Vermieter für Luxussanierungen – bei Entmietung einen kostenlosen Anwalt

Wir wollen diese Resolution weiter verfolgen und bis zum nächsten Kirchentag in 2 Jahren in Frankfurt daran weiter arbeiten.

Nach diesem Gespräch hatten wir den Tag zur freien Verfügung und konnten uns die Veranstaltung anschauen. Natürlich bekamen wir auch Besuch von einzelnen Vertretern der Diakonie, wie z. B. Barbara Eschen, die uns schon von einem früheren Gespräch auf dem Wohnungslosentreffen in Freistatt kannte.

Der 3. Tag (22.06.19)

A20190621 Stand Wohnungslose Kirchentagm 3. Tag teilten wir uns auf weil wir verschiedene Veranstaltungen besuchten, welche gleichzeitig stattfanden.

Stefan, Corinna, Ilse, Karsten, Thomas fuhren nach DO-Hörde. Hier fand die Veranstaltung „Eigentum verpflichtet – Echt jetzt? “ statt. Hier wurde auch die Resolution „Bezahlbarer Wohnraum für alle“ den Besuchern vorgestellt und verabschiedet.

Zum Thema „Eigentum verpflichtet – Echt jetzt?“ sprachen verschiedene Referenten über Wohnungsbau und -politik.

Mathias Grefrath sprach z. B. darüber „Warum Wohnen unbezahlbar ist“. Er meinte das 40 % der Bevölkerung 50 % und mehr ihres Einkommens heute an Miete zahlen müssen. Ab 30 % des Einkommens fallen Mieten in den Bereich des Unerschwinglichen. In München z. B., der Stadt mit den höchsten Mieten, sind seit den 1960er Jahren die Mieten über 34.000 % angestiegen.
Schon in den 1960 Jahren warnte Franz Josef Strauß (CSU) in einer Bundestagsrede davor die Mieten der freien Marktwirtschaft zu überlassen, weil die Mieten dann ins Unermessliche steigen.

Das Thema Enteignung wurde von Grefrath auch angesprochen. Im Grundgesetz gibt es den Art. 15 „Enteignung“ der besagt dass Eigentum von Grund und Boden zum Zwecke der Vergesellschaftung durch den Staat überführt werden kann.

Dorothee Rodenhäuser vom Mietshäuser-Syndikat sprach zu „Welche Alternativen gibt es?“ und stellte ein Projekt vor in dem es um selbstorganisiertes Wohnen geht.

Das Mietshäuser Syndikat berät selbstorganisierte Hausprojekte, die sich für das Syndikatsmodell interessieren, beteiligt sich an Projekten damit diese dem Wohnungsmarkt entzogen werden, hilft mit Know How bei der Finanzierung.

Am Abend des 3. Tages bauten wir unseren Stand ab und packten alles zusammen. Am Sonntag morgen nach dem Frühstück brachen wir unsere Zelte in Bochum ab und fuhren glücklich und müde nach Hause.

Insgesamt war der Ev. Kirchentag eine gelungene Veranstaltung. Es wurde über die verschiedensten aktuellen Thematiken (über 2000 Stände) gesprochen und informiert zu der auch die Politiker (Dr. Angela Merkel, Franziska Giffey, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer, Kathrin Göring-Eckart,…) eingeladen wurden.

Auch für uns war der Kirchentag eine fruchtbare Veranstaltung. Wir konnten uns weiterentwickeln und einbringen und neue Kontakte knüpfen. In 2 Jahren ist der Kirchentag an Christi Himmelfahrt in Frankfurt/Main. Wir wollen daran wieder teilnehmen.

siehe auch: https://www.diakonie-rwl.de/themen/diakonie-rwl/resolution-kirchentag

Resolution:
37. Deutscher Evangelischer Kirchentag Resolution: „Bezahlbarer Wohnraum für alle“

Adressaten:Bundesregierung: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel;Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, stellvertretend für alle Städte und Gemeinden: Präsident des Dt. Städtetages Burkhard Jung

Antragstellende:Diakonie Deutschland –Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklunge.V.; Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. -Diakonie RWLAnsprechpartnerin:Heike Moerland, Diakonie RWL, Lenaustraße41, 40470 Düsseldorf

Veranstaltung:„Eigentum verpflichtet -echt jetzt?“, Sa. 22.06.2019, 11.00 –13.00Uhr, Warsteiner Music Hall, Halle, Phoenixplatz 4, Hörde

Resolution:Wohnen ist ein Menschenrecht.

Wohnen ist ein existenzielles Grundbedürfnis des MenschenundVoraussetzung, um ein gelingendes Leben führen zu können.Die Herstellung und der Zugang zu Wohnraum sowie der Umgang mit Grund und Boden sind nicht dem freien Markt zu überlassen. Denn eine Wohnung ist keine Ware, wie Gebrauchsgüter des täglichen Bedarfs.Jährlich müssten 400.000 neue Wohnungengebaut werden1. EinGroßteil davon muss öffentlichgefördert werden, um faire Mieten anbieten zu können.Die Mieten steigen nicht nur inBallungszentren. Mieten und Nebenkosten umfassen bei vielen Menschen mit wenig Geld mittlerweile mehr als 40Prozent des Haushaltseinkommens. Damit bleibt für den täglichen Bedarf zu wenig Geld übrig.Betroffen sind in besonderem Maße arbeitslose Menschen, Alleinerziehende, Senioren mit einer kleinen Rente, Menschen mit einer Behinderung, Geflüchtete oder Familien mit vielen Kindern. 860.000 Menschen waren in Deutschland im Jahr 2016 nach Schätzungder BundesarbeitsgemeinschaftWohnungslosenhilfe ohne eigene Wohnung, Tendenz steigend.2Sie finden auf dem Wohnungsmarkt keinen bezahlbaren Wohnraum.

Wir fordern die Bundesregierung auf,dafür zu sorgen,

  • dass alle Menschen ihr menschenrechtlich verbürgtes Recht auf angemessenes Wohnen wahrnehmen können,
  • eine ressortübergreifende Wohnstrategie vorzulegen, die alle Akteure einbezieht. Neben derWohnungswirtschaft sind dies vor allem die Länder,Städte und Kommunen, aber auchWohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, private Initiativen und Betroffene,
  • den privaten Wohnungsmarkt so zu regulieren, dass auch die Interessen verletzlicher Gruppen berücksichtigt werden.

Wir fordern alle Städte und Gemeinden auf,

  • in besonders betroffenen Städten bis zur Umsetzung der Wohnstrategie der Bundesregierung den Wohnraum-Notstandauszurufen,damit sichergestelltwird, dass die Wohnungsnot auf breiter Basis öffentlich diskutiert wird,
  • Maßnahmen zu ergreifen, umWohnraum für alle Bevölkerungsgruppendauerhaft vorzuhalten, und zwar insbesondere für Menschen, die von Armut betroffen sindund für Menschen,diebarrierefreie Wohnungenbenötigen,
  • für den sozialen Wohnungsbau zu werben,
  • Rahmenbedingungen für einen sozialverträglichen Umgang mit Grund und Boden zu schaffen,
  • bei der Planung neuer Baugebiete 40 Prozent für öffentlich geförderten „fairen“ Wohnraumeinzuplanen–mit einer ausreichenden Zahl an Wohnungen für Alleinstehende undfür großeFamilien,
  • den Anteil von kommunal verfügbarem Wohnraum durch Bau, Erwerb, Kooperationsvereinbarung oder den Erwerb von Belegungsrechten auszuweiten, um die Möglichkeit einerBelegungssteuerung zu haben,
  • auf den Verkauf eigener kommunaler Wohnungsbestände zu verzichtenund bisherige Verkäufe nach Möglichkeit rückgängig zu machen,
  • präventive Hilfestrukturen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit zu stärken und auszubauen.

1„Deutschland-Studie 2019“ der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts (Hannover), https://www.bauindustrie.de/media/documents/Deutschlandstudie_2019_Langfassung.pdf

2BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Pressemitteilung vom 14.11.2017und wohnungslos 4/18, Seite 122ff

Beleg: Resolution Wohnraum_fuer_alle.pdf

Einladung zum Medien/Pressegespräch
Wohnungslosentreffen 2019 Herzogsägmühle, Bayern

Freitag, den 28.06.2019 um 11:00 Uhr
Innere Mission - Konferenzraum im Löhe-Haus, 3. OG,
Landshuter Allee 40, 80637 München

Einladung als PDF: 2019.06.28 Einladung Mediengespräch München.pdf

Freistatt, 18.07.2019

Mikrofone Pressekonferenz: Quelle: WikiCommonsSehr geehrte Damen und Herren,

das Netzwerk der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen organisiert in Herzogsägmühle, Bayern vom 21. - 28. Juli 2019 ein Wohnungslosentreffen, zu dem mehr als 100 wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und einigen Regionen Europas erwartet werden.

Schwerpunkte des Treffens werden sein: Die Weiterarbeit am Programm, der Aufbau von Gruppen, die Sichtung möglicher Rechtsformen sowie Austausch, Vernetzung und die Planung gemeinsamer Aktionen.

Das Wohnungslosentreffen 2019 ist das insgesamt vierte Treffen, das erstmalig in Herzogsägmühle anlässlich des 125ten Jubiläums der Einrichtung stattfinden wird.

Auf dem Mediengespräch wollen wir Sie über den Stand der Vorbereitungen sowie über die Inhalte und Ziele des Treffens informieren. Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

• Jürgen Schneider (Armutsnetzwerk e.V.), langjähriger Aktivist zu Wohnungslosigkeit, Grün­der des Internetportals Berber-Info und Mitinitiator des Projekts Wohnungslosentreffen, Orga-Team

• Lutz Schmidt (Herzogsägmühle) Teilnehmer am Wohnungslosentreffen, Mitorganisator der Angebote auf dem Wohnungslosentreffen 2019

• Corinna Lenhart (Pforzheim) Teilnehmerin am Wohnungslosentreffen, Frauengruppe, Mitwirkende im Orga-Büro des Wohnungslosentreffens

• Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong (Bielefeld, Vorstand Stiftung Bethel für den Träger des Projekts)

• Dr. Günther Bauer (Vorstand Herzogsägmühle, Diakonie in Oberbayern für die Gastgeber des Wohnungslosentreffens 2019)

• Heidi Ott (Nürnberg, Diakonisches Werk Bayern, Geschäftsführerin des Fachverbandes Ev. Wohnungslosenhilfe und Straffälligenhilfe als Förderin)

sowie vom Orga-Team

• Frank Kruse (Freistatt, Leiter der Wohnungslosenhilfe) Janine Husmann (Freistatt, Leiterin der Arbeits- und Qualififizierungsprojekte) und Dr. Stefan Schneider (Koordinator der Selbstvertretung wohnungloser Menschen)

Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Koordinator Stefan Schneider unter der Tel +49 – 177 – 784 73 37 bzw. der email-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit freundlichen Grüßen

Stefan

Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Pressekonferenz_Rathaus_K%C3%B6ln_zu_den_Vorg%C3%A4ngen_in_der_Silvesternacht_2015-16-5761.jpg

Quelle: WikiCommosn

Traditionell am christlichen Feiertag "Himmelfahrt" findet in Freistatt das Jahresfest statt. In diesem Jahr war die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen erstmalig mit einem Info-Stand vertreten.

Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse einer kleinen anonymen Umfrage, die während des Festes durchgeführt wurde. Es ging um die Fragen:

  1. Wie stellen Sie sich einen Wohnungslosen / Obdachlosen vor ?
  2. Was sollte man machen das es weniger Wohnungslose / Obdachlose gibt?
  3. Was verstehen sie unter „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen„?

Dirk Dymarski berichtet in seinem Artikel, wie es war und was die Umfrage ergeben hat.

2019 Jahresfest Gottesdienst

Im 120. Jahr von Freistatt wurde das traditionelle Jahresfest an Christi-Himmelfahrt veranstaltet. Der Tag startete mit dem Gottesdienst. Die Predigt hielt in diesem Jahr der neue Superintendent Martin Lensch (Kirchenkreis Diepholz).

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nicht nur die Hauptattraktion des gut besuchten Trödelmarkts sondern auch die Vorstellung unterschiedlicher Angebote von Bethel im Norden.

Ob Wohnungslosenhilfe oder Jugendwerkstatt mit diversen Angeboten und Aktionen gaben die Einrichtungen Einblicke in ihre vielfältige Arbeit.
So auch unsere Selbstvertretung wohnungsloser Menschen der mit einem eigenen Stand vor Ort gewesen ist

2019 Jahresfest GruppeIm Laufe des Tages konnten sich die Besucher am Stand von Werner (Berlin), Uwe und Arco (Lüneburg), Mike und Lucy (Edewecht), Lutz (Herzogsägmühle) und Dirk (Freistatt) über die Arbeit informieren und an einer Themen spezifischen Umfrage teilnehmen.

Lucy bot Kinder malen an, was auch rege genutzt wurde. Die anderen unterhielten sich mit Besuchern und klärten in diversen Gesprächen über unsere Arbeit auf und wer wollte konnte auch spenden, immerhin, es kamen 47,25 € zusammen.

Das Jahresfest war wie jedes Jahr sehr gut besucht. Unter anderem mit musikalischen Darbietungen von den True Colors, und zahlreichen kulinarischen Angeboten war es dieses Jahr ein voller Erfolg und wir freuen uns auf das nächste Jahresfest 2020.

Dirk Dymarski


Umfrage / Auswertung  (Anonyme Auswertung)

Wie stellen Sie sich einen Wohnungslosen / Obdachlosen vor ?

  • Ungepflegt
  • alte Kleidung
  • wenig Eigentum
  • immer einen HUND dabei
  • Hilflos
  • hartes Leben fast ohne Chance in der Gesellschaft , bin TRAURIG , dass es in einem so reichen LAND wie dem UNSEREN Obdachlose Menschen gibt

Was sollte man machen das es weniger Wohnungslose / Obdachlose gibt?

  • Bezahlbarer Wohnraum
  • gerechter Lohn
  • Familien Anschluss
  • mehr Anlaufstellen für frühzeitige Hilfe
  • mehr Aufmerksamkeit & Menschen animieren zu helfen
  • zuhören & nicht wegschauen
  • attraktive Eigeninitiative Angebote schaffen

Was verstehen sie unter „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen„?

  • so eine Art Klassensprecher
  • Betriebsrat für Obdachlose
  • Organisation netter Menschen mit Eigeninitiative
  • sowas wie eine Gewerkschaft !!!!
  • die eigene Position deutlich vertreten

Platz der Menschenrecht, Wien - Foto: WikiCommonsLINK zum Video der Rede: https://sommerpaket.noblogs.org/files/2019/05/Regina.m4v?_=2

Ich weiß nicht, was sich die Verantwortlichen dabei denken, vermutlich nichts oder nicht viel.

Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf - nicht nur im Winter!

Man kann, darf doch niemand auf die Strasse setzen, nur weil es wärmer wird.

Und noch weniger in ihre Heimatländer abschieben wo sie - wie wir am Beispiel Ungarn sehen - ins Gefängnis gesteckt werden. Wie kann Wien von sich sagen, es ist eine Menschenrechtsstadt, wenn man so was in Kauf nimmt?

Wir reden von MENSCHEN!

Wenn es nur um Geld geht - wir geben Unsummen für jede Menge Schwachsinn aus - verwenden wir das Geld doch lieber für MENSCHEN als für Wahlwerbung, Werbegeschenke und anderen Unsinn!

Wir können vielleicht die Zustände in den Heimatländern dieser Menschen nicht ändern - aber wir können uns solidarisch mit denen erklären, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen!

Beschämen wir die, die das nicht tun!

Für Frauen bedeuten diese Einrichtungen vor allem Schutz-nicht nur vor Kälte sondern auch vor Gewalt und Übergriffen!

Darum werden wir von HOPE - Austria auch am 11.5.am Platz der Menschenrechte von 15.-18.00 eine Kundgebung zum Thema wohnungslose Mütter machen.

Weil sie unsere Unterstützung, aber vor allem unsere Solidarität brauchen!

Für mich als Mutter ist es ein Wahnsinn, was da passiert: Kinder von ihren Eltern zu trennen, weil sie ihr Zuhause verlieren!

Da darf es nicht um "anspruchsberechtigt" oder "nicht anspruchsberechtigt" gehen sondern um Menschen die Hilfe brauchen!

Alles andere ist nachrangig!

Und auch die Mitarbeiter der Einrichtungen sollten wir für ihre wichtige Arbeit wertschätzen.

Was auch bedeuten muß, dass ihre Arbeit fair entlohnt, ihre Arbeitsbedingungen entsprechend verbessert werden müssen!

Was ich da so gehört habe ist das ja unmöglich!

Statt sie in ihrer Arbeit zu behindern sollten sie gefördert, unterstützt werden!

Für mich sind sie Helden des Alltags - zeigen wir alle ihnen unsere Wertschätzung!

ICH verneige mich vor Ihrer tollen, wichtigen Arbeit mit Menschen die Starthilfe brauchen, denen sie mit Respekt und Wertschätzung begegnen!

MEINE Unterstützung haben Sie - wann immer Sie das brauchen!

Ich habe bei der Kundgebung gestern einen jungen Mann kennen gelernt - und war schwer beeindruckt von ihm.

Obwohl er selber in einer schrecklichen Situation ist, hat er sich vor allem um Frauen Sorgen gemacht, die auf der Strasse leben müssen - ständig Belästigungen und verbaler und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind.

Weil es kaum Einrichtungen für Frauen gibt! Die ja geschlossen wurden.

Das ist eine Riesenschande - wo leben wir denn?

Mir kann keiner sagen dass das Geld dafür nicht da ist - das MUSS da sein!

Regina Amer

Plakat Forum Recht auf StadtRecht auf Stadt Forum 17.-19.05.2019, Hamburg

Wir berichten hier zunächst über unseren Workshop am 18.05.2019 zwischen 10:00 und 12:00 Uhr, und weiter unten über weitere Vernetzungen.

Workshop: Recht auf Stadt aus der Sicht von wohnungslosen Menschen - Gemeinsames Ergebnisprotokoll

1 Inhalt

In dem Workshop treffen sich wohnungslose Menschen - Einzelpersonen und Selbsthilfeinitiativen und ihre Unterstützer -, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen, wichtige und dringende Anliegen zu formulieren und gemeinsame Aktionen zu verabreden.
Moderation: Stefan (Berlin) und Olaf (Hamburg)

2 Teilnehmende

20190518 rechtaufstadt hamburgVolker (Hamburg), Olaf (Hamburg), Uwe + Arco (Lüneburg), Christine (Frankfurt), Roberto (Darmstadt) Maya (Köln), Stefan (Berlin), Katarina (Hamburg), Nicole (Berlin), Steffen (Berlin), Jürgen (Potsdam), Karsten (Mainz), Marcus (Frankfurt) sowie etwas später Nadine (Hamburg),

3 Vorstellungsrunde & Anliegen

Die Teilnehmenden stellten sich und ihre zentralen Themen vor. Das waren erstens die gesellschaftliche Situation, die zu Armut und Wohnungslosigkeit führt und zahlreiche Schwierigkeiten verursacht. Die Stichworte hierzu sind:

  • Armut/ Reichtum/ ungerechte Chancenverteilung (Literatur dazu von Markus hier klicken)
  • Rechtsbruch durch Ämter, Behören und Richter
  • Macht und Machtmißbrauch
  • ein Unrechtsstaat, der sich nich an eigene Regeln hält
  • Deutungshoheit über andere
  • Mietenwahnsinn

Ein Stichwort betraf ein konkretes Thema:

  • Liittle Home „Machenschaften“

Eine ganze Reihe von Stichworten drehten sich um Handlungsperspektiven

  • Alternative Lebensformen
  • Vernetzung
  • Intervention für konkrete Ziele
  • Aktiv werden
  • andere Aktivieren
  • Hürden abbauen
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Solidarität und Unterstützung von Wohnungloseninitiativen

Wir beschlossen, die Themen a) Little Homes und B) Aktiv werden genauer zu betrachten, weil wir uns von der Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse nichts neues erhofften.

4. Little Homes

Erfahrungen mit Little Homes haben Roberto (Darmstadt), lebt in einer Hütte, die er zum Geburtstag geschenkt bekomen hat, Nicole (Berlin) im Zusammenhang mit dem Projekt Wohnungslosenparlament, sowie Uwe (Lüneburg), der auf dem Straßenkinderkongress 2018 in Berlin eines mit gebaut hat, dass am 30.04.2018 auf dem Mariannenplatz durch das Bezirksamt Kreuzberg zerstört worden ist.

Problematisch an den Little Homes sind mehrere Dinge

  • Grundgedanke falsch – Menschen wollen eine Wohnung
  • Little Homes sind keine Alternative zu einer Wohnung
  • ein Mindestmaß an Wohnungsgröße ist gar nicht gegeben
  • nicht sicher vor Einbruch und Überfällen
  • Probleme mit dem Standort und der Genehmigung und der Duldung
  • Probleme mit den Kosten (Genehmigung oder Transport)
  • andererseits: wohnungslose Menschen können mal durchschlafen
  • Risiko von Anschlägen (z.B. Brandanschläge)
  • Gesundheitsverträglichkeit von behandelten Euro-Paletten und anderen Materialien
  • Problem nicht vorhandenes WC
  • vorgetragen wurde auch Kritik an Sven Lüdecke, dem Gründer des Vereins Little Home Köln e.V., sein Auftreten,seine Persönlichkeit und sein Umgang einzelnen vorgetragenen Fällen

Eine Dokumentation über das Projekt ist zu finden in dem Video Leben auf 3,2m² - Mini-Häuser für Obdachlose | WDR Doku
https://www.youtube.com/watch?v=Sfu4B_LmmzM

5 Aktiv werden

Die Notwendigkeit der Existenzsicherung nimmt bei wohnungslosen Menschen einen sehr sehr großen Teil des Alltags ein. Dennoch sind Kapazitäten da, um sich für andere zu engagieren, zum Beispiel die Trommelgruppe, die Volker (Hamburg) ins Leben gerufen hat und die Projekte, die vertreten sind.

Wohnunglose Menschen haben

  • Bildung
  • Bedürfnisse
  • einige leiden an Traumata, die nicht bearbeitet wurden
  • einige leiden an Süchten
  • fast alle leiden an Abwertung und schlechtem Image
  • Engagement trifft auf Hürden und sucht nach Akzeptanz

Wenn wohnungslose Menschen sich zusammen tun,

  • entstehen Freiräume
  • sollte dafür Werbung gemacht werden
  • ist es wichtig, öffentlich zu agieren
  • erfordert das Engagement recht viel Zeit
  • straht die Wirkung auf andere aus
  • kann Vertrauen entstehen. Vertrauen ist sehr wichtig.

Engagement

  • kann Sinn stiften
  • kann Erfolge bringen
  • kann Vorteile bringen
  • benötigt Hilfestellung

6 vertretene Netzwerke [Webseiten ergänzen]

7 Gruppenfoto

wurde gemacht und wird veröffentlicht

Protokoll Stefan (Berlin), Maja (Köln),

Literaturempfehlungen vom Markus (Frankfurt)

  • Seidenspinner, Utta: Wohnwahnsinn: Warum Mieten immer teurer und Eigentum unbezahlbar wird. 2018
  • Rügemer: Werner: ArbeitsUnrecht. Anklage und Alternativen. Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, ISBN 978-3-89691-780-5.
  • Bloh, Dominik: Unter Palmen aus Stahl. Die Geschichte eines Straßenjungen ISBN: 9783945877210
  • Brox, Richard: Kein Dach über dem Leben: Biographie eines Obdachlosen. Rowohlt Verlag 2017. ISBN 978-3-499-63294-5
  • Häring, Norbert 2016, 2018

Weiteres wichtiges .... [HIER MUSS NOCH ERGÄNZT WERDEN .....]

Recht auf Stadt Plakat 2019Guten Tag,

wenn Du wohnungslos oder ehemals wohnungslos bist oder aber die Selbsthilfe und Vernetzung wohnungsloser Menschen unterstützen möchtest, laden wir Dich herzlich ein zu einem Workshop

Recht auf Stadt aus der Sicht von wohnungslosen Menschen

In dem Workshop treffen sich wohnungslose Menschen - Einzelpersonen und Selbsthilfeinitiativen und ihre Unterstützer*innen - , um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen, wichtige und dringende Anliegen zu formulieren und gemeinsame Aktionen zu verabreden.

Moderation: Stefan (Berlin) und Olaf (Hamburg)

Der Workshop findet statt am kommenden Sonnabend, den 18.05.2019 zwischen 10:00 und 12:00 Uhr in Hamburg auf dem Gelände der fux Genossenschaft - Zeiseweg 9 in 22765 Hamburg (S11, S21 und S31 S-Bahnhof Holstenstraße)

Der Workshop ist Teil vom Recht auf Stadt Forum in Hamburg, das Freitag, den 17.05.2019 beginnt und am Sonntag, den 19.05.2019 endet.

Das vollständige Programm ist hier zu finden:
https://www.buko.info/ras-forum-programm

Wir freuen uns auf Dein Kommen und Deine Beiträge.

Herzliche Grüße

Stefan

Mein Bericht von der Abschlussveranstaltung (denkhausbremen) Projekt „Zukunftslabore von unten„: Wie einkommensschwache Menschen sich selbst organisieren, selbst vertreten und so an der Gesellschaft teilhaben (in den Räumlichkeiten der Paritätische Bremen) am 08.05.2019 von Dirk Dymarski (Freistatt).

Nach dem Olaf und ich angekommen sind wurden die alten Bekannten begrüßt, eine Tasse Kaffee getrunken und schon ging es los mit der Begrüßung durch Peter Gerhardt (Moderation) und Michael Gerhardt (Projektleiter vom denkhausbremen).

Nach der Begrüßung, kam schon der erste Beitrag als Grußwort von Frau Grotheer (Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft).

Als nächstes war Michael Gerhardt (Projektleiter) mit einer ausführlichen Vorstellung der besuchten Initiativen und Zusammenfassung der Projektergebnisse dran, was einen sehr interessanten Überblick verschafft hatte.

Burkhard (Hannover) auf der Veranstaltung vom Denkhaus in Bremen. Foto: Norbert BrandtFür mich war es schon erstaunlich welche Initiativen Michael Gerhardt im abgelaufenen Jahr besucht hatte und er gab anschließend Dr. Stefan Schneider die Möglichkeit ein kurzen Einblick in das Projekt der „ Selbstvertretung wohnungsloser Menschen „ den anwesenden Gästen zu erteilen und gab Burkhard ( Hannover ) und Dirk (Freistatt) die Gelegenheit sich vorzustellen und zu schildern: Weshalb Sie in dem Projekt mitwirken und weswegen es Ihnen / uns Wichtig ist dort dran mitzuwirken.
Es sind zudem noch Jürgen, Michael, Norbert + Werner (Armutsnetzwerk), Uwe + Arko (Lüneburg), Marcus (Hannover), Burkhard (Hannover) vom Projekt der  Selbstvertretung wohnungsloser Menschen anwesend gewesen.

Michael stellte die Geschichte und die Arbeit des Armutsnetzwerkes beispielhaft an der Präsenz auf dem ARMUTSKONGRESS 2019 und nahm dort unter anderem als Vertreter des Armutsnetzwerkes an der Podiumsdiskussion teil.
Im Laufe der Veranstaltung gab es dann eine sehr lebhafte Diskussionsrunde mit den anderen Gästen & Gastgebern

• Michael Gerhardt, Dr. Nadine Haarich und Peter Gerhardt (denkhausbremen e.V.)
• Claudia Bernhard (Die Linke,Mitglied der Bremischen Bürgerschaft u.a. Sprecherin für Wohnen und Stadtentwicklung)
• Ralph Saxe (Die Grünen,Mitglied der Bremischen Bürgerschaft u.a. Sprecher für Demokratie und Bürgerschaftliches Engagement)
• Monika Möhlenkamp (Initiative zur sozialen Rehabilitation e.v., Bremen)
• Anke Teebken (Paritätischer Wohlfahrtsverband,Bremen)
• Joachim Barloschky ( Sprecher Bremer Aktionsbündnis Menschenrechte auf Wohnen)
• sowie Vertreter*innen von ALSO Oldenburg und dem Jobcenter Bremen

zu den Fragen :

• In welchem Umfang können einkommensschwache Menschen bisher überhaupt teilhaben und mitentscheiden ?
• Welche Hindernisse und Schwierigkeiten gibt es ?
• Wie können selbstorganisierte Initiativen sich untereinander besser vernetzen und voneinander lernen ?
• Was müsste passieren,damit echte Mitbestimmung „ von unten „ möglich wird ?
• Was ist aktuell der Zustand der Demokratie in Deutschland ?

Im großen und ganzen war es für alle Beteiligte eine sehr gelungene Veranstaltung die mit einem gemütlichen Abend bei diversen Getränken und Kuchen sowie Einzelgespräche abgerundet wurde.
Ich schreibe sicher im Namen aller ein großes Dankeschön den Gastgebern aus für den freundlichen Rahmen.

Dirk Dymaski

FOTO: Burkhard (Hannover) auf der Veranstaltung vom Denkhaus in Bremen. Foto: Norbert Brandt

Einladung zur Mitwirkung an einer Umfrage

Liebe Leute mit Interesse an und von der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen,

Forschungsprojekt Tagessatzzu wissen, wo, wann und wie ich Sozialleistungen erhalten kann und die Krankenversicherung sichergestellt wird, macht das Leben auf der Straße etwas einfacher. Damit beschäftige ich mich beruflich und privat seit Jahren. Dabei ist immer wieder festzustellen, dass die Informationen häufig nicht so einfach zu beschaffen sind und die Ausgestaltung der Leistungsgewährung auf kommunaler Ebene höchst unterschiedlich ist.

Da mein Interesse, diese Informationen zu sammeln und verfügbar zu machen, jedoch über meine dienstliche und regionale Zuständigkeit hinaus reicht, verfolge ich dieses Ziel im Rahmen dieses privaten Forschungsprojektes. Die Ergebnisse werden der u.a. dem Wohnungslosentreffen, der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und der BAGW zur Verfügung stehen, insbesondere aber auch den NutzerInnen von Auszahlungsstellen sowie Beratungsstellen.

Bei 294 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten, sowie den Bundesländern Berlin, Bremen und Hamburg ist zu vermuten, dass es zwischen 450 und weit über Tausend Auszahlungsstellen für existenzsichernde Tagessätze geben könnte. Auf den einschlägigen Seiten ist aber nur eine weit geringere Anzahl zu finden.
Ich lade Sie/Dich ein, Kenntnisse zu diesem Thema über die Mitwirkung an der folgenden Online-Umfrage zur Verfügung zu stellen.

Auszahlungsstellen Tagessatz - Existenzsicherung für Menschen ohne festen Wohnsitz (Bearbeitungszeit ca 3-5 Min.)

https://www.umfrageonline.com/s/53ad6d5

Über vielfältige Beteiligung würde ich mich sehr freuen, ebenso über eine Weiterverbreitung dieser Einladung. Flyer und Plakat zum download sind auf Wohnungslosentreffen.de zu finden.

qrcode tagessatzFür Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, möchte aber darauf hinweisen, dass ich dieses Projekt neben meiner beruflichen Tätigkeit privat betreibe, eine zeitnahe Antwort kann ich daher nicht garantieren, bin aber darum bemüht. Unter https://www.facebook.com/forschungsprojekt.tagessatz sind aktuelle Infos zu finden.

Mit herzlichen Grüßen,

Frank Hillerich
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Anrufe bitte nach 17:00 Uhr 0176 / 45798669

Zum Selberausdrucken und weiter verbreiten hier die PDF-Datei

Forschungsprojekt_Tagessatz.pdf

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