Mein Bericht von der Abschlussveranstaltung (denkhausbremen) Projekt „Zukunftslabore von unten„: Wie einkommensschwache Menschen sich selbst organisieren, selbst vertreten und so an der Gesellschaft teilhaben (in den Räumlichkeiten der Paritätische Bremen) am 08.05.2019 von Dirk Dymarski (Freistatt).

Nach dem Olaf und ich angekommen sind wurden die alten Bekannten begrüßt, eine Tasse Kaffee getrunken und schon ging es los mit der Begrüßung durch Peter Gerhardt (Moderation) und Michael Gerhardt (Projektleiter vom denkhausbremen).

Nach der Begrüßung, kam schon der erste Beitrag als Grußwort von Frau Grotheer (Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft).

Als nächstes war Michael Gerhardt (Projektleiter) mit einer ausführlichen Vorstellung der besuchten Initiativen und Zusammenfassung der Projektergebnisse dran, was einen sehr interessanten Überblick verschafft hatte.

Burkhard (Hannover) auf der Veranstaltung vom Denkhaus in Bremen. Foto: Norbert BrandtFür mich war es schon erstaunlich welche Initiativen Michael Gerhardt im abgelaufenen Jahr besucht hatte und er gab anschließend Dr. Stefan Schneider die Möglichkeit ein kurzen Einblick in das Projekt der „ Selbstvertretung wohnungsloser Menschen „ den anwesenden Gästen zu erteilen und gab Burkhard ( Hannover ) und Dirk (Freistatt) die Gelegenheit sich vorzustellen und zu schildern: Weshalb Sie in dem Projekt mitwirken und weswegen es Ihnen / uns Wichtig ist dort dran mitzuwirken.
Es sind zudem noch Jürgen, Michael, Norbert + Werner (Armutsnetzwerk), Uwe + Arko (Lüneburg), Marcus (Hannover), Burkhard (Hannover) vom Projekt der  Selbstvertretung wohnungsloser Menschen anwesend gewesen.

Michael stellte die Geschichte und die Arbeit des Armutsnetzwerkes beispielhaft an der Präsenz auf dem ARMUTSKONGRESS 2019 und nahm dort unter anderem als Vertreter des Armutsnetzwerkes an der Podiumsdiskussion teil.
Im Laufe der Veranstaltung gab es dann eine sehr lebhafte Diskussionsrunde mit den anderen Gästen & Gastgebern

• Michael Gerhardt, Dr. Nadine Haarich und Peter Gerhardt (denkhausbremen e.V.)
• Claudia Bernhard (Die Linke,Mitglied der Bremischen Bürgerschaft u.a. Sprecherin für Wohnen und Stadtentwicklung)
• Ralph Saxe (Die Grünen,Mitglied der Bremischen Bürgerschaft u.a. Sprecher für Demokratie und Bürgerschaftliches Engagement)
• Monika Möhlenkamp (Initiative zur sozialen Rehabilitation e.v., Bremen)
• Anke Teebken (Paritätischer Wohlfahrtsverband,Bremen)
• Joachim Barloschky ( Sprecher Bremer Aktionsbündnis Menschenrechte auf Wohnen)
• sowie Vertreter*innen von ALSO Oldenburg und dem Jobcenter Bremen

zu den Fragen :

• In welchem Umfang können einkommensschwache Menschen bisher überhaupt teilhaben und mitentscheiden ?
• Welche Hindernisse und Schwierigkeiten gibt es ?
• Wie können selbstorganisierte Initiativen sich untereinander besser vernetzen und voneinander lernen ?
• Was müsste passieren,damit echte Mitbestimmung „ von unten „ möglich wird ?
• Was ist aktuell der Zustand der Demokratie in Deutschland ?

Im großen und ganzen war es für alle Beteiligte eine sehr gelungene Veranstaltung die mit einem gemütlichen Abend bei diversen Getränken und Kuchen sowie Einzelgespräche abgerundet wurde.
Ich schreibe sicher im Namen aller ein großes Dankeschön den Gastgebern aus für den freundlichen Rahmen.

Dirk Dymaski

FOTO: Burkhard (Hannover) auf der Veranstaltung vom Denkhaus in Bremen. Foto: Norbert Brandt

Einladung zur Mitwirkung an einer Umfrage

Liebe Leute mit Interesse an und von der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen,

Forschungsprojekt Tagessatzzu wissen, wo, wann und wie ich Sozialleistungen erhalten kann und die Krankenversicherung sichergestellt wird, macht das Leben auf der Straße etwas einfacher. Damit beschäftige ich mich beruflich und privat seit Jahren. Dabei ist immer wieder festzustellen, dass die Informationen häufig nicht so einfach zu beschaffen sind und die Ausgestaltung der Leistungsgewährung auf kommunaler Ebene höchst unterschiedlich ist.

Da mein Interesse, diese Informationen zu sammeln und verfügbar zu machen, jedoch über meine dienstliche und regionale Zuständigkeit hinaus reicht, verfolge ich dieses Ziel im Rahmen dieses privaten Forschungsprojektes. Die Ergebnisse werden der u.a. dem Wohnungslosentreffen, der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und der BAGW zur Verfügung stehen, insbesondere aber auch den NutzerInnen von Auszahlungsstellen sowie Beratungsstellen.

Bei 294 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten, sowie den Bundesländern Berlin, Bremen und Hamburg ist zu vermuten, dass es zwischen 450 und weit über Tausend Auszahlungsstellen für existenzsichernde Tagessätze geben könnte. Auf den einschlägigen Seiten ist aber nur eine weit geringere Anzahl zu finden.
Ich lade Sie/Dich ein, Kenntnisse zu diesem Thema über die Mitwirkung an der folgenden Online-Umfrage zur Verfügung zu stellen.

Auszahlungsstellen Tagessatz - Existenzsicherung für Menschen ohne festen Wohnsitz (Bearbeitungszeit ca 3-5 Min.)

https://www.umfrageonline.com/s/53ad6d5

Über vielfältige Beteiligung würde ich mich sehr freuen, ebenso über eine Weiterverbreitung dieser Einladung. Flyer und Plakat zum download sind auf Wohnungslosentreffen.de zu finden.

qrcode tagessatzFür Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, möchte aber darauf hinweisen, dass ich dieses Projekt neben meiner beruflichen Tätigkeit privat betreibe, eine zeitnahe Antwort kann ich daher nicht garantieren, bin aber darum bemüht. Unter https://www.facebook.com/forschungsprojekt.tagessatz sind aktuelle Infos zu finden.

Mit herzlichen Grüßen,

Frank Hillerich
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Anrufe bitte nach 17:00 Uhr 0176 / 45798669

Zum Selberausdrucken und weiter verbreiten hier die PDF-Datei

Forschungsprojekt_Tagessatz.pdf

Fachtagung Diakonie 30042019 34Mein Bericht von der Fachtagung Armut Macht Ohnmacht - Strategien der Ermutigung der Diakonie Deutschland am 30.04.2019 in Berlin - von Jürgen Weber (Potsdam)

Text: Armut Macht Ohnmacht - Strategien der Ermutigung (PDF)

Nach dem ich angekommen war, ging es erst einmal zur Registrierung. Danach wurden die alten Bekannten begrüßt, eine Tasse Kaffee getrunken und schon ging’s los mit der Begrüßung von Petra Zwickert, Leiterin des Zentrums Migration und Soziales, Diakonie Deutschlandkert, Leiterin des Zentrums Migration und Soziales, Diakonie Deutschland.

Nach der Begrüßung, kam schon der erste Vortrag. Unter dem Titel Projektergebnisse: Präsentation von Michael David, Sozialpolitik gegen Armut und Soziale Ausgrenzung, Diakonie Deutschland und Dr. Felix Blaser, Armutspolitik, Diakonie Hessen, ging der erste Vortrag des Tages los. Um einen Einblick in den Vortrag dem Leser zu gewähren, habe ich alle Bilder der Präsentation fotografiert (Fotos kommen noch)

Als nächstes war Jürgen Horn, Leiter Zentrum für Kultur gegen Armut und Ausgrenzung Gitschiner 15, mit seinem Vortrag „Beteiligung, Aktivierung, Muße dran. Für mich war der Vortrag weniger spannend, da es einige solcher Veranstaltungshäuser für Arme in Deutschland gibt und ich darüber schon genug Berichte gelesen habe.

Jetzt war Prof. Dr. Alexander Dietz, Diakoniewissenschaft, Hannover mit seinem Vortrag „Perspektiven aus der Diakoniewissenschaft“ dran. Denn habe ich vorsichtshalber fotografiert! (Fotos folgen noch). Wie immer war alles sehr theoretisch und auch schon mal gehört. Also nichts Neues!

Dann war Mittag. Hätte ich gewusst was es dort gibt, wäre ich nicht gekommen. In der Mittagspause besprachen wir, wie wir unseren Programmteil gestalten wollen. Wir mussten uns beeilen, da der nächste Programmteil dran war.

Hier stellten uns Katrin Hogh Geschäftsführerin, Evangelischer Fachverband für Abreit und soziale Integration (EFAS) und Luise Janke und Thomas Binder, Demokratiebegleiter*innen Ihre „Erfahrungen aus Projekten des Evangelischen Fachverbandes für Arbeit und soziale Integration (EFAS) vor. Das hat sich sehr schön angehört, aber damit kann man das System Armut nicht bekämpfen. Man doktorte daran rum, ohne es zu verändern.

Als nächstes war dann Margarete Reinel, Demokratiebegleiter*innen, mit Ihrem Vortrag „Das Projekt DRIN Dabei sein Räume entdecken Initiativ werden Nachbarschaft leben“ dran.

Endlich Kaffeepause!

Fachtagung Diakonie 30042019 35Jetzt waren wir dran! Stefan stellte erst einmal das Projekt Wohnungslosentreffen und die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen vor. Dazu zeigte er zwei Dokumentationen aus den Jahren 2016 (Wohnungslosentreffen 2016) und 2018 (Wohnungslosentreffen 2018) und zeigte die Weiterentwicklung der wohnungslosen Menschen auf. Er machte auch deutlich, wie wichtig die Treffen für die engagierten wohnungslosen Menschen sind.

Nach dem Video stellten sich Ilse (Köln), Corinna (Pforzheim), Karsten (Mainz), Markus (Neumünster), meine Wenigkeit (Potsdam) und noch ein paar weitere Mitstreiter - Markus (Frankfurt), Thomas (Diepholz), Dietlind (Berlin) - den Fragen des Publikums.

Da wir uns erst einmal fortstellen sollten, sich aber keiner traute, fing ich mal ganz spontan an und schon ging’s weiter.

Die Fragen aus dem Publikum waren für uns nichts Neues und wir antworteten artig bis provokant! Die meisten Fragen drehten sich um die Menschenrechte von Obdachlosen, von Sanktionen und ihren Auswirkungen, sowie das Thema Wohnung und Arbeit. Ein weiterer Punkt war auch die Kriminalität gegen obdachlose Frauen.

Dann kam DIE entscheidende Frage. Welche „Forderungen“ würden sie an die Diakonie stellen? Die war ganz schnell zu beantworten! Schauen Sie sich die Beschlüsse und Forderungen von unserem letzten Wohnungslosentreffen in Freistatt auf unserer Webseite an. Damit war auch schon wieder die Zeit für die Diskussionsrunde leider vorbei.

Fachtagung Diakonie 30042019 36Als letztes waren dann Jürgen Schneider, Ilse Kramer und Michael Stiefel vom Armutsnetzwerk an der Reihe. Leider musste ich die Veranstaltung früher verlassen, da ich noch weitere Verpflichtungen an dem Tag hatte.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, wenn die Fraktion der Die Linke eine Abordnung der Wohnungslosen in den Bundestag einladen würde, um über die Lage von Wohnungslosen aus erster Hand zu erfahren.

Jürgen Weber

20190411 Armutskongress Berlin Foto Stephanie von BeckerBaustelle Deutschland. Solidarisch anpacken! - war das Motto des Armutskongresses 2019, der am 10. und 11. April 2019 in Berlin stattfand. Mehr als 500 Teilnehmer*innen aus Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Politik und Medien haben sich an zwei Tagen mit den sozialpolitischen Dauerbaustellen und Potenzialen für eine wirksame Armutsbekämpfung beschäftigt, Forderungen formuliert und Lösungen entwickelt.

Menschen aus dem Netzwerk der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen waren dabei zahlreich vertreten, wie das Foto zeigt.

Im Uhrzeigersinn von links unten nach rechts unten sind zu sehen: Werner (Berlin), Karsten (Mainz), Hari (Freistatt), Stefan (Berlin), Uwe (Lüneburg), Dirk (Freistatt), Corinna (Pforzheim), Jürgen (Potsdam), Markus (Frankfurt) und David (Leizig). Nicht auf dem Foto sind Michael (Berlin), Dietlind (Berlin) und Regina (Wien).

Einen ausführlichen Kongressbericht gibt es von Hari auf dem Portal der Freistätter Online Zeitung.

https://wohnungslos.info/2019/04/der-armutskongress-2019-die-bedeutung-liegt-in-der-zukunft/

Dennoch gab es eine Reihe von Schwierigkeiten: Uwe aus Lüneburg kam mit seinem Hund Arco nicht in die Veranstaltung hinein, obwohl Uwe das bereits bei der Anmeldung mitgeteilt hatte. Wir mussten also am ersten Tag wechselweise draußen auf Arco aufpassen, damit Uwe wenigstens einen Teil des Programms mitnehmen konnte. Für den zweiten Tag konnte Uwe einen Hundesitter organisieren.

Teilweise hatte sich die Nationale Armutskonferenz nicht gut genug um die beantragten Fahrtkostenerstattungen gekümmert, sodaß es auch hier einige Irritationen gab: Wie sollen arme und wohnungslose Menschen an einer solchen Veranstaltung teilnehmen können, wenn ihnen nicht die Reisekosten - und zwar am besten vorab - erstattet wird oder ihnen eine Fahrkarte organisiert wird. Das ist sicherlich verbesserungsfähig.

Und schließlich: Es wurde viel zu viel über wohnungslose Menschen und nicht nicht mit wohnunglsosen Menschen geredet: Heribert Prantl, Werena Rosenke (BAG Wohnungslosenhilfe), Sabine Bösing (BAG Wohnungslosenhilfe) und viele andere sprachen über wohnungslose Menschen - und die zahlreichen im Auditorium sitzenden wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen kamen gar nicht richtig zu Wort.

Nach den überwiegend im Vortragsstil abgehaltenen Veranstaltungen war die Zeit knapp und es gab eine Art Wettlauf in Auditorium darum, dann auch noch etwas sagen zu können. Eine Herangehensweise, wie wir in der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen schon größtenteils überwunden haben. In den einzelnen Workshop was das teilweise etwas besser.

In der Videodokumentation vom Kongress wurde das wieder halbwegs gut gemacht - Uwe von der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen kam immerhin ab Minute 1'22 kurz zu Wort. Wollen wir mal hoffen, dass die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen beim nächsten Kongress gleich bei der Planung mit einbezogen wird.

Die kurze Video-Doku über den Armutskongress 2019 ist hier zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=DXBq3AkgxN8&

Vielen Dank allen, die daran teilgenommen haben und vielen Dank auch an Stephanie von Becker für das schöne Gruppenfoto.

Stefan Schneider

Europa als FingerabdruckAm Sonntag, den 26.05.2019 finden Wahlen zum Europa-Parlament statt.

Wir von der Selbstvertretung wohnungsloser sagen: "Armut kennt keine Grenzen!" - Das heißt im Umkehrschluss, dass es auch überall in Europa Unterstützung und Hilfen für wohnungslose Menschen geben sollte, am besten ein schneller Zugang zu einer eigenen und bezahlbaren Wohnung! Leider ist das meistens Gegenteil der Fall und in vielen Ländern werden Menschen, die auf der Straße leben müssen, kriminalisiert und drangsaliert.

Auch wenn sehr viel über die Macht oder die Ohnmacht des Europa-Parlamentes debattiert wird, ist es nicht egal, welche Menschen und Parteien dort hinein gewählt werden. Sind es Menschen, die die Interessen der Wirtschaft vertreten oder sind es Menschen und Parteien, die Armut und Wohnungslosigkeit bekämpfen wollen und sich für ein soziale Europa einsetzen. Deshalb rufen viele Menschen dazu auf: Geht wählen!

Auch wohnungslose Menschen, die keine feste Adresse haben, können sich in das Wählerverzeichnis eintragen lassen und mitwählen.

Eine Broschüre in leichter Sprache, die von der Arbeiterwohlfahrt in Bremen erstellt worden ist, erklärt, wie es geht.

Vielen Dank dafür!

 Informationen zur Europa-Wahl

Europa-Wahl 2019 - Infos für wohnungslose Menschen.pdf

2019 03 flyer selbstvertretung vorneSeit längerem wurden bei Akteuren aus dem Netzwerk der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen Stimmen laut, die sagten: Wir benötigen etwas, das wir Gesprächspartnern in die Hand drücken können.Ein Heft, eine Broschüre, irgendetwas. Denn es gibt viele Gelegenheiten, über die Selbstvertretung zu informieren:

  • Andere wohnungslose oder ehemals wohnungslose Menschen, die mitwirken möchten,
  • Akteure aus den Angeboten der Wohnungslosenhilfe, die das Vorhaben unterstützen könnten,
  • Menschen, die gerne Geld spenden möchten,
  • mögliche Kooperationspartner aus Kultur, Politik und Wissenschaft oder
  • Menschen von den Medien.

In Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten ist jetzt ein erster Fyler der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen fertig.

Inhalt

Der Flyer enthält

  • den Namen (Selbstvertretung wohnungsloser Menschen)
  • das Logo (Abwandlung einer Zeichnung von Hans Tombrock)
  • die Nennung der Kooperationspartner Armutsnetzwerk e.V. und Homeless in Europe (HOPE)
  • die Adresse und eine Kontakt-Email-Adresse
  • das Spendenkonto (ganz wichtig: Stichwort nicht vergessen!)
  • die Nennung der wichtigsten Unterstützer (Aktion Mensch, Sozialministerium Niedersachsen, Stiftung Bethel, Diakonisches Werk)
  • das Leitbild, das sich die Selbstvertretung 2017 gegeben hat
  • eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Forderungen (aus dem 5-Punkte-Programm vom Wohnungslosentreffen 2017)
  • Fotos (vielen Dank an Norbert Brandt aus Edewecht)
  • sowie, ganz wichtig, eine Bemerkung: Dieser Flyer wurde Ihnen überreicht von .... Damit könnt Ihr gerne diesen Flyer mit Euren Daten ausfüllen, damit alle, die den Flyer bekommen, von wem sie ihn erhalten haben.

Bestellung

Flyer können bestellt werden per email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

2019 03 flyer selbstvertretung hinten

Bitte sage Bescheid, wie viele Du brauchst und an welche Anschrift wir die schicken sollen.

Wer nicht so lange warten kann, hat hier auch die Möglichkeit, sich den Flyer selbst auszudrucken.

Und jetzt viel Spaß beim Netzwerken!

Frohes Schaffen,

Stefan (Berlin)

Download zum Selberdrucken

2019_03_flyer_selbstvertretung_klein.pdf

2019_03_flyer_selbstvertretung_gross.pdf

Vorstellung Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

Freistatt/Pforzheim 27.03.2019:

20190326 Frauentagung Weimar - Foto Alexandra KempenAm 26.03.2019 hatte die Frauengruppe der Selbsthilfeorganisation „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“ im Rahmen der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. Frauentagung „Kein Platz nirgends!? - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels“ vor rund 180 Teilnehmerinnen der Wohnungslosenhilfen in Weimar die Möglichkeit ihre Gruppe und die Arbeit im Rahmen einer 15minütigen Präsentation vorzustellen. Moderiert wurde die Präsentation von der stellvertretenden Geschäftsführerin der BAG W Sabine Bösing.

Die Frauengruppe, bestehend aus rund 25 Frauen aus dem deutschsprachigen Raum und weiteren Regionen Europas, gründete sich bereits 2016 auf den jährlich, in der letzten Juliwoche, stattfindenden Sommercamps von wohnungslosen Menschen. Diese Camps fanden bisher in Freistatt/Niedersachsen statt und sollen bundesweit ausgeweitet werden. Auf den Wohnungslosentreffen werden vielfältige Workshops angeboten, welche von den Teilnehmenden wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen selbst aktiv gestaltet werden um einerseits eigene Lösungsmöglichkeiten für ihre Probleme zu erarbeiten und andererseits die Politik darauf aufmerksam zu machen, endlich zu handeln.

Ziele der Frauengruppe sind
• das Selbstbewusstsein der Frauen stärken um sich selbst für ihre Rechte einzusetzen
• Überwindung von Armut, Ausgrenzung, Missbrauch, Entrechtung und Wohnungslosigkeit
• Verbesserung konkreter Lebenssituationen

Hanne-Lore Schuh aus Lüneburg, Ilse Kramer aus Köln und Corinna Lenhart aus Pforzheim, selbst ehemalige wohnungslose Frauen, berichteten von ihren Aktionen und Aktivitäten. Weitere Teilnehmerinnen von der Selbstvertretung waren Alexandra (Frankfurt) und Regina (Wien). So startete 2016 z. B. eine Unterschriftenliste „Keine Frau, kein Kind, keine Seniorin müssen auf der Straße leben“ mit Infoständen in 18 bundesweiten Städten um auf die vielfältigen Probleme von wohnungslosen Frauen aufmerksam zu machen. Wohnungslose Frauen gibt es schließlich nicht nur an Weihnachten, sondern ganzjährig.

Die „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“ wünscht eine Zusammenarbeit mit den Tagesstätten, Einrichtungen, der Sozialen Arbeit in Hochschulen und weiteren Institutionen der Wohnungslosenhilfe.

In Zeiten des Wohnungsmangels wünschen wir uns, dass alle Einrichtungen, Menschen in besonderen Lebenslagen, Sozialarbeiter, Straßenzeitungen zusammenarbeiten und die Augen offen halten um nach geeignetem leerstehenden Wohnraum zu suchen und sich ggf. mit den zuständigen kommunalen Stellen und Vermietern in Verbindung setzen und nachfragen ob es eine Möglichkeit gibt diesen Raum zu akquirieren. Auf diese Weise kann man evtl. einem Abriss des Wohnraums entgegensteuern und Luxussanierungen vermeiden.

Bei Sanierungen von Wohnungen wünschen wir uns dass wohnungslose Menschen in die Projekte mit einbezogen werden um gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft diese Wohnungen nach ihren Bedürfnissen und Wünschen herzurichten.

Weitere Informationen zu unseren Aktivitäten finden Sie unter www.wohnungslosentreffen.de

Ein ausführlicher Tagungsbericht ist hier zu finden: http://www.wohnungslosentreffen.de/blog/151-bagw-frauentagung-2019.html

Corinna Lenhart

Kontakt:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BAGW Frauentagung: „Kein Platz nirgends!“ - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels am 25./26. März 2019 in Weimar - Bericht von Corinna

Vorab: Thema Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen - Das Speed-Geeking (Kurzvorstellung) der Selbstvertretung am zweiten Tag der Tagung kam bei den Teilnehmerinnen der Tagung gut an. Ilse (Köln), Hanne-Lore (Lüneburg) und Corinna (Pforzheim) traten als Sprecherinnen auf und wurden von Sabine Bösing als Moderatorin begleitet. Sie berichteten über die Entstehung der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen, die Ziele und den verschiedenen bisherigen Aktionen der Frauengruppe. Corinna wies auch mehrfach darauf hin, dass wir die Zusammenarbeit von Tagesstätten, Einrichtungen und sonstigen Institutionen der Wohnungslosenhilfe wünschen. Außerdem wiesen wir darauf hin, dass jeder der Teilnehmerinnen darauf achten sollen wo es leerstehende Wohnungen, Häuser und Immobilien gibt und sich mit der Kommunalverwaltung, Vermietern in Verbindung zu setzen ob die Wohnungslosenhilfe die Wohnungen nicht akquirieren kann. Auf diese Weise kann man gegebenenfalls Wohnraum vor dem Abriss schützen und Spekulanten einen Riegel vorschieben um Luxussanierungen zu vermeiden.

Und hier der gesamte Tagungsbericht:

Um 13.30 Uhr ging die BAG W Tagung „Kein Platz nirgends!“ - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels im Leonardo-Hotel in Weimar los. Sie findet im Goethesaal des Hotels „Leonardo“ mit 180 internationalen Teilnehmerinnen statt.Die Tagung wurde am 25. März durch den MDR Region Thüringen begleitet.

Die Tagung beschäftigte sich mit den Herausforderungen einer frauengerechten Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Mangels an geeignetem und bezahlbarem Wohnraum. Die mangelnde Wohnraumversorgung führt zu erschwerten Bedingungen in der alltäglichen Arbeit. Die Verweildauer in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe nimmt zu, da eine Vermittlung in den regulären Wohnungsmarkt kaum möglich ist. Immer mehr Frauen mit Kindern und Familien sind von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht. Auf Grundlage von vorliegenden Daten und Praxisberichten zeigt sich, dass wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen anderen Unterstützungsbedarf aufzeigen als Männer. Es sind Themen wie verdeckte Wohnungslosigkeit (Unterschlupf bei Freunden), Gewalterfahrung und der Umgang mit Kindern, die berücksichtigt werden müssen und wofür sichere Räume benötigt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade die angespannte Wohnraumversorgung dafür sorgt, dass frauengerechte Hilfeangebote in Frage gestellt werden.

Frau Karin Kühn, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsloser, weist in ihrer Begrüßung darauf hin, dass der Titel der Tagung sehr viel Interesse ausgelöst hat. Leider konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Sie stellte auch die rhetorische Frage „Gibt es noch Herausforderungen im frauenspezifischen Bereich der Wohnungslosenhilfe?“ Immerhin liegt schon seit Jahren der Anteil der wohnungslosen Frauen zwischen 20 und 30 %. Die Tendenz ist auf Grund des angespannten Wohnungsmarktes steigend. Es sind auch immer mehr Frauen mit Kindern betroffen. Deshalb sind auch die Zeiträume in denen Frauen in Einrichtungen verweilen immer länger. Waren es in den 1990er Jahren noch ca. 2 Monate sind es heute bis zu 5 Jahren. Deshalb gibt es in vielen Einrichtungen auch keine speziellen Frauenräume für akute Notfälle. Das Gegenteil ist hier sogar der Fall: Immer mehr Angebote werden abgebaut und eingestellt.

Die Wohnungslosenhilfe Aachen berichtet, dass sie gar keine Räumlichkeiten für Frauen mehr haben. Wohnungslose Frauen müssen hier warten bis die Nachtruhe um 22 Uhr eintritt und die Männer im Bett sind. Erst dann dürfen die Frauen in die Einrichtung. Die Mitarbeiter räumen dann je nach Bedarf die Frühstückstische im Aufenthaltsraum beiseite und stellen Feldbetten auf. Am anderen Morgen werden die Frauen in aller Herrgottfrühe geweckt, damit der Raum für das Frühstück hergerichtet werden kann.

Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAGW begrüßt ebenfalls alle Anwesenden und bemerkt: „Es ist eine der größten Tagung bisher.“
Sie bemängelt dass „Housing first“ auf Grund des Wohnraummangels nicht machbar ist. Wir können die Wohnungslosen nicht unterbringen, es sind keine Wohnungen da.

In ihrem Impulsvortrag“Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Mangels“ ging Werena darauf ein dass schon 2012 die BAGW ein Papier herausgebracht hat, welches die Lebenslagen und Anforderungen für bedarfsgerechte Hilfe der Frauen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot betrachtet. Darin heißt es: „Um die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von wohnungslosen Frauen und Männern zu berücksichtigen und eine geschlechtssensible Perspektive in Analyse und Schlussfolgerungen für die Hilfepraxis sicherzustellen, sollen die Lebenslagen und Hilfebedarfe der betroffenen Frauen betrachtet werden. Dieses Prinzip der geschlechtsdifferenten Betrachtung, des sog. Gender-Mainstreaming ist die (RE-) Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung grundsatzpolitischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepten auf allen Ebenen und Phasen durch alle an politischen Entscheidungsprozessen Beteiligte einzubringen.

Gender-Mainstreaming ist in diesem Sinn eine Strategie zur systematischen Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangssituationen von Frauen und Männern in allen Politikbereichen und Prozessen bei der Planung, Umsetzung und Bewertung der Maßnahmen. Das Konzept des Gender-Mainstreaming bedeutet, Chancengleichheit in allen Bereichen zu integrieren und zu analysieren, wie sich Entscheidungen auf die unterschiedlichen Lebenssituationen auswirken.“

An dieser Aussage und Betrachtungsweise des Gender-Mainstreamings hat sich bis heute nichts geändert. Noch immer werden die Bedarfe der Wohnungslosenhilfe an den überwiegend männlichen Wohnungslosen ausgerichtet obwohl die weibliche/familiäre Wohnungslosigkeit (rund 25 % der Wohnungslosen) immer mehr zunimmt.

Zu diesem Thema gab es auch einen Workshop, welcher von der SOZPÄDAL (sozialpädagogische Alternativen) Karlsruhe angeboten wurde. Lissi Hohnerlein als Referentin meinte dazu: „Man will diese Thematik nicht mehr ansprechen, weil immer dasselbe gesagt wird.“

SOZPÄDAL hat im ambulanten Bereich verschiedene Angebote und hat die Gleichstellungsbeauftragte mit im Boot. Die Einrichtung speziell für Frauen führt sozialpädagogische Projekte durch, um sozial benachteiligte Personen und Personengruppen zu fördern. Dabei geht es vor allem um Menschen, die vom öffentlichen Hilfesystem nicht mehr erfasst werden. Die Projekte sind:

• BOW: Bürgerinnen ohne Wohnungen
• Frauen: Projekte für Frauen
• junge Wohnungslose: Projekte für junge Erwachsene (bis 25 Jahren)
• Jugendhilfe: Wohnen mit intensiver sozialer Einzelbetreuung

Warum ein extra frauenspezifischer Ansatz?
• Männer und Frauen haben unterschiedliche Lebensbedingungen
• Frauen meiden die Öffentlichkeit

Frauenförderung bedeutet:
• Die Auseinandersetzung mit frauenspezifischen Sozialisationsbedingungen, ihrer Lebens- und Berufsqualitäten
• Auseinandersetzung muss dazu führen, dass Lösungen zur Behebung der aktuellen Not gefunden werden, aber auch zu Verbesserungen der Lebenssituation

Ziele und Aufgaben:
• Schaffung und Erhalt eines flächendeckenden Angebot
• nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen

Entwicklung von Strategie
Bekämpfung der Diskriminierung
Partizipation als Grundprinzip auf allen Ebenen

Standards/Maßnahmen
• Flächendeckende niedrigschwellige Angebote
• Präventive Hilfen
• Hilfen für Frauen mit Kindern
• Hilfen in gewaltgeprägten Lebenslagen
• frauengerechte Wohnungslosen- und Sozialpolitik

Lissy Hohnerlein berichtete in ihrem Workshop dass man in Karlsruhe bis vor 10 Jahren jeden Wohnungslosen, insbesondere Frauen mit Kindern und/oder Familien, ordnungsrechtlich unterbringen konnte. Dies kann man aktuell, auf Grund des angespannten Wohnungsmarktes, nicht mehr leisten. Deshalb benötigt man eine frauengerechte/familiengerechte Wohnungslosen- und Sozialpolitik.

In diesem Workshop ging es aber nicht allein darum die Fakten kennenzulernen, sondern in erster Linie auch darum Lösungsansätze – auch utopische – zu erarbeiten. Was wünschen wir uns für die Zukunft? Hier wurde zwischen 3 verschiedenen Regionen unterschieden:
• ländliche Region
• Städte zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern
• Großstädte über 100.000 Einwohnern

Ländliche Region:
• Kampagne Wohnraumakquise
• Prämie für die Stadt welche Wohnraum zur Verfügung stellen kann
• geschlechtsspezifische Angebote
• aktive Wohnungsmarktpolitik
• dezentrale Angebote in der Wohnungslosenhilfe
• Aufbau von Netzwerken

Städte bis 100.000 Einwohnern
• Einführung Sozialticket
• zentrale Angebote
• engagierte Politiker mit Herz
• gute Vernetzung zu Wohnungswirtschaft
• öffentliche Kontingente bei Wohnungsbau
• Unterstützung bei Klagen
• bessere Unterbringung für Frauen mit Kindern/Familien
• mehr Wohnraum

Großstädte
• niedrigschwellige Angebote
• spezielle Einrichtungen für Sucht und andere Lebenslagen
• Jobcentermitarbeiter sensibilisieren
• spezielle Notübernachtungen für Frauen
• ausreichende Nachsorge
• Unterbringung für Frauen mit Tieren
• Unterbringung für Frauen mit Auffälligkeiten (psychische Erkrankungen, etc)
• Bedarf für junge Frauen
• Bedarf für osteuropäische Frauen
• Sprachkurse
• Wohnraumakquise
• housing first

Zwei Projektbeispiele
• Die Privatinitiative Heimstatt in Esslingen
Wer keine Wohnung mehr hat, ist vom Wohnungsmarkt - selbst bei entspannten Bedingungen - weitgehend ausgeschlossen und chancenlos. Ein Leben in Würde ist damit fast unmöglich.
Mit einem Wohnraumhilfesystem will Heimstatt Esslingen Hilfe zur Selbsthilfe für diesen Personenkreis leisten. Zielrichtung ist dabei die Verbesserung der Marktchancen von Benachteiligten auf dem freien Wohnungsmarkt.
Alleinstehende Frauen, welche in einer großen Wohnung leben, können auf freiwilliger Basis wohnungslosen Frauen ein Zimmer vermieten. So kann jede wohnungslose Frau von der Platte zu einer menschenwürdigen Unterkunft kommen.
www.heimstatt-esslingen.de/templates/heimstatt/film.html

• Düsseldorf – fiftyfifty Projekt „Housing first“
Das Obdachlosenmagazin fiftyfifty geht seit dem Jahr 2014 neue Wege in der Betreuung wohnungsloser Menschen. Nach dem Kauf von Immobilien vermieten das Straßenmagazin Appartments an Obdachlose und gibt ihnen damit eine Chance. Das Projekt überzeugte viele Künstler, allen voran Gerhard Richter, die durch gespendete Kunstwerke die Finanzierung ermöglichten. Durch Initiative der Landesregierung NRW und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband soll „Housing First“ nun in ganz NRW ermöglicht werden.
Fiftyfitfty Sozialarbeiterin Julia von Lindern weiß, dass der größte Wunsch von vielen Obdachlosen eine eigenen Wohnung ist, um darin ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch in Städten wie Düsseldorf ist Wohnraum knapp und teuer und kaum ein Vermieter gibt Obdachlosen eine Chance. Die Vorbehalte sind groß. Das hat fiftyfifty erkannt und steuert seit vier Jahren dagegen. Der Verein überzeugte viele namhafte Künstler vom Projekt „Housing First“, bei dem fiftyfifty über ihren Trägerverein Asphalt Wohnungen kauft und an Obdachlose vermietet. Die neuen Mieter erhalten nicht nur Unterstützung bei der Einrichtung, sie werden auch weiter sozial betreut. Denn die eigene Wohnung löst nicht alle Probleme. Aber eigene vier Wände sind der erste Schritt in die Normalität und das gibt die Kraft, auch andere Themen wie Sucht oder Arbeitslosigkeit anzugehen.
48 Wohnungen für 53 Menschen konnten bereits durch fiftyfifty realisiert werden. Bewusst im ganzen Stadtgebiet verstreut. Ein Erfolg, der aber bei weitem nicht ausreicht, um den geschätzt 2000 Wohnungslosen in Düsseldorf zu helfen. Genaue Zahlen gibt es nicht, da nicht alle Wohnungslosen gemeldet sind. www.report-d.de/Duesseldorf/Aktuelles/Duesseldorf-fiftyfifty-Projekt-Housing-First-bald-in-ganz-NRW-98190

Die Wohnungsnot hat sich nicht verbessert, sondern immer mehr verschlechtert. In Karlsruhe konnte man bis vor 10 Jahren wohnungslose Frauen immer allein in einem Zimmer ordnungsrechtlich unterbringen. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Man bemüht sich darum wohnungslose Frauen in Doppelzimmern zu beherbergen. Teilweise ist dies sehr schwierig, vor allem dann, wenn sie ein gemeinsames Bett teilen müssen.

Die Wohnungslosenhilfe im Osten fühlen sich von der Tagung nicht angesprochen. Hier gibt es derartige Angebote nicht, obwohl es genügend wohnungslose Frauen gibt.

Welche Forderungen ergeben sich daraus?
• In der ordnungsrechtlichen Unterbringung muss es in Zukunft eine separate Unterbringung für Frauen geben
• tragfähige Netzwerke müssen gebildet werden
• personelle, finanzielle und räumliche Verbesserungen
• Stärkung der Prävention: Flächendeckender Ausbau der Hilfen in der ambulanten Beratung

Workshop Istanbul Konvention
Ziele und Inhalte der Konvention
Die Konvention verfolgt unter anderem die Ziele, Betroffene vor Gewalt zu schützen, einen Beitrag zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zu leisten und mit umfassenden politischen und sonstigen Maßnahmen den Rahmen für die Gewährleistung von Schutz und Unterstützung der Betroffenen sowie der Strafverfolgung der Täter und Täterinnen zu schaffen (Artikel 1).

Um einen umfassenden Ansatz bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu gewährleisten, umfasst der Konventionstext alle Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen – körperliche, seelische und sexuelle Gewalt -, aber auch Stalking, Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratung.

Dabei wird der Begriff Gewalt weit gefasst und als eine Menschenrechtsverletzung sowie eine Form der Diskriminierung der Frau definiert, die alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt umfasst, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen (Artikel 3). Einen besonderen Fokus legt die Konvention auf häusliche Gewalt und schließt hier betroffene Männer und Kinder mit ein (Artikel 2).

Das Übereinkommen verpflichtet die Staaten zu umfassenden Maßnahmen in allen Bereichen, von der Prävention (Kapitel III), über Unterstützungsangebote (Kapitel IV) bis hin zum Straf-, Zivil- und Ausländerrecht (Kapitel V, VI, VII).

Eine zehn- bis 15-köpfige Expertengruppe für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Group of experts on action against violence against women and domestic violence, GREVIO) wird die Umsetzung des Übereinkommens durch die Vertragsparteien überwachen. Der GREVIO-Ausschuss kann in Situationen schwerer oder systematischer Gewalt gegen Frauen auch Eiluntersuchungen vor Ort vornehmen.

Speed-Geeking

Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

Das Speed-Geeking der Selbstvertretung kam bei den Teilnehmerinnen der Tagung gut an. Ilse, Hanne-Lore und Corinna traten als Sprecherinnen auf und wurden von Sabine Bösing als Moderatorin begleitet. Sie berichteten über die Entstehung der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen, die Ziele und den verschiedenen bisherigen Aktionen der Frauengruppe. Corinna wies auch mehrfach darauf hin, dass wir die Zusammenarbeit von Tagesstätten, Einrichtungen und sonstigen Institutionen der Wohnungslosenhilfe wünschen. Außerdem wiesen wir darauf hin, dass jeder der Teilnehmerinnen darauf achten sollen wo es leerstehende Wohnungen, Häuser und Immobilien gibt und sich mit der Kommunalverwaltung, Vermietern in Verbindung zu setzen ob die Wohnungslosenhilfe die Wohnungen nicht akquirieren kann. Auf diese Weise kann man gegebenenfalls Wohnraum vor dem Abriss schützen und Spekulanten einen Riegel vorschieben um Luxussanierungen zu vermeiden.

Containerprojekt für wohnungslose Frauen

Die Caritas Hamburg, Projektleitung Andrea Hniopek, stellt ihr Containerprojekt für wohnungslose Frauen vor. Es ist ein Kooperationsprojekt des Hamburger Caritasverbandes und der Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Angeboten wird:
• Beratung und Begleitung durch Studierende der HAW
• Unterbringung für Frauen über 18 Jahren in Einzelcontainern
• Frühstück mit den Bewohnerinnen am Wochenende
• Bürozeiten 2 mal täglich

Im Anschluss daran erläuterte Werena Rosenke für die zahlreichen Neu-Teilnehmerinnen die Struktur der BAGW.

Als Schluss-Impulsvortrag ging Dr. Claudia Wallner aus Münster auf das breitgefächerte Thema Frauenarmut ein. Sie erläuterte die Ursachen von Frauenarmut und deren Auswirkungen im Alter an Hand der gesellschaftlichen Probleme – von der Versorgungsehe in den 1950/60er Jahren bis zur modernen Partnerschaft heute

Corinna Lenhart

Mein Bericht vom Public Health Kongress Armut & Gesundheit zu Berlin 2019 - von Karsten (Mainz)

Kongress Armut und Gesundheit - Foto Lena PlampPünktlich nach dem Frühstück fuhren Dietlinde (Berlin), Hund Jerry Lee (Potsdam), Tim (Langenhagen), Karsten (Mainz) und unser Fahrer Jürgen (Potsdam) Richtung Berlin. In Langenhagen verabschiedeten wir uns von Tim. Von nun an ging es zielstrebig gen Berlin. Es war geplant, dass wir bis Potsdam fahren und den Restweg nach Berlin mit dem ÖPNV. Jürgen sah es nicht ein und kutschierte uns bis vor das Tor der Regenbogenfabrik in Kreuzberg. Dielinde fuhr nach Pankow und Jürgen mit Hund Jerry Lee nach Potsdam. In der www.regenbogenfabrik.de ging es erst mal zur Anmeldung und Zimmerbeziehen im Hostel. Zwischenzeitlich war auch schon Tina (Köln) eingetroffen. Abends war im hauseigenem Kino eine Vorlesung von Richard Brox und Unter Null, ein Dokumentarfilm von Günter Wallraff, mit anschliessender Diskussionsrunde.

Am nächsten Morgen machten wir beide - eigentlich sollte Richard noch mit, er aber wollte nicht, uns auf zur Technischen Universität. Wir meldeten uns an , bekamen unsere Namensschilder, die grosse Programmappe und machten uns sodann auf die Suche nach unserem Hörsaal. Nach der Mittagspause , die Speisen und Getränke mussten selbst erworben werden, besuchten wir im Hörsaal 2032 die Podiumsdiskussion mit dem Thema: "Recht auf Gesundheit für Menschen in einer Wohnungsnotfallsituation". Dort trafen wir - gut gelaunt -, Stefan Schneider. Was uns verwunderte, diese Podiumsdiskussion beinhaltete die selbe Thematik wie unser Vortrag, der ja noch kommen sollte.

Nun ging es in den Hörsaal 2038. Das Fachforum :"Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen".
Moderartion: Dr. Stefan Schneider
Input: Tina (Köln)
Karsten (Mainz)
Leider nicht anwesend: Jürgen (Potsdam)(musste arbeiten)
Dietmar (Köln)(war krank)

Es war ein kleiner Hörsaal und mit ca. 25 Zuhörer*innen, vom Studierenden bis hin zum Professor, besucht.
Als endlich Ruhe einkehrte stellte Stefan das Ensemble erstmal vor. Danach beschrieb er das Projekt der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und zeigte zwei Kurzfilme vom WLT 2016 und vom WLT 2018, um den Zuhörern mal einen Einblick zu geben, was es mit dem Sommercamp auf sich hat. Er gab auch noch zu erkennen, dass sich innerhalb dieser 2 Jahre schon eine gewisse Reife und Fortschritte gezeigt hätten.Stefan gab uns das Wort. Tina trug dann den Punkt 3 unseres 5 Punkteplans vom WLT 2018 vor.

3. medizinische Versorgung

Es gibt viele Gründe, warum medizinische Angebote von wohnungslosen Menschen nicht in Anspruch genommen werden. Angst, Scham, fehlendes Vertrauen, weite Entfernung, körperliche bzw. psychische Unfähigkeit, finanzielle Probleme, Sprachprobleme, fehlende Krankheitswahrnehmung, Suche nach einem Schlafplatz, organisatorische Gründe (Wo ist eine Arztpraxis, sorge um Besitz), Einhalten von Terminen, Verbot von Alkohol- und Drogenkonsum, mangelnde Kooperation, lückenhafte Vorerkrankungen, medizinische Amnesie, fehlende Kommunikation (Telefon / Internet) und zu guter Letzt der fehlende Ausweis. (siehe ETOS)

Um die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen zu verbessern, fordern wir:

  • Wir fordern eine Krankenkasse für alle (Beispiel Kanada)
  • Keine Behandlungsunterschiede zwischen Wohnungslosen und nicht Wohnungslosen
  • Mehr Arztmobile für eine vor Ort Versorgung
  • Bessere finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen
  • Kostenlose Medikamente durch z.B. Pharmafirmen, die solche an Verteiler wie Apotheken und Arztpraxen ausgeben.
  • Einhaltung des hippokratischen Eides bei Ärzten und Krankenhäusern
  • Vollständige Genesung in Krankenhäusern
  • Nicht nur Akut- Versorgung, sondern auch Behandlung von chronischen Erkrankungen
  • Bessere Versorgung von psychisch erkrankten Wohnungslosen

Wir verweisen auf Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetztes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ sowie auf Artikel 2, Absatz des des GG: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ ,denn

!Gesundheit ist ein Menschenrecht!

Ich erklärte noch einige Punkte am Beispiel Kanada, indem ich auf die Prinzipen der Basis der obligatorischen Krankenversicherung von 1957 hinwies.

Grundlage der obligatorischen Krankenversicherung sind fünf Prinzipien, die in den beiden zentralen Bundesgesetzen (Hospital Insurance and Diagnostic Service Act von 1957 und Medical Care Act von 1966) festgeschrieben wurden:

  • eine universelle Abdeckung der Bevölkerung;
  • ein umfassender Krankenversicherungsschutz für notwendige Leistungen;
  • ein für die Bevölkerung zumutbarer Zugang zu den notwendigen medizinischen Leistungen;
  • die Übertragbarkeit des Versicherungsschutzes bei Wohnortwechsel sowie
  • die öffentliche (provinzial- bzw. territorialstaatliche) Verwaltung der obligatorischen und nicht gewinnorientierten Krankenversicherung.

Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-36-1997/titel-36-1997/

Ferner noch die Leistungen des Medicare.

Medicare kann von kanadischen Staatsbürgern und permanent residents in Anspruch genommen werden. Besucher dürfen nur in bestimmten Ausnahmefällen von Medicare Gebrauch machen. Folgende Leistungen werden durch Medicare übernommen:

  • Beratungsgebühren von Ärzten oder Spezialisten,
  • Tests und Untersuchungen, die zur Krankheitsbekämpfung notwendig sind;
  • auch Röntgenaufnahmen und die meisten pathologischen Tests,
  • die Kosten für die augenärztliche Untersuchung,
  • die meisten operativen und andere therapeutische, durch Ärzte durchgeführte Eingriffe,
  • die Kosten für einen Aufenthalt in einem Krankenhaus,
  • die meisten Impfungen,
  • der Besuch beim Augenarzt, wobei der reguläre Sehtest nur alle zwei Jahre bezahlt wird,
  • psychiatrische Behandlungen.

 Quelle :https://www.justlanded.com/deutsch/Kanada/Artikel/Gesundheit/Das-oeffentliche-Gesundheitssystem-in-Kanada

Zum Abschluss gaben wir das Wort unseren Zuhörern. Da wurde zB. gefragt:

  • "Wer bezahlt bei Krankheit ?"
  • "Haben Sie Erfahrungen mit dem Gesundheitsamt ?"
  • "Gibt es eine Studie über Public Health ?"
  • " Wie sieht es in Südosteuropa aus, z.B. Bulgarien, Rumänien etc.)?"

Wir versuchten, so gut wie möglich darauf einzugehen. Auf einige Fragen waren wir nicht vorbereitet. Diese Fragen blieben offen. Es wäre eine Aufgabe für uns das ganze mal näher zu erforschen.

Somit lösten wir nach fast 80 min die Runde auf. Wir bedankten uns. Es wurde applaudiert.

Karsten Dunzweiler März 2019

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