Die kommenden Tage am Jahresende sind Feiertage. Feiertage sind gerade für Menschen auf der Straße eine schwierige Zeit. Fast alle Geschäfte haben geschlossen, deutlich weniger Menschen, die man um Geld bitten könnte, sind unterwegs. Die, die Geld haben, nutzen oft die Zeit für einen Kurzurlaub oder verschanzen sich in ihren Wohnungen oder in ihren Häusern, abgeschottet hinter Zäunen, Hecken und blickdichten Vorhängen. Wer einsam ist, wird sich in diesen Tagen besonders einsam fühlen, wer sich verlassen fühlt, wird sich besonders verlassen fühlen. Die ganzen Feiern für Obdachlose der vergangenen Wochen sind vorbei, und fast scheint es so, als wären diese Feiern nur deshalb veranstaltet worden, um ein Alibi dafür zu haben, sich während der Feiertage aus dem Staub machen zu können.

Altdorfer Heilige NachtDie Feiertage gibt es, weil die christlichen Religionen ein wichtiges Fest feiern. Bei diesem Fest geht es um die seltsame Story, dass in der Gegend von Palästina eine Frau namens Maria schwanger ist. Es ist nicht ganz klar, von wem. Ihr Verlobter Josef aus einer Ortschaft namens Nazareth muß wegen einer behördlichen Anordnung in seine Heimatstadt Bethlehem reisen und nimmt seine hochschwangere Frau mit. Angeblich finden sie dort keine Unterkunft, so dass sie das Kind, das dort geboren wird, windeln und in einen Futterbehälter für Tiere legen müssen. So hat es ein Mann namens Lukas einige Jahrzehnte nach den Ereignissen, die um die Zeitenwende spielen, aufgeschrieben. (Lk 2,7 EU).

Die Geschichte ist wahrscheinlich Fake News. Lukas will damit klar machen, dass eine Vorhersage der jüdischen Religion in Erfüllung gegangen ist. Ein Autor namens Micha sagt, dass ein kommender regionaler Anführer aus der Ortschaft Bethlehem hervorgehen soll (Mi 5,1 EU). Also muss die Geschichte irgendwie dorthin verlagert werden. Später tingelt dieser Jesus wie viele andere in jener Zeit auch als Wanderprediger durch die Gegend und wird gefoltert und ermordet. Aber das ahnt damals noch niemand.

Der Maler Albrecht Altdorfer hat im Jahr 1511 davon inspiriert dieses Bild gemalt. Es zeigt, wie er sich die von Lukus erzählte Geschichte vorstellt. Die Famlie drückt sich in mondklarer und wahrscheinlich kalter Nacht in einem verfallenen, einsturzgefährdeten Gebäude herum. Sie sind in einer menschenunwürdigen Situation, ihnen fehlt es am Nötigsten. Es gibt keinen geschützen Raum, keinen wärmenden Kamin, kein weiches Bett, keinen Tisch, keinen Stuhl, keine Decken, keine Nahrung. Es fehlt ihnen an allem.

Bei dem Projekt Wohnungslosentreffen geht es genau um Menschen, die keine Wohnung, kein Zuhause haben oder hatten, denen es am Nötigsten fehlt. Einige, die bei uns mitmachen, sind in diesen Tagen in genau dieser Situation: Irgendwo draußen in Hamburg, Frankfurt, Berlin und anderen Orten. Sie haben keinen Ort, der ihr eigener ist. Sie sind in einer menschenunwürdigen Situation, ihnen fehlt es am Nötigsten. Sie haben keinen geschützen Raum, keinen wärmenden Kamin, kein weiches Bett, keinen Tisch, keinen Stuhl, keine Decken, keine Nahrung. Es fehlt ihnen an allem.

Obwohl wir in den vergangenen Monaten gemeinsam viel auf die Beine stellen konnten, haben wir auf diese zentralen Fragen letztlich noch keine zufrieden stellende Antwort finden können. Und trotzdem hat sich etwas ganz Entscheidendes verändert: Wir haben bei unseren Treffen eine gute Gemeinschaft bilden können. Diese Erfahrung kann uns niemand mehr wegnehmen und alle, die dabei waren, haben vielleicht ein kleines bisschen doch die Gewissheit, in diesen Tagen nicht ganz alleine zu sein. Wenn wir auch sonst nicht viel haben, können wir vielleicht diese Hoffnung miteinander teilen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch frohe Feiertage und ein gutes neues Jahr 2018

Stefan Schneider

PS: Wer uns erzählen möchte, wie er oder sie die Feiertage und den Jahreswechsel verbringt, kann gerne einen kurzen Text und/ oder ein Foto schicken an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.  Ich werde das hier unterhalb dieses Textes veröffentlichen und auf diese Weise können wir miteinander verbunden sein - bis zu unserem nächsten Treffen.


Werner (Berlin):

Allen Freunden, allen Menschen die mir nahe stehen, insbesondere die Teilnehmer der Selbstbestimmten Vereinten Wohnungslosen. Mögen sich alle Projekte realisieren.Ich wünsche uns Aĺlen die Kraft und Ausdauer auf dem Weg zur Selbstbestimmung.Liebe Grüße Werner Franke.


Matthias WagnerMatthias (Konstanz):

Ein Tag vor Heiligabend (Foto)
Frohe Weihnachten 
Wir sind in Konstanz es schneit und Land unter alles gut Matthias und Perro 
 

Hasso (Hannover):

Ein wunderschönes und gesundes Weihnachtsfest, ein erfolgreiches neues Jahr das wir mit unseren Projekt vorankommen. 
 
Gruss Hasso
Peter & Hwayda (Altenkirchen):
Danke, wünschen wir  auch.
Hwayda + Peter

Karsten (Mainz):

Ja geil. Bin bei Lars - Gitarrero von Pension Schizzo. Der Termin auf dem Sommercamp geht in Ordnung. Wir freuen uns.
Frohe Weihnachten und ein gesundes 2018..
Helau aus Mainz
Karsten und Pension Schizzo

Hans-Dieter (Freistatt):

Guten Tag und ein schönes gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes erfolgreiches 2018 !
 

MIke (Waldbröl):
 
Das wünsche ich auch allen.

Burkhard (Hannover):
 
Frohes Neues - Guten Rutsch - WILLKOMMEN, IN 2018. Gruss, Burkhard
 

André (Freistatt):
 
Das wünsche ich auch 

Markus (Neumünster):
 
2017 Markus in der Isolierzelle by KarstenAm letzten Tag des Jahres sende ich euch herzliche Grüße aus Neumünster.

Weihnachten ist für mich weniger Feierlaune, und mehr eine Zeit des Wundenleckens. Es herrscht Regenstimmung in mir, so wie es jetzt gerade draußen regnet (ich sehe durch mein Fenster).
Ein Kunstwerk von Joseph Beuys hat mich, als ich noch ein Jugendlicher war, besonders beeindruckt: "Show your wound = Zeige deine Wunde". Der Titel hat mich bis heute immer wieder beschäftigt, und ich fühle mich immer noch betroffen durch diesen Aufruf.
 
Ich wünsche uns und euch, dass wir lernen, uns unsere Verwundungen zu zeigen und so durch mehr Verständnis und Verständigung zu einem besseren Miteinander kommen.
 
Markus aus Neumünster
 

Rea, Ines, Laurene, Robin und Christian (Potsdam)
 
Hallo ihr Lieben,

und auf ein Neues müssen wir uns wieder umgewöhnen, wenn wir aufgefordert werden ein Datum festzuhalten. Die Umstellung in den ersten Wochen 2018 anstatt wie gewohnt 2017 zu schreiben. Wer kennt es nicht?!
Das Jahr ging mal wieder schneller rum als gedacht und hatte sehr wahrscheinlich auch etwas für einen jeden von euch parat, womit wir alle nicht gerechnet hätten. Dennoch hoffen wir, das ihr auf ein Jahr zurück schauen könnt, in dem sich vieles für euch weiterentwickelt hat und das viele tolle Ereignisse für euch parat gehalten hat. Das war es dann wohl, das Jahr 2017 mit all seinen Ecken, Kanten und Rundungen.

Mit diesem reuelosen und frreudigen Blick auf das Jahr 2017 wollen wir nun auch nach vorne schauen auf das Jahr 2018. 
Wir wünchen euch ein frohes Jahr 2018 und hoffen ihr hattet einen guten Start. Möge das kommende Jahr viel Gesundheit und Vitalität, einige wilden, abgefahrenen Abenteuer und zahlreiche positive Geschichten für uns alle bereit halten. 
Wir freuen uns auf das Jahr 2018 und die gemeinsame Zusammenarbeit mit euch. 

Liebe Grüße aus Berlin und allen anderen Teilen dieser Erde
Rea, Ines, Laurene, Robin und Christian

Dirk (Freistatt)

Hi, in diesem Jahr ist für mich das Weihnachtsfest & der Jahreswechsel anders verlaufen als in den zurückliegenden Jahren.

Ich hatte diesmal das Gefühl von Gemeinschaft & Wohlfühlsein, denn anders als in den Jahren davor war ich nicht alleine.

Hier in Freistatt wurde von Seitens der Wohnungslosenhilfe eine richtig schöne Feier ausgerichtet mit allem was dazu gehört ...um 22 Uhr fand dann noch in der Moorkirche die traditionelle " Christmette " statt.
In den darauf folgenden Tagen verbrachte ich die Zeit mit div. Mitbewohner mit gemütliche Spiele & Koch Abende.....an Silvester erst um 18 Uhr der Jahresabschluss Gottesdienst & anschließend verbrachte ich die Zeit für mich alleine und verbrachte chillig die Zeit vor dem TV.


 

 

Der Obdachllosen Berlins vor dem Asyl - Quelle: WikiCommonsDas Überleben ist nur möglich, wenn genügend Wärmestuben und Notquartiere für obdachlose Frauen und Männer bereitgestellt werden. Immer mehr Frauen und Männer leben auf der Straße – nach Schätzung des Armutsnetzwerkes sind es bundesweit inzwischen über 40.000 Personen. Sie leben im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, Kanalschächten, U-Bahn-Tunneln und in unbeheizten Abrisshäusern. Im jedem Winter erfrieren viele wohnungslose Menschen, sie verlieren den täglichen Kampf gegen Kälte, Feuchtigkeit und Frost berichtet Jürgen Schneider, der seit vielen Jahren wohnungslos ist.

Jürgen Schneider engagiert sich im Armutsnetzwerk e.V. und macht auf die akute Not aufmerksam. Er ruft auf, den drohenden Kältetod der wohnungslosen Menschen zu vermeiden und bittet dringend um Hilfe!

Kältehilfe-Aktion-2017-Armutsnetzwerk


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

helfen Sie mit bei der Bereitstellung von Wärmestuben, Notquartieren, Suppenküchen und engagieren Sie sich bei kommunalen Einrichtungen wie Tagestreffs, Kirchen und Sozialverbänden vor Ort so können wir gemeinsam die Notlage der Betroffenen verhindern.

Der gemeinnützige Verein Armutsnetzwerk e.V. wurde im Jahre 2012 von Frauen und Männern, die von Armut und Obdachlosigkeit betroffenen sind, gegründet.

Der Verein unterstützt und fördert den Informations- und Gedankenaustausch von Initiativen und Einzelpersonen, die mit dem gesellschaftlichen Problem der Armut in seiner vielfältigen Ausprägung befasst ist. Er bündelt darüber hinaus Themen und Probleme und stellt sie einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion.

Der Verein„Armutsnetzwerk e.V“ beteiligt sich daran, den von Armut Betroffenen Gehör in der Gesellschaft zu verschaffen.

Helfen Sie uns - auch mit Spenden können Sie die akute Not lindern - Spenden an:

Kontoinhaber: Armutsnetzwerk e.V.
Stichwort „Winter“
IBAN: DE 15 2565 1325 0191 1175 55
BIC: BRLADE21DHZ

Eingehende Spenden werden den Einrichtungen der "Kältehilfe" zur Verfügung gestellt um Schlafsäcke ect. zu kaufen da das Armutsnetzwerk selbst keine Einrichtungen für den Winter betreibt.

Danke für Ihre Unterstützung

Jürgen Schneider
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Armutsnetzwerk e.V.
www.Armutsnetzwerk.de

 

 

Ein Nachruf von Karsten Krampitz

Rainer Schroeder - Foto von Karsten KrampitzZu Rainer Schröder habe ich mal gesagt: „Alter, du solltest Papst werden.“ Und ich weiß noch, dass ich dachte: ‚Mit dem langen Bart siehst du doch aus wie Gott. Warum soll Gott denn Papst werden?‘ Im Sommer 2016 war das in Freistatt, als wir uns beide ein Zimmer teilten. Beide wollten wir beim Wohnungslosencamp dabei sein, aber nicht draußen in den Zelten schlafen. Noch gut erinnere ich mich an die lange Reihe leerer Flaschen bei uns auf dem Fußboden – will heißen: Rainer und ich hatten eine gute Zeit. An den Abenden haben wir viel geredet, über Alkohol und Drogen und sogar über Papst Benedikt XVI., der 2010 bei seiner Wahl von sich behauptet hatte: „Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn.“ Mein Zimmerkumpel meinte dazu: „Der weiß doch gar nicht, wovon er spricht. Vom Weinanbau hat der doch keine Ahnung.“ Und ganz ehrlich: Statt Ratzinger hätte besser Rainer den Job übernommen…
Ich bin nicht bibelfest. Muss ich auch nicht als Atheist. Aber ich denke, dass alles Wichtige, die ursprünglich humanistische Botschaft des Christentums, im Gleichnis vom Weinberg steckt, Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, Vers 1-16. In dieser Geschichte wird das Reich Gottes mit einem Hausherrn verglichen, der am Morgen Leute einstellt, damit sie auf seinem Weinberg arbeiten. Er vereinbart mit ihnen einen Tagelohn von einem Silberstück. Im Verlaufe des Tages stellt der Weinbergbesitzer immer wieder neue Arbeiter ein – schließlich sogar solche, die für ihn bis zum Feierabend allenfalls eine Stunde tätig sind. Als der Tag dann zu Ende geht, bezahlt Big Boss zur Überraschung aller zuerst jene Arbeiter, die er zuletzt eingestellt hat, d.h. er zieht jene vor, die für ihn nur eine Stunde gearbeitet haben. Und das mit einem Silberstück! Auch alle anderen erhalten diesen Lohn. – Unter der Belegschaft des Weinbergs sorgt derlei Geschäftsgebaren für große Aufregung! Die Leute, die den ganzen Tag gearbeitet haben, beschweren sich. Über ihre Klage gegen die vermeintlichen Schmarotzer lesen wir: „Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.“ Der Besitzer des Weinbergs aber sagt: „Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir.“
Und darum geht es: Gerechtigkeit fragt nicht, wer schafft am meisten, wer bringt die größte Leistung. Gerechtigkeit heißt, dem Menschen gerecht sein; denn auch die Letzten, die auf dem Weinberg angefangen haben zu arbeiten, haben Familie, haben Grundbedürfnisse. Auch sie haben ein Recht zu leben. Und so steht geschrieben: „Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.“
Rainer Schröder war einer, der weder frühmorgens noch am späten Nachmittag zum Weinberg des Herrn gegangen ist. Warum auch? Rainer hatte über viele Jahre seinen eigenen, irgendwo an der Mosel. Ein ehemals brachliegender Rebgarten mit einer kleinen Hütte, die er mit Duldung des Besitzers wieder flottgemacht hatte, war sein Zuhause. Kein großer Wohlstand, zum Leben aber habe es gereicht. Pacht oder ähnliches musste er nicht zahlen. Eines Tages aber seien die Behörden bei ihm aufgetaucht und hätten Stress gemacht. Seine Steuerschuld wurde geschätzt, in fünfstelliger Höhe – und Rainer suchte das Weite; ging wieder auf Trebe.
Mehr weiß ich nicht über ihn. Nur so viel: Wie so viele der auf der Straße lebenden Menschen hatte auch er ein „bürgerliches“ Arbeitsleben hinter sich, als hochqualifizierter Konstrukteur im Kraftwerksbau, bis die Firma seine Stelle gestrichen hat. Eine Familie hat es auch gegeben, aber darüber haben wir kaum geredet. Ich weiß nur, dass er ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter hatte.
Beim Treffen in Freistatt hielt Rainer Schröder im „Haus Wegwende“ einen längeren Vortrag über die Probleme der „Wohnungslosigkeit im ländlichen Raum“. Er sprach langsam und gut überlegt. Und ich war nicht der Einzige in der Runde, der meinte: Rainer spricht von sich. In der Stadt gebe es überall Hilfe: Suppenküchen, Notübernachtungen etc. – nicht so auf dem Land. Hier geht die Armut wirklich auf die Knochen, sie macht dich kaputt. Er schwärmte vom integrierten Gesamthilfesystem der Diakonie Michaelshoven, davon dass die Hilfe dort dem Menschen angepasst wird und nicht umgekehrt. Er erzählte auch vom „Haus Segenborn“, in dem er sich viele Jahre lang als Bewohnervertreter engagierte. Als solcher wurde er sogar wiedergewählt, nachdem er längst wieder eine eigene Wohnung bezogen hatte.
Die Leute haben Rainer gern zugehört. Nicht zuletzt, weil es keine „Geschichten“ waren; der Mann war authentisch. In der recht übersichtlichen Szene der politisch engagierten (ehemaligen) Obdachlosen begegnet einem schon des Öfteren der eine oder andere Schwätzer. Rainer Schröder war anders. Obwohl er etliche Funktionen und Aufgaben übernommen hatte – u.a. arbeitete er in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe mit, in der Bundesbetroffeneninitiative und noch dazu in der Nationalen Armutskonferenz – blieb er in seinem Auftreten ein sehr bescheidener, warmherziger Mensch. Und ich weiß noch, dass ich nicht schlecht gestaunt habe, als er in einem Nebensatz die Schwäche der ganzen Wohnungslosenselbsthilfe auf den Punkt brachte: „die deutsche Brille“. So lange wir nicht damit anfingen, die Leute aus Osteuropa in unseren Projekten mitzudenken, all die Wanderarbeiter, Roma usw., kämen wir politisch nicht voran.
Am 19. November 2017 ist Rainer Schröder gestorben. Er wurde 68 Jahre alt.

Gemeinsames Ergebnisprotokoll des Koordinierungstreffens vom 12.-14.-10.2017 in Freistatt

1 Teilnehmende

Anwesend waren 35 Teilnehmende aus 18 Städten/ Ortschaften vom Projekt Wohnungslosentreffen.

André (Hamburg), Angela (Wilhelmshaven), Burkhard (Hannover), Christoph (Freistatt), Corinna (Pforzheim, BBI), Dirk, (Freistatt), Hari (Freistatt); Hasso, (Hannover/ Asphalt), Hwayda (Altenkirchen), Ilse (Köln /IBWA), Jens (Freistatt), Jörn (Freistatt), Jürgen (ANW), Jürgen (Potsdam); Karsten (Mainz), Markus (Frankfurt), Markus (Neumünster), Michael (Berlin), Mike (Waldbröl), Norbert (Edewecht), Olaf ( Berlin), Olaf (Hamburg), Peter (Altenkirchen), Regina (Wien), Sebastian (Freistatt), Stephan (Hamburg), Susi (Nürnberg), Thomas (Diepholz), Timo (Freistatt), Uwe (Lüneburg), Volker (Hamburg), Werner, (Berlin /ANW) sowie Frank, Janine und Stefan (Projektkoordination).

Vertreten waren damit die Gruppen Armutsnetzwerk e.V. (ANW), Bundesbetroffeneninitiative wohnungsloser Menschen e.V. (BBI); Europäisches Netzwerk wohnungsloser Menschen Homeless People in Europe (HOPE), Frauengruppe (Marburg); Freistätter Online-Zeitung, Initiative Bauen Wohnen Arbeiten (IBWA, Köln), Gruppe Mutterschiff (Hamburg), Strassenzeitung Asphalt (Hannover), Hartz-IV-Betroffene e.V. (Potsdam).

Entschuldigt waren: Alexandra (Frankfurt), Annette (Hannover), Frank (Köln), Hanne-Lore (Lüneburg); Jessica (Freistatt); Lothar (Limburg), Marcus, (Hannover), Stefanie, (Gummersbach), Thomas (Freistatt).

2 Erfahrungsaustausch

Foto Pinnwand: Was haben wir erreicht? Foto von Werner FrankeWir starteten unser Treffen mit einem intensiven Erfahrungsaustausch, in dem deutlich wurde, dass seit dem Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 das Projekt Aufbau einer Selbstvertretung Wohnungsloser breit kommuniziert worden ist, z.B. auf dem Treffen der Menschen mit Armutserfahrungen in Berlin, auf einem Fachtag zum Thema Partizipation in Lüneburg, auf einem Fest zum 150-jährigen Bestehen von Bethel in Bielefeld, beim Treffen der Nationalen Armutskonferenz in Berlin sowie bei weiteren Gelegenheiten und in vielen persönlichen Gesprächen.

3 Standortbestimmung

In einer Standortbestimmung haben wir zunächst gesammelt, was der Gruppe zu folgenden Fragen spontan eingefallen ist. Die Fragen waren:

1. Was haben wir erreicht?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/01-standort-erreicht.JPG

2. Was ist offen?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/02-standort-offen.JPG

3. Wo haben wir Schwierigkeiten?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/03-standort-schwierigkeiten.JPG

In zufällig zusammengestellten Arbeitsgruppen wurde die Notizen gesichtet und nach Wichtigkeit sortiert. Die Ergebnisse wurden anschließend in Plenum vorgestellt und diskutiert.

Sortierung: Was haben wir erreicht?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/04-sortierung-erreicht.JPG

Sortierung: Was ist offen?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/05-sortierung-offen.JPG

Sortierung: Wo haben wir Schwierigkeiten?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/06-sortierung-schwierigkeiten.JPG

4 Meilensteine, Meilenstein-Gruppen und Termine für Ergebnisse

Auf dem Wohnungslosentreffen 2017 gab es eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Erstellung und Planung von Meilensteinen befasste. Hierbei ging es darum, festzulegen, was bis wann von wem erreicht werden soll. Das betrifft zum einen die weitere Arbeit im Projekt, zum anderen aber auch Planungen zur Fortführung des Projekt nach Ablauf des Förderzeitraums von Aktion Mensch Mitte Februar 2019 (siehe Dokumentation der AG Meilensteine vom Sommer 2017

http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/2017_Wohnungslosentreffen_Meilensteine.pdf

Nach kurzer Sichtung der Dokumentation zu den Meilensteinen bildeten sich drei Gruppen, die folgende Ergebnisse präsentierten:

1. Gruppe Vorbereitung Wohnungslosentreffen 2018
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/07-meilensteine-vorbereitung-wlt-2018.jpg
2. Gruppe Projektweiterführung
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/08-meilensteine-projektwuensche.JPG
3. Zusammenspiel und Arbeitsfähigkeit
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/09-meilensteine-gruppen.JPG

Auf Grundlage der Gruppenarbeit zum Thema Meilensteine wurde festgelegt, dass folgende 4 Meilensteingruppe gebildet und zu festgelegten Terminen Ergebnisse vorlegen soll. Dazu haben sich bereits Menschen gemeldet, die in den Gruppen mitarbeiten möchten.

1. Meilenstein-Gruppe - Vorbereitung Wohnungslosentreffen 2018
(Ergebnisse bis 15.04.2018)
Teilnehmende: Corinna (Pforzheim), Dirk (Freistatt), Karsten (Mainz), Peter (Altenkirchen), Angela (Wilhelshaven), Mike (Waldbröl), Jürgen (Sulingen), Susi (Nürnberg)

2. Meilenstein-Gruppe - Finanzierung
(Ergebnisse bis 15.07.2018)
Teilnehmende: Werner (Berlin), Angela (Wilhelmhaven), Corinna (Pforzheim), Jens (Freistatt), Michael (Berlin)

3. Meilenstein-Gruppe - Kommunikation
(Ergebnisse bis 15.12.2017)
Teilnehmende: Nobert (Edewecht), Hari (Freistatt), Jens (Freistatt), Timo (Freistatt)

4. Meilenstein-Gruppe - Handlungsgrundlagen von Gruppen
(Ergebnisse bis 15.02.2018)
Teilnehmende: Markus (Neustrelitz), Michael (Berlin)

Logo Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser5 Name, Logo, Leitbild

Gegenstand der Diskussion auf dem Koordinierungstreffen war, ob es gelingen könne, auf Grundlage des bisher erreichten schon erste Vereinbarungen in Bezug auf den Namen der Gesamtgruppe, das Logo und das Leitbild treffen zu können. In einer offenen Diskussion am Sonnabend nachmittag haben die anwesenden Teilnehmer folgendes verabredet:

1. Logo

Das bestehende Logo (Siebdruckzeichnung auf dem 1. Wohnungslosentreffen 2016 auf Grundlage einer Zeichnung von Hans Tombrock aus dem Jahr 1929 für die Bruderschaft der Vagabunden) soll weiterhin genutzt und geschützt werden. Stellvertretend für die Gruppe (und vor Erlangung einer eigenen Rechtsfähigkeit etwas in Form einer Körperschaft) übernimmt zunächst Bethel im Norden die Aufgabe, dieses Logo rechtlich zu schützen.
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/selbstvertretung-wohnungsloser-logo.jpg

2. Leitbild

In gemeinsamer Gruppenarbeit haben sich die anwesenden auf folgende Formulierung eines Leitbildes verständigt:

Wir sind die Plattform der Selbstvertretung wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben. Wir engagieren uns für eine bessere Welt, die Überwindung von Armut, Ausgrenzung, Missbrauch, Entrechtung und Wohnungslosigkeit sowie für die Verbesserung konkreter Lebenssituationen: Alles verändert sich, wenn wir es verändern!

Wir sind unterschiedlich und vielfältig. Wir sind Gruppen, Vereine, Einzelpersonen, Projekte, Initiativen, Unterstützende und Gleichgesinnte. Wir vernetzen uns und arbeiten auf Basis selbstbestimmter Regeln zusammen.

3. Name

Nach Sichtung mehrerer Vorschläge einigte sich die Gruppe darauf, dass folgender Name gegenwärtig am besten das Selbstverständnis ausdrückt und als Plattform für die weitere Arbeit genutzt werden soll.

Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser

6 Sonstiges, weitere Verabredungen, Termine

1. Lebenslagen Index. Angela (Wilhelmshaven) berichtet von einem Treffen in Hannover, das von der EBET organisiert ist. Thema des Treffens war die Erstellung eines Lebenslageindexes, mit dem die Situation wohnungsloser Menschen in Deutschland genauer erfasst und verglichen werden kann.

2. Theaterprojekt. Eine Gruppe (Hari (Freistatt), Markus (Frankfurt), Susi (Nürnberg), Werner (Berlin) hat sich getroffen, die ein Theaterprojekt auf den Weg bringen will. Gedanken dazu auf
Ergebnisse der Gruppenarbeit:
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/10-Theaterprojekt.jpg

3. Grundstück Kademon. Michael (Berlin) und Uwe (Lüneburg) berichten über ein Grundstück in der Nähe von Genthin an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das Grundstück verfügt über keine Infrastruktur, könne aber perspektivisch für Regionaltreffen im Raum Sachsen-Anhalt / Brandenburg genutzt werden.
Ergebnisse: http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/11-grundstueck-kademon.JPG

4. Meilensteingruppe Handlungsgrundlagen von Gruppen. Die Meilensteingruppe Handlungsgrundlagen von Gruppen hat noch auf dem Koordinierungstreffen getagt und folgende (Zwischen-)Ergebnisse erarbeitet:
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/12-meilensteine-handlungsgrundlagen-gruppen.JPG

7 Ergebnisprotokoll

Das Ergebnisprotokoll wird von Stefan zusammengestellt und rundgeschickt.

Nach Rückmeldungen (1 Woche Zeit) wird das Protokoll auf der Homepage veröffentlicht.

Für die Richtigkeit:
Freistatt, 06.11.2017

Stefan Schneider


Von dem Koordinierungstreffen hat Jürgen (Potsdam) einen schönen Bericht gemacht und dazu auch Fotos veröffentlicht, siehe hier:
http://www.hartz-4-betroffene.com/freistatt_nachtrag.html

Foto von Mike und Ilse auf Pogoradio - Foto: Pogoradio.deHallo zusammen,

unsere Freunde Ilse (Köln) und Mike (Waldbröl) wurden kürzlich von Rüdiger (Köln) zu einem gemeinsamen Interview nach Köln eingeladen um zum Thema Wohnungslosentreffen beim Pogoradio.de zu berichten.

Die Sendung startete damit, daß beide sich erst einmal vorstellten und nach Irritationen des Moderators Aufklärung geleistet wurde, daß es doch erhebliche Unterschiede zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit gibt.

Im Laufe der Zeit mit kurzzeitiger Musikunterbrechung (Musikgeschmack nicht unbedingt jedermanns/jedefraus Sache, aber gut, Geschmäcker sind verschieden) wurde immer mehr darüber erzählt wie es zum Wohnungslosentreffen überhaupt kam und vieles mehr.

Die Sendung geht in etwa ca. eine Stunde und ich lege sie Euch doch sehr am Herzen euch sie anzuhören.

Ich hoffe sehr, daß zum einen Euch die Sendung gefällt und in anderen Städten sich Radiosender auch eine Scheibe davon abschneiden und mit Betroffene ähnliche Sendungen produzieren.

Die Sendung ist hier zu finden:
http://www.pogoradio.de/2017/11/ofw/

Dirk Dymarski


pogoradio

Guten Tag,

unser Freund Mike (Waldbröl) informiert uns, dass es heute (Mittwoch, 08.11.2017) um 23:45 Uhr eine Sendung zum Thema Wohnungslosentreffen auf Pogoradio.de geben soll. Mit dabei sind Rüdiger, Ilse (Köln) von der Initiative Bauen Wohnen Arbeiten und Mike selbst. Wir alle sind gespannt auf die Sendung.

Pogoradio sendet jeden Mittwoch zwischen 23 und 24 Uhr im Rhein-Neckar Dreieck im Radio auf 89,6 und 105,4 UKW im Bermudafunk. Wer eine Sendung verpasst hat, kann sie in der Mediathek von Bermunda-Funk noch eine Woche lang nachhören.

Viele Grüße

Stefan

wli gipfel wohnungslosen problematik 610pxRechtzeitig zum Beginn der Kältehilfe für Obdachlose fordert die Direktorin der Caritas, Ulrike Kostka, einen Gipfel im Kanzleramt, um über die steigende Wohnungslosigkeit in Deutschland zu sprechen.

Angesichts der sich hinziehenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU, der FDP und den Grünen stellt sich die Frage, ob ein solcher Gipfel noch im Winter realisierbar ist.Viel wichtiger ist allerdings die Frage, wie so ein Gipfel denn aussehen müsste.

In ihrer Forderung spricht sie davon, dass Bund, Länder und Kommunen das Problem gemeinsam anpacken sollten. Die Wohnungsnot in Deutschland nehme von Woche zu Woche zu und werde im kommenden Jahr rund 500.000 Menschen betreffen, sagte Kostka unter Verweis auf eine Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe.

Kostka betonte, Menschen, die sich um bezahlbaren Wohnraum sorgen müssen oder gar ihre Wohnung verlieren, würden von der Politik "links liegen gelassen". Dabei gehe es um elementare Grundbedürfnisse und die Menschenwürde. "Hier bahnen sich Konflikte mit sozialem Sprengstoff an", betonte die Caritasdirektorin in Berlin.

Für mich stellt sich die Frage ob und wie Betroffene an einem solchen Gipfel beteiligt wären und wie unsere Forderungen an einen solchen Gipfel aussehen könnten.

Da fällt mir ja doch eine ganze Menge ein:

  • Die schon lange fällige Verankerung des Rechts auf Wohnen im deutschen Grundgesetz
  • Mindeststandards für Notunterkünfte einführen, wobei Betroffene in den Kontrollgremien sitzen sollten.
  • Die Einstellung der Vertreibung Obdachloser von öffentlichen Plätzen
  • Die Einstellung des Versuchs, Wohnungslose aus der EU, bzw. Geflüchtete aus dem Thema auszugrenzen
  • Die ebenfalls lange Fälligkeit der Ankurbelung des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland.
  • Verbot des zukünftigen Verkaufs von Sozialwohnungen durch die Kommunen oder Länder
  • Die generelle Einholung von Betroffenenmeinungen als Experten auf allen Entscheidungsebenen
  • Ein spezielles und wirkungsvolles Programm zur Bekämpfung von Armut in Deutschland
  • Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine Forderung, die an Selbstverständlichkeit kaum überbietbar ist
  • Die Einrichtung eines eigenen Fachbereichs Armutsbekämpfung in den Sozialministerien
  • Die Einführung einer staatlichen Förderung von selbstverwalteten Projekten zur Armutsbekämpfung und Verbesserung der Situation Wohnungsloser.

Da fällt mit spontan dazu ein, wenn ich länger darüber nachdenke, wird das kein Kommentar, sondern ein Buch. Der logischen und notwendigen Forderungen sind so viele, das ein einmaliges Zusammentreffen wohl kaum ausreichen würde. Und selbst das Zustandekommen dieses Gipfels halte ich angesichts der politischen Lage für extrem fragwürdig.

Foto: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommonsNichtsdestoweniger wäre natürlich, wenn es zu einem solchen Gipfel kommt, eine Beteiligung der Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser wünschenswert und sinnvoll. Denkbar wäre, dass wir hier ein Koordinierungstreffen für einen solchen Gipfel ausrichten würden, um das Gespräch vorzubereiten und Delegierte auszuwählen, sowie in dem Treffen gefasste Entschlüsse mit anderen Teilnehmern abzustimmen.

Der Pressetenor zu diesem Thema liest sich leider so, als wäre durch die Forderung alleine der Gipfel schon quasi beschlossene Sache. Dem ist aber nicht so. Und wenn der Winter vorbei ist, und nur die statistisch erwartete Anzahl von Obdachlosen erfroren ist, dann wird wahrscheinlich wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Die Forderung nach einem länderübergreifenden Ansatz ist genauso wenig neu, wie das Thema an sich. Wenn wir, die eigentlich Betroffenen, uns nicht endlich gegenüber der Politik, den Kommunen, Ländern und der Bundesregierung selbst vertreten, dann ändert sich voraussichtlich nichts. Und stattdessen wird es schlimmer.

Freistatt, 08.11.2017

Ein Kommentar von
Christof Meyer-Gerlt, Freistatt (Freistätter Online Zeitung)
Kontakt: meyergerlt [at] yahoo [dot] com

Foto oben: Graphik: Jens,
mit einem Bild der Ausstellung von Karin Powser: „Keine Gnade auf der Straße
und dem Bundesadler von Wikimedia-Commons: "Datei: Bundesadler Bundesorgane.svg

Foto unten: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommons;
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Yalta_summit_1945_with_Churchill%2C_Roosevelt%2C_Stalin.jpg

 

Stig BadentorphGuten Tag,

eben haben wir die Nachricht erhalten, dass unser guter Freund Stig Badentorph aus Dänemark vor wenigen Tagen verstorben ist.

Stig gehörte zu den Gründern von HOPE, dem europäischen Netzwerk wohnungsloser Menschen. Er war mehrfach zu Gast in Freistatt, zum Beispiel auf einem Treffen von HOPE im Jahr 2015, auf den Wohnungslosentreffen 2016 und auf dem Wohnungslosentreffen 2017.

In diesem Sommer hat man ihm angesehen, dass er nicht mehr bei guter Gesundheit war: Trotzdem war es ihm wichtig, sich auf den Weg zum Wohnungslosentreffen zu machen, weil ihm die Vernetzung und die Zusammenarbeit wohnungsloser Menschen ein wichtiges Anliegen war.

Seine Herzlichkeit, sein Humor und seine vielen guten Ideen werden uns immer in Erinnerung bleiben.

In Erinnerung an Stig Badentorph
https://www.facebook.com/stig.badentorph


Stefan Schneider

Hallo an Alle!

Wohnungslosentreffen 2017 - Eröffnungsplenum - Foto: Freistätter Online ZeitungWir hoffen, alle haben das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 gut überstanden und  sind wohl behalten zurückgekehrt.
Wir möchten informieren über unser Auswertungs- und Koordinierungstreffen in Freistatt, Seminarhaus Wegwende

von Donnerstag, den 12.10.2017 (Anreise bis 15 Uhr) bis Samstag, den, 14.10.2017 (Abreisetag, nach dem Mittagessen, keine weitere Übernachtung möglich).

Als (vorläufige)Tagesordnung ist vorgeschlagen:

Donnerstag, 12.10.2017

bis 15:00 Uhr - Eintreffen, Zimmer beziehen, Internet, Essensmarken, Fahrkostenabrechnung, Kaffeepause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Plenum: Wohnungslosentreffen 2017 - Sichtung der Verläufe, Ereignisse und Ergebnisse, und Auswertung und Schlussfolgerungen, Festlegen der Themen für die Arbeitsgruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 Uhr - 18:00 Uhr - Gruppenarbeit

18:00 Uhr - 18:45 Uhr - Abendessen
18:45 Uhr - 20:00 Uhr - Plenum: Zusammentragen der Ergebnisse

Freitag, 13.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Planung 2017/2018 - Verständigung zu den Gruppen, Arbeitsgruppen, Meilensteinen, danach Weiterarbeit in Arbeitsgruppen
12:30 Uhr -15:00 Uhr - Mittagspause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Weiterarbeit in Gruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 - 18:00 Uhr - Plenum
18:00 Uhr - Abendessen, danach offene Gesprächsrunden

Samstag, 14.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Arbeit am gemeinsamen Ergebnisprotokoll
12:00 Uhr Mittagessen
ab 12:30 Uhr Abreise

Fahrtkosten können wie immer erstattet werden, eine preisgünstige Anreise vorausgesetzt.

Es gibt vom Orga-Team (Frank, Janine und mir) auch schon eine Liste von Themen, die wir gerne besprechen möchten:

Themen

2017 Zwischenergebnisse der Gruppen1. Auswertung Rückmeldung Wohnungslosentreffen 2017

*Schwund (Schlafsäcke, Geschirr, Lebensmittel, Klopapier)
*Sauberkeit / Körperhygiene
*Schwierige Menschen

2. Struktur – Skizze einer Vision

3. Meilensteine

4. Arbeitsplanung

4a). Gruppen & Projekte
4b) Beauftragungen (Gruppen)
4c) Termine
4d) Ansprechpartner Beratungsthemen, -kompetenzen, -form, -erreichbarkeit

5. Vernetzungstechnik

6. Anforderungen Tagungsort

* Wohnungslosentreffen
* Koordinierungstreffen
* Gruppentreffen

Zu dem Koordinierungstreffen haben sich mehr als 30 Menschen angemeldet, es sind noch wenige Plätze frei. Menschen, die daran teilnehmen wollen, mögen sich bitte bei Stefan Schneider (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) anmelden.

Herzliche Grüße und bis bald in Freistatt,

Stefan Schneider

2017 PlakatIn ziemlich genau 24 Stunden beginnt das Wohnungslosentreffen in Freistatt und 120 Menschen reisen aus ganz Niedersachsen, aus weiten Teilen Deutschlands und einige auch aus Europa (Dänemark, Finnland, Irland, Österreich, Portugal - Kooperationspartner HOPE Netzwerk wohnungsloser Menschen in Europa) an.

Das Programm ist inzwischen auch schon fertig und hier als PDF-Datei zum Ansehen oder zum Ausdrucken finden.

http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017-Programm-Wohnungslosentreffen.pdf

Dazu muss gesagt werden: Das Programm versteht sich als Gerüst. Im Kern geht es darum, eine Selbstvertretung Wohnungsloser aufzubauen und dafür die Grundlagen zu legen. Im Verlauf der Woche kann es Änderungen und Ergänzungen geben, weitere Programmpunkte können spontan hin zu kommen - das ist ausdrücklich so erwünscht.

Einige Menschen sind bereits vorgestern und gestern angereist und beschäftigen sich mit den letzten Vorbereitungen. Heute um 15:00 Uhr wird die Eröffnung vorbereitet, organisatorische Dinge geklärt und noch offene Zuständigkeiten besprochen.
Das Wetter ist nicht so stabil, wie es sein könnte: Es soll immer mal wieder kurze Regenphasen in der kommenden Woche geben, wir werden auch überlegen, welche Ausweichmöglichkeiten wir dann haben.

Soweit ein kurzer Eindruck vom Stand der Vorbereitungen.

Herzliche Grüße

Stefan Schneider

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