Foto von Mike und Ilse auf Pogoradio - Foto: Pogoradio.deHallo zusammen,

unsere Freunde Ilse (Köln) und Mike (Waldbröl) wurden kürzlich von Rüdiger (Köln) zu einem gemeinsamen Interview nach Köln eingeladen um zum Thema Wohnungslosentreffen beim Pogoradio.de zu berichten.

Die Sendung startete damit, daß beide sich erst einmal vorstellten und nach Irritationen des Moderators Aufklärung geleistet wurde, daß es doch erhebliche Unterschiede zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit gibt.

Im Laufe der Zeit mit kurzzeitiger Musikunterbrechung (Musikgeschmack nicht unbedingt jedermanns/jedefraus Sache, aber gut, Geschmäcker sind verschieden) wurde immer mehr darüber erzählt wie es zum Wohnungslosentreffen überhaupt kam und vieles mehr.

Die Sendung geht in etwa ca. eine Stunde und ich lege sie Euch doch sehr am Herzen euch sie anzuhören.

Ich hoffe sehr, daß zum einen Euch die Sendung gefällt und in anderen Städten sich Radiosender auch eine Scheibe davon abschneiden und mit Betroffene ähnliche Sendungen produzieren.

Die Sendung ist hier zu finden:
http://www.pogoradio.de/2017/11/ofw/

Dirk Dymarski


pogoradio

Guten Tag,

unser Freund Mike (Waldbröl) informiert uns, dass es heute (Mittwoch, 08.11.2017) um 23:45 Uhr eine Sendung zum Thema Wohnungslosentreffen auf Pogoradio.de geben soll. Mit dabei sind Rüdiger, Ilse (Köln) von der Initiative Bauen Wohnen Arbeiten und Mike selbst. Wir alle sind gespannt auf die Sendung.

Pogoradio sendet jeden Mittwoch zwischen 23 und 24 Uhr im Rhein-Neckar Dreieck im Radio auf 89,6 und 105,4 UKW im Bermudafunk. Wer eine Sendung verpasst hat, kann sie in der Mediathek von Bermunda-Funk noch eine Woche lang nachhören.

Viele Grüße

Stefan

wli gipfel wohnungslosen problematik 610pxRechtzeitig zum Beginn der Kältehilfe für Obdachlose fordert die Direktorin der Caritas, Ulrike Kostka, einen Gipfel im Kanzleramt, um über die steigende Wohnungslosigkeit in Deutschland zu sprechen.

Angesichts der sich hinziehenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU, der FDP und den Grünen stellt sich die Frage, ob ein solcher Gipfel noch im Winter realisierbar ist.Viel wichtiger ist allerdings die Frage, wie so ein Gipfel denn aussehen müsste.

In ihrer Forderung spricht sie davon, dass Bund, Länder und Kommunen das Problem gemeinsam anpacken sollten. Die Wohnungsnot in Deutschland nehme von Woche zu Woche zu und werde im kommenden Jahr rund 500.000 Menschen betreffen, sagte Kostka unter Verweis auf eine Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe.

Kostka betonte, Menschen, die sich um bezahlbaren Wohnraum sorgen müssen oder gar ihre Wohnung verlieren, würden von der Politik "links liegen gelassen". Dabei gehe es um elementare Grundbedürfnisse und die Menschenwürde. "Hier bahnen sich Konflikte mit sozialem Sprengstoff an", betonte die Caritasdirektorin in Berlin.

Für mich stellt sich die Frage ob und wie Betroffene an einem solchen Gipfel beteiligt wären und wie unsere Forderungen an einen solchen Gipfel aussehen könnten.

Da fällt mir ja doch eine ganze Menge ein:

  • Die schon lange fällige Verankerung des Rechts auf Wohnen im deutschen Grundgesetz
  • Mindeststandards für Notunterkünfte einführen, wobei Betroffene in den Kontrollgremien sitzen sollten.
  • Die Einstellung der Vertreibung Obdachloser von öffentlichen Plätzen
  • Die Einstellung des Versuchs, Wohnungslose aus der EU, bzw. Geflüchtete aus dem Thema auszugrenzen
  • Die ebenfalls lange Fälligkeit der Ankurbelung des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland.
  • Verbot des zukünftigen Verkaufs von Sozialwohnungen durch die Kommunen oder Länder
  • Die generelle Einholung von Betroffenenmeinungen als Experten auf allen Entscheidungsebenen
  • Ein spezielles und wirkungsvolles Programm zur Bekämpfung von Armut in Deutschland
  • Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine Forderung, die an Selbstverständlichkeit kaum überbietbar ist
  • Die Einrichtung eines eigenen Fachbereichs Armutsbekämpfung in den Sozialministerien
  • Die Einführung einer staatlichen Förderung von selbstverwalteten Projekten zur Armutsbekämpfung und Verbesserung der Situation Wohnungsloser.

Da fällt mit spontan dazu ein, wenn ich länger darüber nachdenke, wird das kein Kommentar, sondern ein Buch. Der logischen und notwendigen Forderungen sind so viele, das ein einmaliges Zusammentreffen wohl kaum ausreichen würde. Und selbst das Zustandekommen dieses Gipfels halte ich angesichts der politischen Lage für extrem fragwürdig.

Foto: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommonsNichtsdestoweniger wäre natürlich, wenn es zu einem solchen Gipfel kommt, eine Beteiligung der Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser wünschenswert und sinnvoll. Denkbar wäre, dass wir hier ein Koordinierungstreffen für einen solchen Gipfel ausrichten würden, um das Gespräch vorzubereiten und Delegierte auszuwählen, sowie in dem Treffen gefasste Entschlüsse mit anderen Teilnehmern abzustimmen.

Der Pressetenor zu diesem Thema liest sich leider so, als wäre durch die Forderung alleine der Gipfel schon quasi beschlossene Sache. Dem ist aber nicht so. Und wenn der Winter vorbei ist, und nur die statistisch erwartete Anzahl von Obdachlosen erfroren ist, dann wird wahrscheinlich wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Die Forderung nach einem länderübergreifenden Ansatz ist genauso wenig neu, wie das Thema an sich. Wenn wir, die eigentlich Betroffenen, uns nicht endlich gegenüber der Politik, den Kommunen, Ländern und der Bundesregierung selbst vertreten, dann ändert sich voraussichtlich nichts. Und stattdessen wird es schlimmer.

Freistatt, 08.11.2017

Ein Kommentar von
Christof Meyer-Gerlt, Freistatt (Freistätter Online Zeitung)
Kontakt: meyergerlt [at] yahoo [dot] com

Foto oben: Graphik: Jens,
mit einem Bild der Ausstellung von Karin Powser: „Keine Gnade auf der Straße
und dem Bundesadler von Wikimedia-Commons: "Datei: Bundesadler Bundesorgane.svg

Foto unten: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommons;
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Yalta_summit_1945_with_Churchill%2C_Roosevelt%2C_Stalin.jpg

 

Stig BadentorphGuten Tag,

eben haben wir die Nachricht erhalten, dass unser guter Freund Stig Badentorph aus Dänemark vor wenigen Tagen verstorben ist.

Stig gehörte zu den Gründern von HOPE, dem europäischen Netzwerk wohnungsloser Menschen. Er war mehrfach zu Gast in Freistatt, zum Beispiel auf einem Treffen von HOPE im Jahr 2015, auf den Wohnungslosentreffen 2016 und auf dem Wohnungslosentreffen 2017.

In diesem Sommer hat man ihm angesehen, dass er nicht mehr bei guter Gesundheit war: Trotzdem war es ihm wichtig, sich auf den Weg zum Wohnungslosentreffen zu machen, weil ihm die Vernetzung und die Zusammenarbeit wohnungsloser Menschen ein wichtiges Anliegen war.

Seine Herzlichkeit, sein Humor und seine vielen guten Ideen werden uns immer in Erinnerung bleiben.

In Erinnerung an Stig Badentorph
https://www.facebook.com/stig.badentorph


Stefan Schneider

Hallo an Alle!

Wohnungslosentreffen 2017 - Eröffnungsplenum - Foto: Freistätter Online ZeitungWir hoffen, alle haben das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 gut überstanden und  sind wohl behalten zurückgekehrt.
Wir möchten informieren über unser Auswertungs- und Koordinierungstreffen in Freistatt, Seminarhaus Wegwende

von Donnerstag, den 12.10.2017 (Anreise bis 15 Uhr) bis Samstag, den, 14.10.2017 (Abreisetag, nach dem Mittagessen, keine weitere Übernachtung möglich).

Als (vorläufige)Tagesordnung ist vorgeschlagen:

Donnerstag, 12.10.2017

bis 15:00 Uhr - Eintreffen, Zimmer beziehen, Internet, Essensmarken, Fahrkostenabrechnung, Kaffeepause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Plenum: Wohnungslosentreffen 2017 - Sichtung der Verläufe, Ereignisse und Ergebnisse, und Auswertung und Schlussfolgerungen, Festlegen der Themen für die Arbeitsgruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 Uhr - 18:00 Uhr - Gruppenarbeit

18:00 Uhr - 18:45 Uhr - Abendessen
18:45 Uhr - 20:00 Uhr - Plenum: Zusammentragen der Ergebnisse

Freitag, 13.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Planung 2017/2018 - Verständigung zu den Gruppen, Arbeitsgruppen, Meilensteinen, danach Weiterarbeit in Arbeitsgruppen
12:30 Uhr -15:00 Uhr - Mittagspause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Weiterarbeit in Gruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 - 18:00 Uhr - Plenum
18:00 Uhr - Abendessen, danach offene Gesprächsrunden

Samstag, 14.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Arbeit am gemeinsamen Ergebnisprotokoll
12:00 Uhr Mittagessen
ab 12:30 Uhr Abreise

Fahrtkosten können wie immer erstattet werden, eine preisgünstige Anreise vorausgesetzt.

Es gibt vom Orga-Team (Frank, Janine und mir) auch schon eine Liste von Themen, die wir gerne besprechen möchten:

Themen

2017 Zwischenergebnisse der Gruppen1. Auswertung Rückmeldung Wohnungslosentreffen 2017

*Schwund (Schlafsäcke, Geschirr, Lebensmittel, Klopapier)
*Sauberkeit / Körperhygiene
*Schwierige Menschen

2. Struktur – Skizze einer Vision

3. Meilensteine

4. Arbeitsplanung

4a). Gruppen & Projekte
4b) Beauftragungen (Gruppen)
4c) Termine
4d) Ansprechpartner Beratungsthemen, -kompetenzen, -form, -erreichbarkeit

5. Vernetzungstechnik

6. Anforderungen Tagungsort

* Wohnungslosentreffen
* Koordinierungstreffen
* Gruppentreffen

Zu dem Koordinierungstreffen haben sich mehr als 30 Menschen angemeldet, es sind noch wenige Plätze frei. Menschen, die daran teilnehmen wollen, mögen sich bitte bei Stefan Schneider (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) anmelden.

Herzliche Grüße und bis bald in Freistatt,

Stefan Schneider

2017 PlakatIn ziemlich genau 24 Stunden beginnt das Wohnungslosentreffen in Freistatt und 120 Menschen reisen aus ganz Niedersachsen, aus weiten Teilen Deutschlands und einige auch aus Europa (Dänemark, Finnland, Irland, Österreich, Portugal - Kooperationspartner HOPE Netzwerk wohnungsloser Menschen in Europa) an.

Das Programm ist inzwischen auch schon fertig und hier als PDF-Datei zum Ansehen oder zum Ausdrucken finden.

http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017-Programm-Wohnungslosentreffen.pdf

Dazu muss gesagt werden: Das Programm versteht sich als Gerüst. Im Kern geht es darum, eine Selbstvertretung Wohnungsloser aufzubauen und dafür die Grundlagen zu legen. Im Verlauf der Woche kann es Änderungen und Ergänzungen geben, weitere Programmpunkte können spontan hin zu kommen - das ist ausdrücklich so erwünscht.

Einige Menschen sind bereits vorgestern und gestern angereist und beschäftigen sich mit den letzten Vorbereitungen. Heute um 15:00 Uhr wird die Eröffnung vorbereitet, organisatorische Dinge geklärt und noch offene Zuständigkeiten besprochen.
Das Wetter ist nicht so stabil, wie es sein könnte: Es soll immer mal wieder kurze Regenphasen in der kommenden Woche geben, wir werden auch überlegen, welche Ausweichmöglichkeiten wir dann haben.

Soweit ein kurzer Eindruck vom Stand der Vorbereitungen.

Herzliche Grüße

Stefan Schneider

Gedanken eines Helfenden

Vorbemerkung. 10 Tage nach dem Wohnungslosentreffen in Freistatt 2016 erreichte mich die email eines Helfers, der in einem sehr ergreifenden Text versucht hat, in Worte zu fassen, was ihn bewegt hat in diesen Tagen. Ich denke, es ist richtig, ihn hier in anonymer Form öffentlich bekannt zu geben.
Stefan Schneider, Projektkoordinator

Danke, daß ich dabei sein durfte! (auch wenn ich nur Notnagel war)

Ich möchte sagen: Teilhabe = an einem Projekt beteiligt sein, an der Gestaltung einer Zukunft / = nicht Teilnehmen an etwas als Konsument.
Die Zukunft = Rettung der Welt, Frieden auf Erden, Weihnachten, das Reich Gottes, Erlösung, Auferstehung, der Jüngste Tag, "Kehret um!", usw., p. s.: "Eat the Rich", "Deutschland verrecke!"

Mein Verhalten: ich habe Zivildienst geleistet im psychiatrischen Krankenhaus Lohr a. M.: also in der Irrenanstalt. Eine Redewendung ist: "der muß nach Lohr" (angeblich ist Lohr die Heimatstadt von Schneewittchen)
Freistatt war für mich: eine Lohr-Gedenkveranstaltung.
Ich habe in Haus 8 gearbeitet: da waren Bewohner drin ab 18 Jahren und Leute, die waren schon 50 Jahre in Lohr. Und alle waren drauf.

Es waren unterschiedlichste Leute. Verhaltensauffällige Behinderte, Peter war blind und schwerhörig, aber ein Schwerenöter, Alois hatte einen kleinen Mann auf der Schulter sitzen, mit dem er rege nuschelte, während er mit mir nicht sprach, usw. Es gab auch Frauen. Else hatte einen Schuldkomplex, also eine Zwangsneurose mit Waschzwang, zur Belohnung ihrer guten Führung, durfte sie einmal am Tag Geschirr spülen, bis die Haut rot war.
Es gab einen Blinden, der schlug um sich, und sich selbst, wenn ihn ein Tropfen Wasser berührte. Er schlug sich dabei beide Augen aus.
Eine anderer Blinder war autoaggressiv, weil er ein Adrenalinjunkie war. Er war gefesselt und trug einen Helm. Er war ständig dabei, sich zu befreien, nicht um zu fliehen, sondern um sich blutig zu schlagen, zu kratzen, zu stechen, zu beißen, für das Lustgefühl.

Alles liebe Leute.

Freistatt ist auch so eine Population gewesen und ich der Zivi, der mit dem Hausmeister verwechselt wird.
Du bist der Stationsleiter gewesen. Frank und Janine waren die Pflegedienstleitung. usw.
Freistatt war nicht nur ein Treffen von Haus 8, es war eine "Psychiatrie im Moor".
Die Verrückten und Irren wollten beschäftigt werden. Es gab viele Krankheitsbilder. Suchtkranke, Paranoiker, Neurotiker, Depressive, Maniker, die Schizos lasse ich mal weg, Therapie statt Strafe, ... Jede Krankheit hat eine Geschichte.

Meine Sympathie gilt den Schwachen, die ich tödlich verletzen könnte, wenn ich ihnen sagte, was ich sehe. Das Zukunftsprojekt ist nicht: gesund werden, die Krankheit heilen. Freistatt ist mehr so eine Art Rebellion, Revolte auf der Geschlossenen, also: Einer flog über das Kuckucksnest.
Die einen werden lobotomiert, einer wird entjungfert, einer haut ab, kommt frei.
Die Geschlossene öffnet sich. Dazu müssen sich die Eingeschlossenen öffnen. Einer kommt frei, einer entkommt der Höhle und sieht die Sonne und geht wieder in die Höhle und erzählt vom Licht, dann wird er getötet. Der Freie opfert sich.

Also, es geht um Freiheit: Freistatt. Das Sommercamp bietet Freiraum, um sich zu öffnen. Offen gehe ich ins Freie.
Freistatt bietet Bewußtseinserweiterung. Ist eine Gruppenerfahrung. Freistatt ist eine Initiation.
In was wird der Adept eingeweiht? Er wird in sich selbst eingeweiht, durch eine Selbsterfahrung.
Die Einweihung erleuchtet. Der Erleuchtete erkennt sich selbst.

Nächstes Jahr sollte gemeinsam meditiert werden. Der Dalai Lama sollte einen Vortrag halten.
Es sollte mehr über das Nichts geredet werden.

Fazit: Freistatt ist ein Erfolg, wenn die Leute verrückt gemacht werden, wenn die Leute verrückter werden als sie es sind. Wenn die Leute an sich glauben, an etwas, an eine Idee, an die Zukunft / an Gott, das Nichts, Aliens, die Weltregierung.

Die Leute werden zum Glauben verführt: zur Illusion. Die Leute werden belogen, um sie zum Leben zu verführen (Nietzsche). Freistatt ist eine Lüge oder schreckliche und vernichtende und tödliche Wahrheit.
Die Leute erkennen sich selbst und brechen zusammen, oder sie erkennen sich selbst und werden heilig.
In Freistatt wird man heilig. Die armen Menschen bilden die Gemeinschaft der Heiligen.
Der Heiligste ist der Lügner Nummer 1. Der unglaubliche ... (Name einsetzen).

Die Diakonie hat nicht den Mut zur Gemeinschaft der Heiligen. Es geht aber doch um die Gründung eines neuen Ordens, einer neuen Kirche: nicht einer neuen Religion, sondern einer neuen Kaste, eines neuen Kunstvereins.
Der Heilige hat die Kunst des Lebens. Der Heilige ist ein Künstler.

Bis dann,

H.

- "Freistatt - Woodstock im Moor"(noch nicht überarbeiteter) Entwurf Kapitel 1, 2, 4, 5

Vorbemerkung: Gut zwei Wochen nach dem Wohnungslosentreffen 2016 in Freistatt erreichte und folgender Beitrag eines Teilnehmers aus Frankfurt am Main, den ich an dieser Stelle gerne veröffentliche.
Stefan Schneider, Projektkoordinator

I. Einleitung: Christian Felbers düstere Prognosen

Sehr kurzfristig war es, dass ich davon erfuhr: Einen 30-Cent-Tee trinkend sass ich in jenem kleinen Cafe, als Christian vorbeikam und rief: "Hey hör mal, weißt du schon: Für Leute, die keine Wohnung haben, gibt es ein Feriencamp. Du bist doch auch so ein Campingfan, vielleicht interessiert dich das? Außerdem scheint das etwas Politisches zu sein, und du zeltest doch liebend gerne auf Politischen Camps?" Recht hatte er im Prinzip. Ich suchte im Internet und fand "Sommercamp Freistatt", das schon sehr bald starten sollte. Ich fand ein Programm, das mich teils erstaunte, und mir kamen etliche Fragen hoch.
Da will man Wohnungslosen aus ganz Deutschland die Möglichkeit bieten, eine Woche kostenlosen Urlaub zu verbringen, und will ihnen zusätzlich Infomöglichkeiten, Essen, Sport und Musik und Spiel bieten? Wie kommt man auf ein solches Projekt?
Ich erinnerte mich an die Radiosendung Fragne an den Autor mit dem Wiener Intellektuellen Christian Felber vom Frühsommer 2012: Als Folge der Eurorettung werde man auch in Deutschland und Österreich langsam den wirtschaftlichen Niedergang erleben, die Jobs würden weniger, die Sicherheit der Jobs würden geringer, die Arbeitslosigkeit würde steigen, DIE OBDACHLOSIGKEIT WÜRDE STEIGEN UND DAS KLIMA AUF DEN STRASSEN WERDE UNANGENEHMER. Sich in diesen Jahren mit wirtschaftlichne und politischen Entwicklungen zu beschäftigen, kommt manchmal einem intellektuellen Masochismus gleich. Ich beschloss, auf dieses Camp zu fahren und im Notfall, falls es zu wenige langweilige Leute wären oder die Aktivitäten zu langweilig wären, mich mit 3 Büchern bei guter Laune zu halten. (Auf dem Camp kam ich zu gar nichts.)
Ich erzählte Leuten aus Berlin der Chance, und die dortigen Wohnungslosen am Bahnhof Zoo zeigten sich interessiert, wollten aber wissen, wo sie ihre 3-4 großen Koffer unterbringen und wie sie die Hinfahrt bewerkstelligen konnten; nur zu gut wisse man, wenn man ohne Ticket fahre, werde man gleich erwischt und lande nicht auf einem Camp, sondern dank "Erschleichung öffentlicher Dienstleistungen" unverzüglich im Knasti, darauf hatten die keinen Bock. Emailnachfragen meinerseits über Reisemöglichkeiten verliefen schleppend. Angekündigt wurde ein Bus, der von Berlin-Köpenick am Sonntagmorgen und ca. 6 Leute mitnehmen wollte, jeder mit einer Tasche und nicht mehr.

Als ich schließlich ankam, wurde ich doch etwas erstaunt:
 
Die Idee dieses zunächst auf 3 Jahre angelegten Vorhabens wurde entwickelt von Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk, von Peter Szynka vom Diakonischen Werk in Niedersachen, Frank Kruse von der Wohnungslosenhilfe Bethel und Stefan Schneider, dem sozioloigsch promovierten Sozialwissenschaftler aus Berlin. Beantragt waren Mittel zur Finanzierung des Projekts worden bei der Aktion Mensch, beim Diakonischen Werk in Niedersachsen, beim Sozialministerium Niedersachsen und der Stiftung Bethel, einer Bodelschwingschen Stiftung. Stattfinden sollte das Ganze in Freistatt, ein Örtchen, das berüchtigt war für sozial schwache Fälle, insbesondere für junge Erwachsene, jugendliche Männer, die in dortige Heime abgeschoben wurden. Ein buntes Workshop-Programm versprach tatsächlich, den einen oder anderen Input sammeln zu können und auf die Beiträge und Kommunikationsstrukturen achten zu können, um das Ganze damit halb journalistisch, halb pseudo-wissenschaftlich begleiten zu können. Ein bißchen mulmig wird mir bei Erinnerung an Christian Felber und der Situation auf dem gegenwärtigen Wohnungsmarkt insbesondere in vielen Metropolen, wo viele Leute Schwierigkeiten haben, eine preisgünstige Wohnung zu finden. Es war nicht nur ein Sommercamp, es war der Start eines Projekts, fast eines Sozialexperiments. Ich versuche, soviel an Infos und Eindrücken festzuhalten - vielleicht wird das in ein oder zwei Jahren noch mal interessant werden, wenn man sieht, wie sich die ökonomische Situation mancher Bürger und der Wohnungsmarkt entwickelt hat.
 
77 Personen waren auf das Camp gekommen, 63 Männer, weniger als angemeldet. Der überwiegende Teil kam aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie aus weiteren orten in Deutschland, 11 Telnehmende kamen vom europäischen Netzwerk HoPe Vertreten waren die Länder Dänemark, Finnland, Irland, Österreich und die Niederlande.
Für diese eine Woche Camp inklusive der ganzne Hin- und Rückreisekosten der Teinehmenden, die möglichst vollständig übernommen wurden, wurden etwa 45.000 Euro eingeplant.
 
(Politisierung der Strukturlosen; "Big Brother" und das süsse Mäuschen; "Härte" in "Freistatt", von Drogen und Armut, Den Schlüssel zur Kirche hatte ich; das Woodstock im Moor)

II. Politisierung der Strukturlosen?

Aus ganz Deutschland sind Wohnungslose eingeladne, angemeldet haben sich fast 90, vor Ort zählt man ca. 80. In Berlin-Köpenick bietet die Plattengruppe eine kostenlose Busfahrt für 8 Leute an, 5 lassen sich registrieren, 3 fahren mit. Die Bethelstiftungen hat Gelder für 3 Sommercamps bewilligt, Zelte, Sanitäranlagen, 3 Mahlzeiten samt viel Wasser, Kaffee, Tee und Kuchen kostenfrei. Ei Großteil der Leute ist über 30, zumeist über 50, man kommt auch aus Dänemark und Wien. Die Obdachlosigkeit werde steigen, hatte Felber 2012 prognostiziert, und 2015 strömen Tausende von Kriegsflüchtigen nach Europa und polarisieren die bürgerliche Gesellschaft in angeblich rechtspopulistische Warner und in angeblich linksblinde "Refugee-Welcome"-Marktschreier. Ende Juli also fand in Freistatt Nähe Osnabrück ein historisches Ereighnis statt: 1 Woche komen Wohnungslose und sozila Schwache auf ein Feriencamp, u mkit Info-Workshopsund vielen Aktionsmöglichkeiten ihren Alltag und ihr Umfeld zu verändern.
Der Sonntagabend wird eröffnet mti der Rede von Stefan, dem Freistattbürgermeister, von Karsten, der für die Schreibwerkstatt schreiben will, sowie Frank Kruse. Der ndr und die taz haben sich angesagt, wollen große Reportagen schreiben und ein kleines Filmchen drehen, am liebsten ein Campmitglied über die Tage interviewen und begleiten. "Wir geben euch die Strukturen", so appelliert Frank Kruse nüchtern und verbal-händereichend an die Versammelten, "damit ihr euch vernetzen könnt, damit die Wohnungslosen nicht so allein ohne Lobbygruppen und individualistisch dastehen - was ihr machen wollt und daraus macht, das bleibt euch überlassen. Wir mischen uns nicht ein!"
Am Sonntagabend bittet bereits (..) Campaktive um Schreibarbeit. Die "Schreibwerkstatt" unter Karstens Leitung will täglich am Abend ein kleines Artikelchen an die Freistätter Onlinezeitung von "Wohnungslos-Infos" liefern, das können auch Gedichte oder andere Beiträge sein.
Der Montag startet mit einem Frühstück und einem Kennenlernspaziergang durch Freistatt. Derweil sehen die Älteren ein Filmchen vom Berberkongreß  von 1991, originalaufnahmen von Reden, Günter-Jauch-Kurzdokus sowie zdf-Magazinblicke. Die Gruppe diskutiert heftig über die Begriffe "Berber", Wohnungs- und Obdachlosigkeit, über die Nazi-Politik für Wohnungslose, über Gruppen von Wohnungslosen, die sich gegenseitig abgrenzen und sich damit selbst Ehre im Kosmos geben. Am Anfang steht die Frage, warum die jüngeren Campbewohner nicht mitdiskutieren, doch die genießen den kostenlosen Campurlaub in ihren eigenen Peer-Groups mit viel frisch beim Camp gekauftem Hasch.
 
Das Camp erinnert an die ATTAC-Sommerakademien mit festen zeiten, festen Strukturen und Info-Workshops. Die Rhetorik und Gruppenmoderation der Workshop-Teilnehmenden lässt von Satzformulierung, Wissen und Reflexionsfähigkeit keineswegs auf geistig abgestürzte Obdachlose schließen, egal ob sie seit 30 Jahren "Platt machen" oder in irgendwelchen Unterkünften Zimmerchen zugewiesen bekommen haben. Viele Leute lassen sich auf die Strukturen ein, die Mahlzeiten sind sättigend und bescheiden bis nahrhaft.

III. Von KenFM und "Härte" in "Freistatt"

Was bedeutet arm, so diskutieren die linken Weltverbesserer unter den Studenten nicht nur in Frankfurt? Wenig Geld haben? Nein, NICHT TEILHABEN zu können! Auch billiges Essen ist nicht recht und billig, sondern sehr ablehnenswert! Packt die schwachen und die starken Schüler zusammen, auf dass sie alle intellektuell glänzen mögen! Wer aber nix hat, wird ausgeschlossen, kann nicht mehr ins Freibad, nicht mehr in die Bibliothek, kann höchstens für 70 Euro die Woche kiffen. (Wahrscheinlich, der Autor kennt sich in dem Bereich ehrlicherweise zu wenig aus und bleibt naiv.) Ein Freund von mir bemerkte vor einigen Jahren: "Weißt du, das Schlimmste an dem Zustand ist nicht, dass du wenig Geld hast - da gehste halt zu Lidl und kaufst ein billiges Essen, das geht schon. Aber die Verachtung durch die Mitmenschen, das tut weh! Und wenn du in Mülleimern nach Pfandflaschen suchst, weil du dein Taschengeld aufbessern willst, dann gucken die anderen!" Wirst du wirklich immer ausgeschlossen - oder gibt es nicht Möglichkeiten, teilzuhaben an Aktionen, wo du ganz gleich welcher Voraussetzung du mit aktiven, netten Menschen zusammenkommen, akzeptabel nahrhaftes Esssen zu dir nehmen und Spass und Aktionen welcher Art auch immer genießen kannst? Mir schoß spontan eine Idee in den Kopf - und lernte die Lektion, dass man nicht Bälle unnötig so verschießen darf, dass der Ball mit voller Wucht gegen das eigene Schienbein zurückprallt.
Ja, da habe es doch Mitte Juni eine Aktion gegeben: eine Menschenkette für Frieden mit einem sehr günstigen Camp, das man unter Umständen sogar kostenlos hätte genießen können. Da treffe man Leute aus ganz Deutschland, Alter egal, Schulbildung egal, Reichtum egal, Alter egal, Knasterfahrung egal ... wichtig wäre nur: Interesse am Thema, das im Mittelpunkt des Camps steht, in dem Fall sich mit dem Thema Kriegseinsätze und ein Zeichen für Frieden setzen. Am Freitag fanden ganztags Workshops in der Versöhnungskirche von Kaiserslautern statt, dessen Höhepunkt Willy Wimmer und Albrecht Müller mit großen Reden bildeten, warum wir sehr aufpassen müssen, dass der Alltag nächste Tage aus anderen Gründen denn aus Wohnungslosigkeit durcheinandergewirbelt werden könnte, und am Samstag bildeten 5000 Menschen eine 12km lange Menschenkette, hielten sogar dem Reden stand, soviel Freude macht es, gemeinsam für Frieden zu werben. Du bist arm, Sonderschüler? Kein Problem! Du bist für Frieden? Super, mach mit! Raus aus dem Suppenschüssel-Kosmos der Scheidungsopfer und der BILD-Lese-Kasper. Doch als ich dies anführte als EIN Beispiel, da ging ein geschätzter Herr Kollege gleich mal hoch: Dieses Friedenscamp sei doch von dem Alternativjournalisten KenFM beworben worden! Er kenne den, der habe jahreslang Politsendungen auf RBB gemacht und sei dann aus sehr berechtigten Gründen gechasst worden, dieser rechte und schreckliche Typ! Wen der für etwas wirbt, dann solle man lieber bei der Suppenschüssel bleiben und nicht zur Friedensfahne greifen, soviel Ehre muss sein gegen die rechten Hetzer!
 
Im Prinzip war die Kritik richtig: KenFM war tatsächlich wegen einiger Kommentare gefeuert worden, manche Leute lehnen seine Interviews strikt ab, und er hatte das Friedenscamp beworben und sogar die Reden von Albrecht Müller und Willy Wimmer aufgezeichnet. Ich konnte nicht vollständig widersprechen. Ich war nur wütend, dass ich mich abgewatscht fühlte wie der Boote des halb-falsch Verleumdeten. Mich interessierte das Thema des Friedens, nicht der Journalist. Ich verlor tatsächlich die Geduld.
 
Doch es sollte noch härter kommen: Nachdem einige Campteilnehmer offenbar wegen Mißhandlungen usw. auf die Straße gekommen waren, bot ich an, den Film "Härte" von Rosa von Praumheim privat zu zeigen. Hintergrund ist auch der, dass der Protagonist Andreas Marqardt sich in Berlin für dortige Wohnungslose einsetzt und schon verschiedene Spenden-Aktionen veranstaltet hat, zudem Gewalt- und Mißbrauchsopfern helfen will, Ende September wird ein Großprojekt in Berlin-Neukölln mit Richtern, Polizisten, Lehrern, Psychologen usw. starten, wo er auf kriminelle Jugendliche zugeht, um sie von der Straße abzufangen. Als wir am Mittwochabend den Film sahen, waren ca. 8 Leutchen anwesend. Dank der Moderations-Hilfe von Frank Kruse ergab sich eine spannende Diskussion. Manche Frauen waren von den Darstellungen derart schockiert, dass ihnen die Worte für Fragen fehlten.

IV. Von Drogen

Am Donnerstag hielt Dr. Hoppe von der Fachklinik Bannen einen Workshop, der sichmit Drogen allgemein und mit Alkoholkrankheit im Besonderen befaßte, anwesend waren einige Mitglieder der Anonymen Alkoholiker. Die folgenden Notizen werden später zu einem Text geschrieben...
 
1,8 Millionen der 19-64jährigen sei
1,6 Millionen
2,3 Millionen suchtkrank an Medikamentenmißbrauch
5,6 Millionen Tabak-süchtig
319.000 Drogenabhängige in ganz Deutschland, hinzu kämen Glücksspielabhängige und Onlineabhängige
 
9,7 Liter Reinalkohol pro Kopf, ein großer Eimer
Frauen mehr als 12 g pro Tag, Männer 24 g pro Tag
 
g : ml mal Volin % geteilt durch 100 mal 0,8
Glas Sekt/Wein 9g
1/4 Karaffe Wein 22g
Flasche Rotwein 66g
Flachmann Wodka mit 100ml: 38g
Große Flasche bier 18,8g
330
 
Definition von Abhänigkeit: Verlangen/Zang, Verlust der Kontrollfähigkeit, Entzugserscheinung bei Stop, Toleranzerhöhung, Einengung, schädliche Folgen
 
Die positiven Wirkungen des Rausches, die Erblichkeit, die Verträglichkeit, die gelernte Verarbeitungsweise und seelische Konflikte, das Lernen von Umgang mit Sucht, die Familienrollen, die seelische Erregung durch die Neurotransmitter wie das Dopamin, Kinderdepression, ein 6fach erhöhtes Risiko bei depressiv erkrankten Eltern, die sozialen Rolen und der soziale Kontext.
 
kritische Jahremenge 4,4l bis 8,8l
tatsächliche Jahesmenge beim Durchschnittsmenschen bei 9l
 
Der Autor hat den Workshop nach etwa der Hälfte verlassen und damit möglicherweise die im Anschluss an die Powerpoint-Folie stattfindende Diskussion mit den anwesenden trockenen Alkoholikern verpaßt. Der Autor wollte beim Nachgespräch des dokumentarischen Spielfilms "Freistatt" sowie beim Besuch des berüchtigten Jugendheims dabei sein. Der Autor hätte sich von dem Workshop erhofft, welchen Zusammenhang Drogenkrankheit bei Armen und/oder Wohnungslosen spielt, auf welche Weise der Drogenkonsum in zum Verlust der Wohnung und zum Absturz in die Armut führen kann bzw. auf welche Weise den Betroffenen, die arm bzw. wohnungslos sind, Wege gezeigt werden können, aus der Situation herauszukommen. Da der Autor keinen Alkohol mag und deshalb in diesem Problembereich auf keine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen kann, wäre es umso wichtiger gewesen, ein paar theoretische Anhaltspunkte geliefert zu bekommen. Der Autor ist deshalb von dem Workshop enttäuscht. Was die Statistiken und insbesondere die biochemische Wirkung von Alkohol und anderen Drogen angeht, hat der Autor schon im Workshop auf eine für den interessierten Laien sehr interessante Dokumentation von ARTE verwiesen, ein Fünfteiler über alle möglichen Drogenarten, ihre biochemische Wirkung, ihre "Opfer" und den Umgang damit:
 
https://www.youtube.com/watch?v=EcsVuJCsleM

Hier endet das Manuskript von Markus H.

2017 Plakat Wohnungslosentreffen FreistattAlles verändert sich, wenn wir es verändern! Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und Hilflosigkeit sind keine Naturgesetze – ist das Motto des zweiten Wohnungslosentreffens. Vom Sonntag, dem 23. Juli bis Sonntag, 30. Juli 2017 treffen sich in Freistatt, Niedersachsen engagierte Wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen, die sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Situation verbessern wollen.

Im Mittelpunkt der Woche steht, sich kennenzulernen, untereinander auszutauschen, neue Standpunkte zu finden und daraus gemeinsame Vorhaben zu entwickeln. Es wird ein abwechslungsreiches Programm mit Workshops, Kultur und Musik angeboten.

Um wohnungslosen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, ist das Treffen einschließlich Verpflegung kostenlos, die Reisekosten können bezuschusst werden. Übernachtet wird in bereitgestellten Zelten.

Weitere Informationen auf www.wohnungslosentreffen.de

Im Newsletter wird fortlaufend über den Stand des Projekts berichtet. Die Anmeldung beginnt am 01.06.2017 über die Webseite.  Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 120 begrenzt.

Das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 ist ein zentraler Baustein des Projekts „Förderung von Teilhabe und Selbstorganisation wohnungsloser Menschen in Niedersachsen (Empowerment, Community Organizing, Sommercamps, Verstetigung)“ am Standort Freistatt der Stiftung Bethel. Es wird finanziert von der Aktion Mensch, dem Land Niedersachsen und dem Diakonischen Werk in Niedersachsen. Zentrale Kooperationspartner sind das Armutsnetzwerk (ANW) und das Europäische Netzwerk Homeless People in Europe (HOPE).

Hintergrund: Strukturen der Teilhabe wohnungsloser Menschen in Gesellschaft und Wohnungslosenhilfe sind bestenfalls ansatzweise entwickelt. Um dies zu verbessern, werden in Niedersachsen in einem dreijährigen Prozess des Empowerment und des Community Organizing wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen angesprochen, motiviert, unterstützt, gefördert, qualifiziert und begleitet, an ihren momentanen Aufenthalts- bzw. Lebensorten (Obdächer, Tagestreffs, Straße usw.) regionale und thematische focussierte Selbsthilfe- und Teilhabegruppen zu bilden und ihre Anliegen selbstbestimmt zu artikulieren und zu vertreten. Die entstehenden Gruppen werden dabei unterstützt, sich kennen zu lernen und auszutauschen, voneinander zu lernen, sich zu qualifizieren, langfristig Initiativen zu verabreden, Aktionen zu planen, Netzwerke zu bilden, zu verstetigen und nachhaltig in Wohnungslosenhilfe und Gesellschaft zu wirken. Jährliche Sommercamps dienen als Plattform der Interaktion sowie als Meilensteine für den Aufbau und die Absicherung von Beteiligungs- und Selbstorganisationsstrukturen Wohnungsloser.

Kontakt:

Dr. Stefan Schneider (V.i.S.d.P.)
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: 05448-88555 //
Mobil dienstlich: 0160 – 697 72 62

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Goethe, Faust I

In diesem Sinne, Euch allen Frohe Osterfeiertage!

2017 04 WSFF Werner - Die Teilnehmenden in beim Mittagessen - Foto: Werner

1. Teilnehmer

Von Mittwoch, 05.04. bis Freitag, den 07.04.2017 trafen sich in Freistatt Teilnehmer vom Projekt Wohnungslosentreffen (Alexandra und Mirko aus Frankfurt, Annette, Marcus, Hasso und Janina aus Hannover, Christof, Harry, Jens und Timo aus Freistatt, Norbert aus Edewecht, Stefan und Werner aus Berlin, Jürgen Schneider (ANW). Vertreten waren damit auch Projekte ANW, HOPE, Asphalt Strassenmagazin, Radio Help 4 You, Freistätter Online Zeitung, Teestube Jona, Tagestreff Szenia.
Gäste waren Ingolf Semper, Öffentlichkeitsarbeit Bethel im Norden sowie Frank Kruse, Bereichsleiter Wohnungslosenhilfe Freistatt.

2. Themen

Themen waren, über Öffentlichkeitsarbeit etwas zu lernen sowie die Öffentlichkeitsarbeit für das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 im einzelnen abzusprechen und Texte zu erstellen.

3. Inputs

3.1. Vortrag Öffentlichkeitsarbeit

Workshop Öffentlichkeitsarbeit - die Agenda - Foto: WernerIngolf Semper,  Öffentlichkeitsarbeit Bethel im Norden, gab eine Kurzvortrag zu allgemeinen Aspekten der Öffentlichkeitsarbeit (Präsentation in der Anlage).
Entscheidend ist, als Öffentlichkeitsarbeiter 1. Unterwegs zu sein, sich 2. Dinge konkret anzuschauen und 3. überzeugt zu sein. 80% oder mehr der Öffentlichkeitsarbeit ist intern. Zu beantworten sind die Fragen: Wer, was, wann, wo, wie und warum? Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit muss als Team agieren und gleichzeitig klare Zuständigkeiten festlegen.

3.2. Sichtweisen

Christof stellt das Papier „Leitfaden für respektvolle Armutsberichterstattung“ der Armutskonferenz Österreich vor. Entscheidend für die Kommunikation ist eine bewusste Wortwahl. „Sprache schafft Wirklichkeit“. Deswegen ist es wichtig, diskriminierende Begriffe wie „abgerutscht“ oder „sozial schwach“ selbst zu vermeiden bzw. darauf zu achten, dass diese Begriffe in Wort und Schrift nicht verwendet werden. Es gibt meistens passendere Formulierungen.

3.3. Corporate Identity

Frank Kruse gibt eine Einführung zum Themenkreis Corporate Identity (Unternehmensidentität). Eine solche wird üblicherweise hergestellt, um ein Unternehmen und seine Botschaft im öffentlichen Bewußtsein zu verankern. Bestandteile dessen sind das Corporate Design (einheitliches Logo, Namenszug, Schriftart, Farbe usw), Corporate Behavior, hier geht es um ein einheitliches Auftreten sowie die Corporate Kulture, die Unternehmenskultur (Art und Stil des Auftretens, Du oder Sie in der Sprache usw.)
Mit einer bestehenden CI ist es einfacher möglich, zu kommunizieren. Kommunikationsziele können z.B. eine Handlungsaufforderung, die Änderung einer Einstellung, die Vermittlung von Informationen sein. Eine Verständigung über Inhalte und Stil sind genauso erforderlich wie eine Festlegung von Wegen und Mitteln.
Auch wenn die Frage der Corporate Identity innerhalb des Projekts noch in der Klärung ist (Selbstfindungsprozeß: Wer sind wir?), sind einige Tendenzen bereits erkennbar.

4. Texte

Folgende Texte wurden gemeinsam erarbeitet und abgestimmt:
A) Ankündigung für Wohnungslosentreffen 2017 (für Teilnehmer)
B) Presseerklärung
daraus ergibt sich der Text für die Flyer sowie für das Flugblatt für den Kirchentag.
Die Texte können von der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit zu eigenen Zwecken verwendet werden.

4.1. Ankündigung für Wohnungslose und ehemals Wohnungslose [Status: Aktiv 07.04.2017, 12:00]

Workshop Öffentlichkeitsarbeit - Foto:JensVernetzt Euch, erhebt Eure Stimme für Selbstorganisation und handelt mit uns. Bringt Eure Ideen ein und macht mit!

Vom Sonntag, dem 23. Juli bis Sonntag, 30. Juli 2017 treffen sich in Freistatt, Niedersachsen engagierte Wohnungslose / Obdachlose / ehemals Wohnungslose / von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, die sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Situation verbessern wollen.

Alles verändert sich, wenn wir es verändern! Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und Hilflosigkeit sind keine Naturgesetze – das ist das Motto des Wohnungslosentreffens.

Im Mittelpunkt der Woche steht, sich kennenzulernen, untereinander auszutauschen, neue Standpunkte zu finden und daraus gemeinsame Vorhaben zu entwickeln – Eure Ideen und Beiträge sind willkommen! Wir bieten Euch ein abwechslungsreiches Programm mit Workshops, Kultur und Musik.

Das Treffen einschließlich Verpflegung ist kostenlos, übernachtet wird in Zelten, Reisekosten können bezuschusst werden.

Wenn Du dabei sein möchtest, findest Du weitere Informationen auf www.wohnungslosentreffen.de. Bitte trage Dich für den Newsletter ein, damit wir Dich auf dem Laufenden halten können! Anmelden kannst Du Dich ab dem 01.06.2017 über die Webseite.  Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 120 begrenzt.

4.2. Presseerklärung [Status: Aktiv 07.04.2017, 12:00]

Workshop Öffentlichkeitsarbeit - der Plakatentwurf - Foto JensAlles verändert sich, wenn wir es verändern! Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und Hilflosigkeit sind keine Naturgesetze – ist das Motto des zweiten Wohnungslosentreffens. Vom Sonntag, dem 23. Juli bis Sonntag, 30. Juli 2017 treffen sich in Freistatt, Niedersachsen engagierte Wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen, die sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Situation verbessern wollen.

Im Mittelpunkt der Woche steht, sich kennenzulernen, untereinander auszutauschen, neue Standpunkte zu finden und daraus gemeinsame Vorhaben zu entwickeln. Es wird ein abwechslungsreiches Programm mit Workshops, Kultur und Musik angeboten.

Um wohnungslosen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, ist das Treffen einschließlich Verpflegung kostenlos, die Reisekosten können bezuschusst werden. Übernachtet wird in bereitgestellten Zelten.

Weitere Informationen auf www.wohnungslosentreffen.de.
Im Newsletter wird fortlaufend über den Stand des Projekts berichtet. Die Anmeldung beginnt am 01.06.2017 über die Webseite.  Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 120 begrenzt.

Das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 ist ein zentraler Baustein des Projekts „Förderung von Teilhabe und Selbstorganisation wohnungsloser Menschen in Niedersachsen (Empowerment, Community Organizing, Sommercamps, Verstetigung)“ am Standort Freistatt der Stiftung Bethel. Es wird finanziert von der Aktion Mensch, dem Land Niedersachsen und dem Diakonischen Werk in Niedersachsen. Zentrale Kooperationspartner sind das Armutsnetzwerk (ANW) und das Europäische Netzwerk Homeless People in Europe (HOPE).

Hintergrund: Strukturen der Teilhabe wohnungsloser Menschen in Gesellschaft und Wohnungslosenhilfe sind bestenfalls ansatzweise entwickelt. Um dies zu verbessern, werden in Niedersachsen in einem dreijährigen Prozess des Empowerment und des Community Organizing wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen angesprochen, motiviert, unterstützt, gefördert, qualifiziert und begleitet, an ihren momentanen Aufenthalts- bzw. Lebensorten (Obdächer, Tagestreffs, Straße usw.) regionale und thematische focussierte Selbsthilfe- und Teilhabegruppen zu bilden und ihre Anliegen selbstbestimmt zu artikulieren und zu vertreten. Die entstehenden Gruppen werden dabei unterstützt, sich kennen zu lernen und auszutauschen, voneinander zu lernen, sich zu qualifizieren, langfristig Initiativen zu verabreden, Aktionen zu planen, Netzwerke zu bilden, zu verstetigen und nachhaltig in Wohnungslosenhilfe und Gesellschaft zu wirken. Jährliche Sommercamps dienen als Plattform der Interaktion sowie als Meilensteine für den Aufbau und die Absicherung von Beteiligungs- und Selbstorganisationsstrukturen Wohnungsloser.

Kontakt:
Dr. Stefan Schneider (V.i.S.d.P.)
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: 05448-88555 //
Mobil dienstlich: 0160 – 697 72 62

5. Einzelne Vereinbarungen

5.1 Termine

Wir vereinbaren, dass Ankündigungen und Presseerklärung am Dienstag, 18.04.2017 möglichst gemeinsam veröffentlicht werden (Webseite Wohnungslosentreffen, ANW, Freistätter Online Zeitung)
Janine kümmert sich um die Druckaufträge für Plakate (500) und Flyer (2500).

5.2. Allgemeiner Flyer

Für eine allgemeine Werbekampagne (z.B. Jubiläum Bethel) muss ein eigenes Informationspapier mit Spendenaufruf erstellt werden. Frank soll sich kümmern um die Abstimmung des Spendenaufrufes mit Dankort bei der Stiftung Bethel.  Der Flyer wird von Christof und Stefan mit Frank und Janine entwickelt und mit der AG Öffentlichkeitsarbeit abgestimmt. Deadline ist Ende Mai.

5.3 Flugblatt für Kirchentag

Text an André Lange schicken macht Stefan heute

5.4.  Mobilisierung über email

Workshop Öffentlichkeitsarbeit - Definition Zielgruppe - Foto:WernerDie Ankündigung für das Wohnungslosentreffen soll ebenfalls über Emailverteiler verbreitet werden. Verteiler
- BAG Wohnungslosenhilfe,
- EBET Evangelischer Fachverband &
- FEANTSA Europäische Fachverband und
- Bahnhofsmissionen.
Dazu wird ein Anschreiben verfasst und Plakat und Flyer als PDF versendet (Stefan).
Erwähnt werden soll im Forum bzw. über email, dass weitere Plakate und Flyer angefordert werden können.
Die Ankündigung für die Strassenzeitungen per email übernimmt Hasso.
Den Versand an die Einrichtungen in Niedersachsen sowie die Bahnhofsmissionen übernimmt Michaela Jahnkuhn-Brunotte.
Das Anschreiben an die Mitglieder vom Armutsnetzwerk übernimmt Norbert in Abstimmung mit Stefan
Die Ankündigung für die Mitglieder von HOPE soll Harald übernehmen. Christof übersetzt die Ankündigung.

5.5. Start Presseerklärung

Die Presseerklärung wird ab Dienstag, 18.04.2017 verbreitet.
- Verteiler über Janine (Regionale Presse),
- Diakonisches Werk in Niedersachsen,
- LAK Niedersachsen,
- Ingolf Semper (Bethel im Norden), Bahnhofsmissionen.

Auf der Presseerklärung ist Stefan Schneider als Kontaktperson angegeben.

Über Rückmeldungen wird die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig informiert. Dazu wird eine eigene email  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
mit Weiterleitung an die einzelnen Leute eingerichtet.

6. Fest 150 Jahre Bethel

Das Jubiläum 150 Jahre Bethel wird am Samstag und Sonntag 24. und 25. Juni in Bielefeld unter anderem mit einem Markt der Möglichkeiten gefeiert. Frank Kruse kümmert sich um einen Stand und bietet an, dass das Projekt Wohnungslosentreffen sich dort offensiv präsentiert.
Die Zeiten sind
Samstag 11:00 Uhr – 18:00 Uhr
Sonntag, 10:00 Uhr - 14:00 Uhr mit Unterbrechung Gottesdienst 11:00 Uhr
Vertreten wird sein die Wohnungslosenhilfe Freistatt, Freistätter Online Zeitung
Lay-Out des Standes: übernimmt Frank
Standbesetzung werden sein: Jens, Christof, Marcus, Hasso (Samstag), Annette, Alexandra, Werner. Interessiert  an einer Teilnahme sind: Janina, Norbert ??, Timo.

7. „innovatio 2017“ – Sozialpreis für caritatives und diakonisches Handeln

Vereinbart wird, dass Stefan im Auftrag der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit eine Bewerbung für den Sozialpreis einreichen soll.

8. Sonstige Einzelfragen

  • Marcus erstellt drei oder mehr Radiobeiträge a max 10 Minuten zu Beginn, in der Mitte und zum Ende des Wohnungslosentreffens, Marcus arbeitet mit Werner zusammen.
  • Konkrete Zusagen über Videobeiträge liegen nicht vor, sind aber erwünscht.
  • Wohnungslosentreffen: Die Technik (Computer, Drucker, Internetanschluss) wird von der Freistätter Online Zeitung in Absprache mit dem OrgaTeam vorab bereit gestellt. Die Teilnehmer der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit reisen nach Möglichkeit am Samstag an.
  • Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit trifft sich jeden Morgen um 08:30 Uhr und jeden Abend um 19:00 Uhr  (Ort wird noch festgelegt) zur Tagesplanung und Aufgabenverteilung.
  • Die Gruppe Öffentlichkeit kümmert sich (nach Möglichkeit) um eine tagesaktuelle Berichterstattung und veröffentlicht diese auf der Freistätter Online-Zeitung. Auf der Webseite Wohnungslosentreffen.de wird lediglich eine Linkliste fortlaufend aktualisiert.
  • Die Protokolle aus den einzelnen Workshops sollen von den Workshopteilnehmern erstellt und auf einer Ergebnis- und Infowand dargestellt werden. Eine Kopie des Protokolls (oder Fotoprotokoll) soll der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt werden. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit kann in Einzelfällen bei der Dokumentation unterstützend tätig werden.
  • Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit ist offen, Teilnehmer vom Wohnungslosentreffen können gerne dazu kommen.

Zusammenfassend: Die gesamten Arbeitsergebnisse der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit sind ein zentraler Baustein für die Kommunikation vom Gesamtprojekt Teilhabe und Selbstorganisation Wohnungsloser.
Das sind die gemeinsamen Erfahrungswerte für die Weiterführung des Projekts Teilhabe und Selbstorganisation Wohnungsloser.
Zielstellung könnte eine Gesamtdokumentation des Treffens 2017 sein.

Freistatt, 07.04.2017,
für das Protokoll: Stefan Schneider

Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit zum Wohnungslosentreffen 2017

Organisatorisches

Blickreihenfolge, bis mit dem Lesen eines Brief-Textes begonnen wird (Quelle = www.geroldbraun.de Urheber = Gerold Braun - WikiCommons)


Maximale Teilnehmer: 12

Voraussetzung: Bereitschaft, im Rahmen des Projekts Teilhabe und Selbstorganisation Wohnungsloser /Wohnungslosentreffen regelmäßig bei der Öffentlichkeitsarbeit mitzuwirken (Dokumentation mit Texten und Fotos, Pressearbeit, Soziale Netzwerke)


Unterkunft: Seminarhaus Wegwende in Freistatt

Fahrkosten:  können erstattet werden

Teilnahmekosten: keine

Anreise: Mi. 05. April 2017 bis 13:00 Uhr
- wer bis 12:00 Uhr angereist ist, kann in der Hauptküche Mittag essen

Abreise: Fr. 07. April  2017 ab 13:00 Uhr
- nach dem Mittagessen

 

Mittwoch,  05. April 2017

14:00 – 14:30 Uhr –  Beginn
Kennenlernen / Vorstellungsrunde/ Erwartungen
Verständigung über das Seminarprogramm

14:30 – 16:00 Uhr –  Was ist Öffentlichkeitsarbeit? - Vortrag und Diskussion
Ingolf Semper, Referent für Öffentlichkeitsarbeit – Bethel im Norden

ggf. rechtliche Aspekte

16:00 – 16:30 Uhr  –  Pause

16:30 – 18:00 Uhr Sichtweisen (Vorschlag: Moderation Stefan, Protokoll: Norbert)

  • Das Bild der Obdachlosen in den Medien/ Das Selbstbild Obdachloser
  • Analyse der bisherigen Presseresonanz vom Projekt Teilhabe / Wohnungslosentreffen
  • Vorstellung „Leifaden für respektvolle Armutsberichterstattung“ (Armutskonferenz.at)(Vorstellung: Christof)

18:00 Uhr  –  Abendessen

ab 20:00 Uhr–  Politische Öffentlichkeitsarbeit
am Beispiel des Spielfilms „Er ist wieder da!“

 

Donnerstag, 06. April 2017

08:00 – 09:00 Uhr  –  Frühstück

09:00 – 12:00 Uhr (Vorschlag: Moderation Werner, Protokoll Markus)

1. Selbstverständnis der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit / Abgrenzung zu anderen Gruppen
Entwicklungsziele für 2017/18

2. Inhalte (was auf dem Sommercamp erreicht werden soll):
Selbstvertretung / Bewegung / Interessenvertretung …. Selbstverständnis klären (vorläufig)

3. Kommunikationswege / Presseverteiler
Allgemeinheit / Presse & Medien / Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe
Kommunikation intern und extern
Kontakte / Multiplikatoren

4. Wie wollen wir auf dem Wohnungslosentreffen arbeiten?
Räume/ Zeiten/ Treffpunkte/ Termine

5. Was ist jetzt zu tun? - Kommunikation von Inhalten

  • Presseankündigung
  • Ankündigung für Wohnungslose und ehemals wohnungslose
  • Flugblatt für den Kirchentag
  • Flyer-Text
  • Gestaltung des Anmeldeformulars
  • Termine für Pressekonferenzen
  • Freistatt-Plan, Programmheft, Kugelschreiber / Feuerzeuge / T-Shirts / Tassen / usw.

12:00 – 15:00 Uhr  –  Mittagessen mit  Mittagspause

15:00 – 16:00 Uhr –  Zielorientiertes Texten (Frank Kruse, Bereichsleiter der Wohnungslosenhilfe Freistatt)
- Wie sage ich es meinem Publikum?

16:30 – 18:00 Uhr –  Erarbeitung von Texten in Kleingruppen
(Presseerklärung, Ankündigung für Wohnungslose, Flugblatt Kirchentag, Flyer Mobilisierung)
Vorstellung der Ergebnisse
Klärung des weiteren Vorgehens

18:00 Uhr  –  Abendessen

20:00 – 22:00 Uhr  –  Soziale Netzwerke (Vorschlag: Moderation Christof, Protokoll Janina)
Gegenseitige Vorstellung:

  • Wie wir Soziale Netzwerke nutzen
  • Chancen und Risiken
  • Wie poste ich was und wie?

Ggf. Vorbereitung des gemeinsamen Abschlussprotokolls (alle Protokollanten)

 

Freitag, 07. April 2017

08:00 – 09:00 Uhr  –  Frühstück

09:00 – 12:00 Uhr (Vorschlag: Moderation Alex, Protokoll Stefan)

  • Abstimmung und Verbreitung der Presseerklärung/ Ankündigungen / Flugblatt/ Flyer
  • Festlegung von Ansprechpersonen (Namen, Email, Telefon)
  • Gemeinsames Abschlussprotokoll
  • Verabredung der nächsten Schritte

12:00 Uhr  –  Mittagessen Hauptküche, danach Abreise


ANLAGE:

Offene Gruppe Öffentlichkeitsarbeit – Eine Überlegungen zum Selbstverständnis der Gruppe (Entwurf von Stefan, Stand 29.03.2017)

  1. Die Offene Gruppe Öffentlichkeitsarbeit ist Teil des Projekts zur Verbesserung von Teilhabe und Selbstorganisation wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen.

  2. Zentrales Ziel des Projekts besteht darin, eine Selbstvertretung / Interessenvertretung wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen aufzubauen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn möglichst alle Teilnehmenden am Projekt/ an den Wohnungslosentreffen sich mit dieser Aufgabenstellung befassen und sich zu eigen machen.

  3. Alle Teilnehmenden des Projekts machen Öffentlichkeitsarbeit bzw. sollen dazu befähigt werden, dieses zu können. Das meint konkret:
    - Ansprechen anderer Wohnungsloser (Multiplikatorfunktion, Aufbau von Gruppen)
    - Gespräche mit Menschen aus der Wohnungslosenhilfe (unmittelbare Interessenvertretung)
    - Gespräche mit Dritten - Politik, Medien, Sponsoren, Unterstützer*innen – (allgemeine Interessenvertretung)

  4. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit hat demnach die Aufgabe, alle Teilnehmenden am Projekt darin zu unterstützen, gute Öffentlichkeitsarbeit leisten zu können. Als besondere Herausforderung kommt hinzu, dass der Prozeß der Selbstfindung „Wer sind wir?“ und das Finden von Standpunkten „Was haben wir zu sagen?“ noch nicht abgeschlossen ist.

  5. Die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts Verbesserung von Teilhabe und Selbstorganisation wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen ist dann gut, wenn sie
    - von möglichst vielen Menschen getragen wird, die sich nach Möglichkeit vorher abgestimmt haben,
    - Projektteilnehmer befähigt, sich zu äußern, die es vorher nicht gemacht/ sich nicht getraut haben,
    - nur das kommuniziert, was ist,
    - alle bisher erarbeiteten gemeinsamen Positionen, Ziele und Vorhaben ehrlich und authentisch wieder gibt,
    - dazu einlädt, sich aktiv an diesem Projekt zu beteiligen bzw. dieses zu unterstützen.

  6. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit sollte allen Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnen (und sie dabei unterstützen)
    - mit eigenen Worten das Projekt, den gegenwärtigen Stand des Projekts und den eigenen Beitrag zu beschreiben,
    - das auch in anderen Formen auszudrücken (Text, Fotos, Film, Zeichnung, Collage),
    - sich in der Öffentlichkeitsarbeit zu erproben,
    - vorhandene Materialien (Plakate, Flyer, Webseite, Texte, Fotos, Berichte, Videos) für die eigene Arbeit zu nutzen.

  7. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit sollte allen Teilnehmenden geeignetes und aktuelles Material zur Verfügung stellen.

  8. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit hat Dienstleister gegenüber der Gesamtgruppe. Alle Aktionen, Einladungen, Termine und Verabredungen sind so zu gestalten, dass alle Teilnehmenden am Projekt die Chance haben, sich daran zu beteiligen und daran mitzuwirken.

  9. Wer etwas gut kann, nutzt dieses nicht zum eigenen Vorteil aus, sondern unterstützt und ermutigt andere, die das noch nicht so gut können.

[Abbildung]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Mailing.svg:Mailing.svg;

Beschreibung: Visualisierung der Sehgewohnheit beim Lesen; Quelle: www.geroldbraun.de, Urheber: Gerold Braun

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