Der Obdachllosen Berlins vor dem Asyl - Quelle: WikiCommonsDas Überleben ist nur möglich, wenn genügend Wärmestuben und Notquartiere für obdachlose Frauen und Männer bereitgestellt werden. Immer mehr Frauen und Männer leben auf der Straße – nach Schätzung des Armutsnetzwerkes sind es bundesweit inzwischen über 40.000 Personen. Sie leben im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, Kanalschächten, U-Bahn-Tunneln und in unbeheizten Abrisshäusern. Im jedem Winter erfrieren viele wohnungslose Menschen, sie verlieren den täglichen Kampf gegen Kälte, Feuchtigkeit und Frost berichtet Jürgen Schneider, der seit vielen Jahren wohnungslos ist.

Jürgen Schneider engagiert sich im Armutsnetzwerk e.V. und macht auf die akute Not aufmerksam. Er ruft auf, den drohenden Kältetod der wohnungslosen Menschen zu vermeiden und bittet dringend um Hilfe!

Kältehilfe-Aktion-2017-Armutsnetzwerk


Liebe Bürgerinnen und Bürger,

helfen Sie mit bei der Bereitstellung von Wärmestuben, Notquartieren, Suppenküchen und engagieren Sie sich bei kommunalen Einrichtungen wie Tagestreffs, Kirchen und Sozialverbänden vor Ort so können wir gemeinsam die Notlage der Betroffenen verhindern.

Der gemeinnützige Verein Armutsnetzwerk e.V. wurde im Jahre 2012 von Frauen und Männern, die von Armut und Obdachlosigkeit betroffenen sind, gegründet.

Der Verein unterstützt und fördert den Informations- und Gedankenaustausch von Initiativen und Einzelpersonen, die mit dem gesellschaftlichen Problem der Armut in seiner vielfältigen Ausprägung befasst ist. Er bündelt darüber hinaus Themen und Probleme und stellt sie einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion.

Der Verein„Armutsnetzwerk e.V“ beteiligt sich daran, den von Armut Betroffenen Gehör in der Gesellschaft zu verschaffen.

Helfen Sie uns - auch mit Spenden können Sie die akute Not lindern - Spenden an:

Kontoinhaber: Armutsnetzwerk e.V.
Stichwort „Winter“
IBAN: DE 15 2565 1325 0191 1175 55
BIC: BRLADE21DHZ

Eingehende Spenden werden den Einrichtungen der "Kältehilfe" zur Verfügung gestellt um Schlafsäcke ect. zu kaufen da das Armutsnetzwerk selbst keine Einrichtungen für den Winter betreibt.

Danke für Ihre Unterstützung

Jürgen Schneider
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Armutsnetzwerk e.V.
www.Armutsnetzwerk.de

 

 

Ein Nachruf von Karsten Krampitz

Rainer Schroeder - Foto von Karsten KrampitzZu Rainer Schröder habe ich mal gesagt: „Alter, du solltest Papst werden.“ Und ich weiß noch, dass ich dachte: ‚Mit dem langen Bart siehst du doch aus wie Gott. Warum soll Gott denn Papst werden?‘ Im Sommer 2016 war das in Freistatt, als wir uns beide ein Zimmer teilten. Beide wollten wir beim Wohnungslosencamp dabei sein, aber nicht draußen in den Zelten schlafen. Noch gut erinnere ich mich an die lange Reihe leerer Flaschen bei uns auf dem Fußboden – will heißen: Rainer und ich hatten eine gute Zeit. An den Abenden haben wir viel geredet, über Alkohol und Drogen und sogar über Papst Benedikt XVI., der 2010 bei seiner Wahl von sich behauptet hatte: „Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn.“ Mein Zimmerkumpel meinte dazu: „Der weiß doch gar nicht, wovon er spricht. Vom Weinanbau hat der doch keine Ahnung.“ Und ganz ehrlich: Statt Ratzinger hätte besser Rainer den Job übernommen…
Ich bin nicht bibelfest. Muss ich auch nicht als Atheist. Aber ich denke, dass alles Wichtige, die ursprünglich humanistische Botschaft des Christentums, im Gleichnis vom Weinberg steckt, Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, Vers 1-16. In dieser Geschichte wird das Reich Gottes mit einem Hausherrn verglichen, der am Morgen Leute einstellt, damit sie auf seinem Weinberg arbeiten. Er vereinbart mit ihnen einen Tagelohn von einem Silberstück. Im Verlaufe des Tages stellt der Weinbergbesitzer immer wieder neue Arbeiter ein – schließlich sogar solche, die für ihn bis zum Feierabend allenfalls eine Stunde tätig sind. Als der Tag dann zu Ende geht, bezahlt Big Boss zur Überraschung aller zuerst jene Arbeiter, die er zuletzt eingestellt hat, d.h. er zieht jene vor, die für ihn nur eine Stunde gearbeitet haben. Und das mit einem Silberstück! Auch alle anderen erhalten diesen Lohn. – Unter der Belegschaft des Weinbergs sorgt derlei Geschäftsgebaren für große Aufregung! Die Leute, die den ganzen Tag gearbeitet haben, beschweren sich. Über ihre Klage gegen die vermeintlichen Schmarotzer lesen wir: „Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.“ Der Besitzer des Weinbergs aber sagt: „Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir.“
Und darum geht es: Gerechtigkeit fragt nicht, wer schafft am meisten, wer bringt die größte Leistung. Gerechtigkeit heißt, dem Menschen gerecht sein; denn auch die Letzten, die auf dem Weinberg angefangen haben zu arbeiten, haben Familie, haben Grundbedürfnisse. Auch sie haben ein Recht zu leben. Und so steht geschrieben: „Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.“
Rainer Schröder war einer, der weder frühmorgens noch am späten Nachmittag zum Weinberg des Herrn gegangen ist. Warum auch? Rainer hatte über viele Jahre seinen eigenen, irgendwo an der Mosel. Ein ehemals brachliegender Rebgarten mit einer kleinen Hütte, die er mit Duldung des Besitzers wieder flottgemacht hatte, war sein Zuhause. Kein großer Wohlstand, zum Leben aber habe es gereicht. Pacht oder ähnliches musste er nicht zahlen. Eines Tages aber seien die Behörden bei ihm aufgetaucht und hätten Stress gemacht. Seine Steuerschuld wurde geschätzt, in fünfstelliger Höhe – und Rainer suchte das Weite; ging wieder auf Trebe.
Mehr weiß ich nicht über ihn. Nur so viel: Wie so viele der auf der Straße lebenden Menschen hatte auch er ein „bürgerliches“ Arbeitsleben hinter sich, als hochqualifizierter Konstrukteur im Kraftwerksbau, bis die Firma seine Stelle gestrichen hat. Eine Familie hat es auch gegeben, aber darüber haben wir kaum geredet. Ich weiß nur, dass er ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter hatte.
Beim Treffen in Freistatt hielt Rainer Schröder im „Haus Wegwende“ einen längeren Vortrag über die Probleme der „Wohnungslosigkeit im ländlichen Raum“. Er sprach langsam und gut überlegt. Und ich war nicht der Einzige in der Runde, der meinte: Rainer spricht von sich. In der Stadt gebe es überall Hilfe: Suppenküchen, Notübernachtungen etc. – nicht so auf dem Land. Hier geht die Armut wirklich auf die Knochen, sie macht dich kaputt. Er schwärmte vom integrierten Gesamthilfesystem der Diakonie Michaelshoven, davon dass die Hilfe dort dem Menschen angepasst wird und nicht umgekehrt. Er erzählte auch vom „Haus Segenborn“, in dem er sich viele Jahre lang als Bewohnervertreter engagierte. Als solcher wurde er sogar wiedergewählt, nachdem er längst wieder eine eigene Wohnung bezogen hatte.
Die Leute haben Rainer gern zugehört. Nicht zuletzt, weil es keine „Geschichten“ waren; der Mann war authentisch. In der recht übersichtlichen Szene der politisch engagierten (ehemaligen) Obdachlosen begegnet einem schon des Öfteren der eine oder andere Schwätzer. Rainer Schröder war anders. Obwohl er etliche Funktionen und Aufgaben übernommen hatte – u.a. arbeitete er in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe mit, in der Bundesbetroffeneninitiative und noch dazu in der Nationalen Armutskonferenz – blieb er in seinem Auftreten ein sehr bescheidener, warmherziger Mensch. Und ich weiß noch, dass ich nicht schlecht gestaunt habe, als er in einem Nebensatz die Schwäche der ganzen Wohnungslosenselbsthilfe auf den Punkt brachte: „die deutsche Brille“. So lange wir nicht damit anfingen, die Leute aus Osteuropa in unseren Projekten mitzudenken, all die Wanderarbeiter, Roma usw., kämen wir politisch nicht voran.
Am 19. November 2017 ist Rainer Schröder gestorben. Er wurde 68 Jahre alt.

Gemeinsames Ergebnisprotokoll des Koordinierungstreffens vom 12.-14.-10.2017 in Freistatt

1 Teilnehmende

Anwesend waren 35 Teilnehmende aus 18 Städten/ Ortschaften vom Projekt Wohnungslosentreffen.

André (Hamburg), Angela (Wilhelmshaven), Burkhard (Hannover), Christoph (Freistatt), Corinna (Pforzheim, BBI), Dirk, (Freistatt), Hari (Freistatt); Hasso, (Hannover/ Asphalt), Hwayda (Altenkirchen), Ilse (Köln /IBWA), Jens (Freistatt), Jörn (Freistatt), Jürgen (ANW), Jürgen (Potsdam); Karsten (Mainz), Markus (Frankfurt), Markus (Neumünster), Michael (Berlin), Mike (Waldbröl), Norbert (Edewecht), Olaf ( Berlin), Olaf (Hamburg), Peter (Altenkirchen), Regina (Wien), Sebastian (Freistatt), Stephan (Hamburg), Susi (Nürnberg), Thomas (Diepholz), Timo (Freistatt), Uwe (Lüneburg), Volker (Hamburg), Werner, (Berlin /ANW) sowie Frank, Janine und Stefan (Projektkoordination).

Vertreten waren damit die Gruppen Armutsnetzwerk e.V. (ANW), Bundesbetroffeneninitiative wohnungsloser Menschen e.V. (BBI); Europäisches Netzwerk wohnungsloser Menschen Homeless People in Europe (HOPE), Frauengruppe (Marburg); Freistätter Online-Zeitung, Initiative Bauen Wohnen Arbeiten (IBWA, Köln), Gruppe Mutterschiff (Hamburg), Strassenzeitung Asphalt (Hannover), Hartz-IV-Betroffene e.V. (Potsdam).

Entschuldigt waren: Alexandra (Frankfurt), Annette (Hannover), Frank (Köln), Hanne-Lore (Lüneburg); Jessica (Freistatt); Lothar (Limburg), Marcus, (Hannover), Stefanie, (Gummersbach), Thomas (Freistatt).

2 Erfahrungsaustausch

Foto Pinnwand: Was haben wir erreicht? Foto von Werner FrankeWir starteten unser Treffen mit einem intensiven Erfahrungsaustausch, in dem deutlich wurde, dass seit dem Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 das Projekt Aufbau einer Selbstvertretung Wohnungsloser breit kommuniziert worden ist, z.B. auf dem Treffen der Menschen mit Armutserfahrungen in Berlin, auf einem Fachtag zum Thema Partizipation in Lüneburg, auf einem Fest zum 150-jährigen Bestehen von Bethel in Bielefeld, beim Treffen der Nationalen Armutskonferenz in Berlin sowie bei weiteren Gelegenheiten und in vielen persönlichen Gesprächen.

3 Standortbestimmung

In einer Standortbestimmung haben wir zunächst gesammelt, was der Gruppe zu folgenden Fragen spontan eingefallen ist. Die Fragen waren:

1. Was haben wir erreicht?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/01-standort-erreicht.JPG

2. Was ist offen?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/02-standort-offen.JPG

3. Wo haben wir Schwierigkeiten?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/03-standort-schwierigkeiten.JPG

In zufällig zusammengestellten Arbeitsgruppen wurde die Notizen gesichtet und nach Wichtigkeit sortiert. Die Ergebnisse wurden anschließend in Plenum vorgestellt und diskutiert.

Sortierung: Was haben wir erreicht?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/04-sortierung-erreicht.JPG

Sortierung: Was ist offen?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/05-sortierung-offen.JPG

Sortierung: Wo haben wir Schwierigkeiten?
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/06-sortierung-schwierigkeiten.JPG

4 Meilensteine, Meilenstein-Gruppen und Termine für Ergebnisse

Auf dem Wohnungslosentreffen 2017 gab es eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Erstellung und Planung von Meilensteinen befasste. Hierbei ging es darum, festzulegen, was bis wann von wem erreicht werden soll. Das betrifft zum einen die weitere Arbeit im Projekt, zum anderen aber auch Planungen zur Fortführung des Projekt nach Ablauf des Förderzeitraums von Aktion Mensch Mitte Februar 2019 (siehe Dokumentation der AG Meilensteine vom Sommer 2017

http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/2017_Wohnungslosentreffen_Meilensteine.pdf

Nach kurzer Sichtung der Dokumentation zu den Meilensteinen bildeten sich drei Gruppen, die folgende Ergebnisse präsentierten:

1. Gruppe Vorbereitung Wohnungslosentreffen 2018
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/07-meilensteine-vorbereitung-wlt-2018.jpg
2. Gruppe Projektweiterführung
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/08-meilensteine-projektwuensche.JPG
3. Zusammenspiel und Arbeitsfähigkeit
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/09-meilensteine-gruppen.JPG

Auf Grundlage der Gruppenarbeit zum Thema Meilensteine wurde festgelegt, dass folgende 4 Meilensteingruppe gebildet und zu festgelegten Terminen Ergebnisse vorlegen soll. Dazu haben sich bereits Menschen gemeldet, die in den Gruppen mitarbeiten möchten.

1. Meilenstein-Gruppe - Vorbereitung Wohnungslosentreffen 2018
(Ergebnisse bis 15.04.2018)
Teilnehmende: Corinna (Pforzheim), Dirk (Freistatt), Karsten (Mainz), Peter (Altenkirchen), Angela (Wilhelshaven), Mike (Waldbröl), Jürgen (Sulingen), Susi (Nürnberg)

2. Meilenstein-Gruppe - Finanzierung
(Ergebnisse bis 15.07.2018)
Teilnehmende: Werner (Berlin), Angela (Wilhelmhaven), Corinna (Pforzheim), Jens (Freistatt), Michael (Berlin)

3. Meilenstein-Gruppe - Kommunikation
(Ergebnisse bis 15.12.2017)
Teilnehmende: Nobert (Edewecht), Hari (Freistatt), Jens (Freistatt), Timo (Freistatt)

4. Meilenstein-Gruppe - Handlungsgrundlagen von Gruppen
(Ergebnisse bis 15.02.2018)
Teilnehmende: Markus (Neustrelitz), Michael (Berlin)

Logo Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser5 Name, Logo, Leitbild

Gegenstand der Diskussion auf dem Koordinierungstreffen war, ob es gelingen könne, auf Grundlage des bisher erreichten schon erste Vereinbarungen in Bezug auf den Namen der Gesamtgruppe, das Logo und das Leitbild treffen zu können. In einer offenen Diskussion am Sonnabend nachmittag haben die anwesenden Teilnehmer folgendes verabredet:

1. Logo

Das bestehende Logo (Siebdruckzeichnung auf dem 1. Wohnungslosentreffen 2016 auf Grundlage einer Zeichnung von Hans Tombrock aus dem Jahr 1929 für die Bruderschaft der Vagabunden) soll weiterhin genutzt und geschützt werden. Stellvertretend für die Gruppe (und vor Erlangung einer eigenen Rechtsfähigkeit etwas in Form einer Körperschaft) übernimmt zunächst Bethel im Norden die Aufgabe, dieses Logo rechtlich zu schützen.
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/selbstvertretung-wohnungsloser-logo.jpg

2. Leitbild

In gemeinsamer Gruppenarbeit haben sich die anwesenden auf folgende Formulierung eines Leitbildes verständigt:

Wir sind die Plattform der Selbstvertretung wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben. Wir engagieren uns für eine bessere Welt, die Überwindung von Armut, Ausgrenzung, Missbrauch, Entrechtung und Wohnungslosigkeit sowie für die Verbesserung konkreter Lebenssituationen: Alles verändert sich, wenn wir es verändern!

Wir sind unterschiedlich und vielfältig. Wir sind Gruppen, Vereine, Einzelpersonen, Projekte, Initiativen, Unterstützende und Gleichgesinnte. Wir vernetzen uns und arbeiten auf Basis selbstbestimmter Regeln zusammen.

3. Name

Nach Sichtung mehrerer Vorschläge einigte sich die Gruppe darauf, dass folgender Name gegenwärtig am besten das Selbstverständnis ausdrückt und als Plattform für die weitere Arbeit genutzt werden soll.

Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser

6 Sonstiges, weitere Verabredungen, Termine

1. Lebenslagen Index. Angela (Wilhelmshaven) berichtet von einem Treffen in Hannover, das von der EBET organisiert ist. Thema des Treffens war die Erstellung eines Lebenslageindexes, mit dem die Situation wohnungsloser Menschen in Deutschland genauer erfasst und verglichen werden kann.

2. Theaterprojekt. Eine Gruppe (Hari (Freistatt), Markus (Frankfurt), Susi (Nürnberg), Werner (Berlin) hat sich getroffen, die ein Theaterprojekt auf den Weg bringen will. Gedanken dazu auf
Ergebnisse der Gruppenarbeit:
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/10-Theaterprojekt.jpg

3. Grundstück Kademon. Michael (Berlin) und Uwe (Lüneburg) berichten über ein Grundstück in der Nähe von Genthin an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das Grundstück verfügt über keine Infrastruktur, könne aber perspektivisch für Regionaltreffen im Raum Sachsen-Anhalt / Brandenburg genutzt werden.
Ergebnisse: http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/11-grundstueck-kademon.JPG

4. Meilensteingruppe Handlungsgrundlagen von Gruppen. Die Meilensteingruppe Handlungsgrundlagen von Gruppen hat noch auf dem Koordinierungstreffen getagt und folgende (Zwischen-)Ergebnisse erarbeitet:
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017_10_koord/12-meilensteine-handlungsgrundlagen-gruppen.JPG

7 Ergebnisprotokoll

Das Ergebnisprotokoll wird von Stefan zusammengestellt und rundgeschickt.

Nach Rückmeldungen (1 Woche Zeit) wird das Protokoll auf der Homepage veröffentlicht.

Für die Richtigkeit:
Freistatt, 06.11.2017

Stefan Schneider


Von dem Koordinierungstreffen hat Jürgen (Potsdam) einen schönen Bericht gemacht und dazu auch Fotos veröffentlicht, siehe hier:
http://www.hartz-4-betroffene.com/freistatt_nachtrag.html

Foto von Mike und Ilse auf Pogoradio - Foto: Pogoradio.deHallo zusammen,

unsere Freunde Ilse (Köln) und Mike (Waldbröl) wurden kürzlich von Rüdiger (Köln) zu einem gemeinsamen Interview nach Köln eingeladen um zum Thema Wohnungslosentreffen beim Pogoradio.de zu berichten.

Die Sendung startete damit, daß beide sich erst einmal vorstellten und nach Irritationen des Moderators Aufklärung geleistet wurde, daß es doch erhebliche Unterschiede zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit gibt.

Im Laufe der Zeit mit kurzzeitiger Musikunterbrechung (Musikgeschmack nicht unbedingt jedermanns/jedefraus Sache, aber gut, Geschmäcker sind verschieden) wurde immer mehr darüber erzählt wie es zum Wohnungslosentreffen überhaupt kam und vieles mehr.

Die Sendung geht in etwa ca. eine Stunde und ich lege sie Euch doch sehr am Herzen euch sie anzuhören.

Ich hoffe sehr, daß zum einen Euch die Sendung gefällt und in anderen Städten sich Radiosender auch eine Scheibe davon abschneiden und mit Betroffene ähnliche Sendungen produzieren.

Die Sendung ist hier zu finden:
http://www.pogoradio.de/2017/11/ofw/

Dirk Dymarski


pogoradio

Guten Tag,

unser Freund Mike (Waldbröl) informiert uns, dass es heute (Mittwoch, 08.11.2017) um 23:45 Uhr eine Sendung zum Thema Wohnungslosentreffen auf Pogoradio.de geben soll. Mit dabei sind Rüdiger, Ilse (Köln) von der Initiative Bauen Wohnen Arbeiten und Mike selbst. Wir alle sind gespannt auf die Sendung.

Pogoradio sendet jeden Mittwoch zwischen 23 und 24 Uhr im Rhein-Neckar Dreieck im Radio auf 89,6 und 105,4 UKW im Bermudafunk. Wer eine Sendung verpasst hat, kann sie in der Mediathek von Bermunda-Funk noch eine Woche lang nachhören.

Viele Grüße

Stefan

wli gipfel wohnungslosen problematik 610pxRechtzeitig zum Beginn der Kältehilfe für Obdachlose fordert die Direktorin der Caritas, Ulrike Kostka, einen Gipfel im Kanzleramt, um über die steigende Wohnungslosigkeit in Deutschland zu sprechen.

Angesichts der sich hinziehenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU, der FDP und den Grünen stellt sich die Frage, ob ein solcher Gipfel noch im Winter realisierbar ist.Viel wichtiger ist allerdings die Frage, wie so ein Gipfel denn aussehen müsste.

In ihrer Forderung spricht sie davon, dass Bund, Länder und Kommunen das Problem gemeinsam anpacken sollten. Die Wohnungsnot in Deutschland nehme von Woche zu Woche zu und werde im kommenden Jahr rund 500.000 Menschen betreffen, sagte Kostka unter Verweis auf eine Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe.

Kostka betonte, Menschen, die sich um bezahlbaren Wohnraum sorgen müssen oder gar ihre Wohnung verlieren, würden von der Politik "links liegen gelassen". Dabei gehe es um elementare Grundbedürfnisse und die Menschenwürde. "Hier bahnen sich Konflikte mit sozialem Sprengstoff an", betonte die Caritasdirektorin in Berlin.

Für mich stellt sich die Frage ob und wie Betroffene an einem solchen Gipfel beteiligt wären und wie unsere Forderungen an einen solchen Gipfel aussehen könnten.

Da fällt mir ja doch eine ganze Menge ein:

  • Die schon lange fällige Verankerung des Rechts auf Wohnen im deutschen Grundgesetz
  • Mindeststandards für Notunterkünfte einführen, wobei Betroffene in den Kontrollgremien sitzen sollten.
  • Die Einstellung der Vertreibung Obdachloser von öffentlichen Plätzen
  • Die Einstellung des Versuchs, Wohnungslose aus der EU, bzw. Geflüchtete aus dem Thema auszugrenzen
  • Die ebenfalls lange Fälligkeit der Ankurbelung des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland.
  • Verbot des zukünftigen Verkaufs von Sozialwohnungen durch die Kommunen oder Länder
  • Die generelle Einholung von Betroffenenmeinungen als Experten auf allen Entscheidungsebenen
  • Ein spezielles und wirkungsvolles Programm zur Bekämpfung von Armut in Deutschland
  • Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine Forderung, die an Selbstverständlichkeit kaum überbietbar ist
  • Die Einrichtung eines eigenen Fachbereichs Armutsbekämpfung in den Sozialministerien
  • Die Einführung einer staatlichen Förderung von selbstverwalteten Projekten zur Armutsbekämpfung und Verbesserung der Situation Wohnungsloser.

Da fällt mit spontan dazu ein, wenn ich länger darüber nachdenke, wird das kein Kommentar, sondern ein Buch. Der logischen und notwendigen Forderungen sind so viele, das ein einmaliges Zusammentreffen wohl kaum ausreichen würde. Und selbst das Zustandekommen dieses Gipfels halte ich angesichts der politischen Lage für extrem fragwürdig.

Foto: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommonsNichtsdestoweniger wäre natürlich, wenn es zu einem solchen Gipfel kommt, eine Beteiligung der Selbstvertretung Vereinter Wohnungsloser wünschenswert und sinnvoll. Denkbar wäre, dass wir hier ein Koordinierungstreffen für einen solchen Gipfel ausrichten würden, um das Gespräch vorzubereiten und Delegierte auszuwählen, sowie in dem Treffen gefasste Entschlüsse mit anderen Teilnehmern abzustimmen.

Der Pressetenor zu diesem Thema liest sich leider so, als wäre durch die Forderung alleine der Gipfel schon quasi beschlossene Sache. Dem ist aber nicht so. Und wenn der Winter vorbei ist, und nur die statistisch erwartete Anzahl von Obdachlosen erfroren ist, dann wird wahrscheinlich wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Die Forderung nach einem länderübergreifenden Ansatz ist genauso wenig neu, wie das Thema an sich. Wenn wir, die eigentlich Betroffenen, uns nicht endlich gegenüber der Politik, den Kommunen, Ländern und der Bundesregierung selbst vertreten, dann ändert sich voraussichtlich nichts. Und stattdessen wird es schlimmer.

Freistatt, 08.11.2017

Ein Kommentar von
Christof Meyer-Gerlt, Freistatt (Freistätter Online Zeitung)
Kontakt: meyergerlt [at] yahoo [dot] com

Foto oben: Graphik: Jens,
mit einem Bild der Ausstellung von Karin Powser: „Keine Gnade auf der Straße
und dem Bundesadler von Wikimedia-Commons: "Datei: Bundesadler Bundesorgane.svg

Foto unten: Churchill, Roosevelt, Stalin auf der Jalta-Konferenz 1945 - Quelle: WikiCommons;
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Yalta_summit_1945_with_Churchill%2C_Roosevelt%2C_Stalin.jpg

 

Stig BadentorphGuten Tag,

eben haben wir die Nachricht erhalten, dass unser guter Freund Stig Badentorph aus Dänemark vor wenigen Tagen verstorben ist.

Stig gehörte zu den Gründern von HOPE, dem europäischen Netzwerk wohnungsloser Menschen. Er war mehrfach zu Gast in Freistatt, zum Beispiel auf einem Treffen von HOPE im Jahr 2015, auf den Wohnungslosentreffen 2016 und auf dem Wohnungslosentreffen 2017.

In diesem Sommer hat man ihm angesehen, dass er nicht mehr bei guter Gesundheit war: Trotzdem war es ihm wichtig, sich auf den Weg zum Wohnungslosentreffen zu machen, weil ihm die Vernetzung und die Zusammenarbeit wohnungsloser Menschen ein wichtiges Anliegen war.

Seine Herzlichkeit, sein Humor und seine vielen guten Ideen werden uns immer in Erinnerung bleiben.

In Erinnerung an Stig Badentorph
https://www.facebook.com/stig.badentorph


Stefan Schneider

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Goethe, Faust I

In diesem Sinne, Euch allen Frohe Osterfeiertage!

Hallo an Alle!

Wohnungslosentreffen 2017 - Eröffnungsplenum - Foto: Freistätter Online ZeitungWir hoffen, alle haben das Wohnungslosentreffen Freistatt 2017 gut überstanden und  sind wohl behalten zurückgekehrt.
Wir möchten informieren über unser Auswertungs- und Koordinierungstreffen in Freistatt, Seminarhaus Wegwende

von Donnerstag, den 12.10.2017 (Anreise bis 15 Uhr) bis Samstag, den, 14.10.2017 (Abreisetag, nach dem Mittagessen, keine weitere Übernachtung möglich).

Als (vorläufige)Tagesordnung ist vorgeschlagen:

Donnerstag, 12.10.2017

bis 15:00 Uhr - Eintreffen, Zimmer beziehen, Internet, Essensmarken, Fahrkostenabrechnung, Kaffeepause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Plenum: Wohnungslosentreffen 2017 - Sichtung der Verläufe, Ereignisse und Ergebnisse, und Auswertung und Schlussfolgerungen, Festlegen der Themen für die Arbeitsgruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 Uhr - 18:00 Uhr - Gruppenarbeit

18:00 Uhr - 18:45 Uhr - Abendessen
18:45 Uhr - 20:00 Uhr - Plenum: Zusammentragen der Ergebnisse

Freitag, 13.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Planung 2017/2018 - Verständigung zu den Gruppen, Arbeitsgruppen, Meilensteinen, danach Weiterarbeit in Arbeitsgruppen
12:30 Uhr -15:00 Uhr - Mittagspause
15:00 Uhr - 16:30 Uhr - Weiterarbeit in Gruppen
16:30 Uhr - 17:00 Uhr - Pause
17:00 - 18:00 Uhr - Plenum
18:00 Uhr - Abendessen, danach offene Gesprächsrunden

Samstag, 14.10.2017

08:00 Uhr - 09:00 Uhr - Frühstück
09:30 Uhr - 11:00 Uhr - Plenum: Arbeit am gemeinsamen Ergebnisprotokoll
12:00 Uhr Mittagessen
ab 12:30 Uhr Abreise

Fahrtkosten können wie immer erstattet werden, eine preisgünstige Anreise vorausgesetzt.

Es gibt vom Orga-Team (Frank, Janine und mir) auch schon eine Liste von Themen, die wir gerne besprechen möchten:

Themen

2017 Zwischenergebnisse der Gruppen1. Auswertung Rückmeldung Wohnungslosentreffen 2017

*Schwund (Schlafsäcke, Geschirr, Lebensmittel, Klopapier)
*Sauberkeit / Körperhygiene
*Schwierige Menschen

2. Struktur – Skizze einer Vision

3. Meilensteine

4. Arbeitsplanung

4a). Gruppen & Projekte
4b) Beauftragungen (Gruppen)
4c) Termine
4d) Ansprechpartner Beratungsthemen, -kompetenzen, -form, -erreichbarkeit

5. Vernetzungstechnik

6. Anforderungen Tagungsort

* Wohnungslosentreffen
* Koordinierungstreffen
* Gruppentreffen

Zu dem Koordinierungstreffen haben sich mehr als 30 Menschen angemeldet, es sind noch wenige Plätze frei. Menschen, die daran teilnehmen wollen, mögen sich bitte bei Stefan Schneider (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) anmelden.

Herzliche Grüße und bis bald in Freistatt,

Stefan Schneider

2017 PlakatIn ziemlich genau 24 Stunden beginnt das Wohnungslosentreffen in Freistatt und 120 Menschen reisen aus ganz Niedersachsen, aus weiten Teilen Deutschlands und einige auch aus Europa (Dänemark, Finnland, Irland, Österreich, Portugal - Kooperationspartner HOPE Netzwerk wohnungsloser Menschen in Europa) an.

Das Programm ist inzwischen auch schon fertig und hier als PDF-Datei zum Ansehen oder zum Ausdrucken finden.

http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2017/2017-Programm-Wohnungslosentreffen.pdf

Dazu muss gesagt werden: Das Programm versteht sich als Gerüst. Im Kern geht es darum, eine Selbstvertretung Wohnungsloser aufzubauen und dafür die Grundlagen zu legen. Im Verlauf der Woche kann es Änderungen und Ergänzungen geben, weitere Programmpunkte können spontan hin zu kommen - das ist ausdrücklich so erwünscht.

Einige Menschen sind bereits vorgestern und gestern angereist und beschäftigen sich mit den letzten Vorbereitungen. Heute um 15:00 Uhr wird die Eröffnung vorbereitet, organisatorische Dinge geklärt und noch offene Zuständigkeiten besprochen.
Das Wetter ist nicht so stabil, wie es sein könnte: Es soll immer mal wieder kurze Regenphasen in der kommenden Woche geben, wir werden auch überlegen, welche Ausweichmöglichkeiten wir dann haben.

Soweit ein kurzer Eindruck vom Stand der Vorbereitungen.

Herzliche Grüße

Stefan Schneider

Gedanken eines Helfenden

Vorbemerkung. 10 Tage nach dem Wohnungslosentreffen in Freistatt 2016 erreichte mich die email eines Helfers, der in einem sehr ergreifenden Text versucht hat, in Worte zu fassen, was ihn bewegt hat in diesen Tagen. Ich denke, es ist richtig, ihn hier in anonymer Form öffentlich bekannt zu geben.
Stefan Schneider, Projektkoordinator

Danke, daß ich dabei sein durfte! (auch wenn ich nur Notnagel war)

Ich möchte sagen: Teilhabe = an einem Projekt beteiligt sein, an der Gestaltung einer Zukunft / = nicht Teilnehmen an etwas als Konsument.
Die Zukunft = Rettung der Welt, Frieden auf Erden, Weihnachten, das Reich Gottes, Erlösung, Auferstehung, der Jüngste Tag, "Kehret um!", usw., p. s.: "Eat the Rich", "Deutschland verrecke!"

Mein Verhalten: ich habe Zivildienst geleistet im psychiatrischen Krankenhaus Lohr a. M.: also in der Irrenanstalt. Eine Redewendung ist: "der muß nach Lohr" (angeblich ist Lohr die Heimatstadt von Schneewittchen)
Freistatt war für mich: eine Lohr-Gedenkveranstaltung.
Ich habe in Haus 8 gearbeitet: da waren Bewohner drin ab 18 Jahren und Leute, die waren schon 50 Jahre in Lohr. Und alle waren drauf.

Es waren unterschiedlichste Leute. Verhaltensauffällige Behinderte, Peter war blind und schwerhörig, aber ein Schwerenöter, Alois hatte einen kleinen Mann auf der Schulter sitzen, mit dem er rege nuschelte, während er mit mir nicht sprach, usw. Es gab auch Frauen. Else hatte einen Schuldkomplex, also eine Zwangsneurose mit Waschzwang, zur Belohnung ihrer guten Führung, durfte sie einmal am Tag Geschirr spülen, bis die Haut rot war.
Es gab einen Blinden, der schlug um sich, und sich selbst, wenn ihn ein Tropfen Wasser berührte. Er schlug sich dabei beide Augen aus.
Eine anderer Blinder war autoaggressiv, weil er ein Adrenalinjunkie war. Er war gefesselt und trug einen Helm. Er war ständig dabei, sich zu befreien, nicht um zu fliehen, sondern um sich blutig zu schlagen, zu kratzen, zu stechen, zu beißen, für das Lustgefühl.

Alles liebe Leute.

Freistatt ist auch so eine Population gewesen und ich der Zivi, der mit dem Hausmeister verwechselt wird.
Du bist der Stationsleiter gewesen. Frank und Janine waren die Pflegedienstleitung. usw.
Freistatt war nicht nur ein Treffen von Haus 8, es war eine "Psychiatrie im Moor".
Die Verrückten und Irren wollten beschäftigt werden. Es gab viele Krankheitsbilder. Suchtkranke, Paranoiker, Neurotiker, Depressive, Maniker, die Schizos lasse ich mal weg, Therapie statt Strafe, ... Jede Krankheit hat eine Geschichte.

Meine Sympathie gilt den Schwachen, die ich tödlich verletzen könnte, wenn ich ihnen sagte, was ich sehe. Das Zukunftsprojekt ist nicht: gesund werden, die Krankheit heilen. Freistatt ist mehr so eine Art Rebellion, Revolte auf der Geschlossenen, also: Einer flog über das Kuckucksnest.
Die einen werden lobotomiert, einer wird entjungfert, einer haut ab, kommt frei.
Die Geschlossene öffnet sich. Dazu müssen sich die Eingeschlossenen öffnen. Einer kommt frei, einer entkommt der Höhle und sieht die Sonne und geht wieder in die Höhle und erzählt vom Licht, dann wird er getötet. Der Freie opfert sich.

Also, es geht um Freiheit: Freistatt. Das Sommercamp bietet Freiraum, um sich zu öffnen. Offen gehe ich ins Freie.
Freistatt bietet Bewußtseinserweiterung. Ist eine Gruppenerfahrung. Freistatt ist eine Initiation.
In was wird der Adept eingeweiht? Er wird in sich selbst eingeweiht, durch eine Selbsterfahrung.
Die Einweihung erleuchtet. Der Erleuchtete erkennt sich selbst.

Nächstes Jahr sollte gemeinsam meditiert werden. Der Dalai Lama sollte einen Vortrag halten.
Es sollte mehr über das Nichts geredet werden.

Fazit: Freistatt ist ein Erfolg, wenn die Leute verrückt gemacht werden, wenn die Leute verrückter werden als sie es sind. Wenn die Leute an sich glauben, an etwas, an eine Idee, an die Zukunft / an Gott, das Nichts, Aliens, die Weltregierung.

Die Leute werden zum Glauben verführt: zur Illusion. Die Leute werden belogen, um sie zum Leben zu verführen (Nietzsche). Freistatt ist eine Lüge oder schreckliche und vernichtende und tödliche Wahrheit.
Die Leute erkennen sich selbst und brechen zusammen, oder sie erkennen sich selbst und werden heilig.
In Freistatt wird man heilig. Die armen Menschen bilden die Gemeinschaft der Heiligen.
Der Heiligste ist der Lügner Nummer 1. Der unglaubliche ... (Name einsetzen).

Die Diakonie hat nicht den Mut zur Gemeinschaft der Heiligen. Es geht aber doch um die Gründung eines neuen Ordens, einer neuen Kirche: nicht einer neuen Religion, sondern einer neuen Kaste, eines neuen Kunstvereins.
Der Heilige hat die Kunst des Lebens. Der Heilige ist ein Künstler.

Bis dann,

H.

- "Freistatt - Woodstock im Moor"(noch nicht überarbeiteter) Entwurf Kapitel 1, 2, 4, 5

Vorbemerkung: Gut zwei Wochen nach dem Wohnungslosentreffen 2016 in Freistatt erreichte und folgender Beitrag eines Teilnehmers aus Frankfurt am Main, den ich an dieser Stelle gerne veröffentliche.
Stefan Schneider, Projektkoordinator

I. Einleitung: Christian Felbers düstere Prognosen

Sehr kurzfristig war es, dass ich davon erfuhr: Einen 30-Cent-Tee trinkend sass ich in jenem kleinen Cafe, als Christian vorbeikam und rief: "Hey hör mal, weißt du schon: Für Leute, die keine Wohnung haben, gibt es ein Feriencamp. Du bist doch auch so ein Campingfan, vielleicht interessiert dich das? Außerdem scheint das etwas Politisches zu sein, und du zeltest doch liebend gerne auf Politischen Camps?" Recht hatte er im Prinzip. Ich suchte im Internet und fand "Sommercamp Freistatt", das schon sehr bald starten sollte. Ich fand ein Programm, das mich teils erstaunte, und mir kamen etliche Fragen hoch.
Da will man Wohnungslosen aus ganz Deutschland die Möglichkeit bieten, eine Woche kostenlosen Urlaub zu verbringen, und will ihnen zusätzlich Infomöglichkeiten, Essen, Sport und Musik und Spiel bieten? Wie kommt man auf ein solches Projekt?
Ich erinnerte mich an die Radiosendung Fragne an den Autor mit dem Wiener Intellektuellen Christian Felber vom Frühsommer 2012: Als Folge der Eurorettung werde man auch in Deutschland und Österreich langsam den wirtschaftlichen Niedergang erleben, die Jobs würden weniger, die Sicherheit der Jobs würden geringer, die Arbeitslosigkeit würde steigen, DIE OBDACHLOSIGKEIT WÜRDE STEIGEN UND DAS KLIMA AUF DEN STRASSEN WERDE UNANGENEHMER. Sich in diesen Jahren mit wirtschaftlichne und politischen Entwicklungen zu beschäftigen, kommt manchmal einem intellektuellen Masochismus gleich. Ich beschloss, auf dieses Camp zu fahren und im Notfall, falls es zu wenige langweilige Leute wären oder die Aktivitäten zu langweilig wären, mich mit 3 Büchern bei guter Laune zu halten. (Auf dem Camp kam ich zu gar nichts.)
Ich erzählte Leuten aus Berlin der Chance, und die dortigen Wohnungslosen am Bahnhof Zoo zeigten sich interessiert, wollten aber wissen, wo sie ihre 3-4 großen Koffer unterbringen und wie sie die Hinfahrt bewerkstelligen konnten; nur zu gut wisse man, wenn man ohne Ticket fahre, werde man gleich erwischt und lande nicht auf einem Camp, sondern dank "Erschleichung öffentlicher Dienstleistungen" unverzüglich im Knasti, darauf hatten die keinen Bock. Emailnachfragen meinerseits über Reisemöglichkeiten verliefen schleppend. Angekündigt wurde ein Bus, der von Berlin-Köpenick am Sonntagmorgen und ca. 6 Leute mitnehmen wollte, jeder mit einer Tasche und nicht mehr.

Als ich schließlich ankam, wurde ich doch etwas erstaunt:
 
Die Idee dieses zunächst auf 3 Jahre angelegten Vorhabens wurde entwickelt von Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk, von Peter Szynka vom Diakonischen Werk in Niedersachen, Frank Kruse von der Wohnungslosenhilfe Bethel und Stefan Schneider, dem sozioloigsch promovierten Sozialwissenschaftler aus Berlin. Beantragt waren Mittel zur Finanzierung des Projekts worden bei der Aktion Mensch, beim Diakonischen Werk in Niedersachsen, beim Sozialministerium Niedersachsen und der Stiftung Bethel, einer Bodelschwingschen Stiftung. Stattfinden sollte das Ganze in Freistatt, ein Örtchen, das berüchtigt war für sozial schwache Fälle, insbesondere für junge Erwachsene, jugendliche Männer, die in dortige Heime abgeschoben wurden. Ein buntes Workshop-Programm versprach tatsächlich, den einen oder anderen Input sammeln zu können und auf die Beiträge und Kommunikationsstrukturen achten zu können, um das Ganze damit halb journalistisch, halb pseudo-wissenschaftlich begleiten zu können. Ein bißchen mulmig wird mir bei Erinnerung an Christian Felber und der Situation auf dem gegenwärtigen Wohnungsmarkt insbesondere in vielen Metropolen, wo viele Leute Schwierigkeiten haben, eine preisgünstige Wohnung zu finden. Es war nicht nur ein Sommercamp, es war der Start eines Projekts, fast eines Sozialexperiments. Ich versuche, soviel an Infos und Eindrücken festzuhalten - vielleicht wird das in ein oder zwei Jahren noch mal interessant werden, wenn man sieht, wie sich die ökonomische Situation mancher Bürger und der Wohnungsmarkt entwickelt hat.
 
77 Personen waren auf das Camp gekommen, 63 Männer, weniger als angemeldet. Der überwiegende Teil kam aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie aus weiteren orten in Deutschland, 11 Telnehmende kamen vom europäischen Netzwerk HoPe Vertreten waren die Länder Dänemark, Finnland, Irland, Österreich und die Niederlande.
Für diese eine Woche Camp inklusive der ganzne Hin- und Rückreisekosten der Teinehmenden, die möglichst vollständig übernommen wurden, wurden etwa 45.000 Euro eingeplant.
 
(Politisierung der Strukturlosen; "Big Brother" und das süsse Mäuschen; "Härte" in "Freistatt", von Drogen und Armut, Den Schlüssel zur Kirche hatte ich; das Woodstock im Moor)

II. Politisierung der Strukturlosen?

Aus ganz Deutschland sind Wohnungslose eingeladne, angemeldet haben sich fast 90, vor Ort zählt man ca. 80. In Berlin-Köpenick bietet die Plattengruppe eine kostenlose Busfahrt für 8 Leute an, 5 lassen sich registrieren, 3 fahren mit. Die Bethelstiftungen hat Gelder für 3 Sommercamps bewilligt, Zelte, Sanitäranlagen, 3 Mahlzeiten samt viel Wasser, Kaffee, Tee und Kuchen kostenfrei. Ei Großteil der Leute ist über 30, zumeist über 50, man kommt auch aus Dänemark und Wien. Die Obdachlosigkeit werde steigen, hatte Felber 2012 prognostiziert, und 2015 strömen Tausende von Kriegsflüchtigen nach Europa und polarisieren die bürgerliche Gesellschaft in angeblich rechtspopulistische Warner und in angeblich linksblinde "Refugee-Welcome"-Marktschreier. Ende Juli also fand in Freistatt Nähe Osnabrück ein historisches Ereighnis statt: 1 Woche komen Wohnungslose und sozila Schwache auf ein Feriencamp, u mkit Info-Workshopsund vielen Aktionsmöglichkeiten ihren Alltag und ihr Umfeld zu verändern.
Der Sonntagabend wird eröffnet mti der Rede von Stefan, dem Freistattbürgermeister, von Karsten, der für die Schreibwerkstatt schreiben will, sowie Frank Kruse. Der ndr und die taz haben sich angesagt, wollen große Reportagen schreiben und ein kleines Filmchen drehen, am liebsten ein Campmitglied über die Tage interviewen und begleiten. "Wir geben euch die Strukturen", so appelliert Frank Kruse nüchtern und verbal-händereichend an die Versammelten, "damit ihr euch vernetzen könnt, damit die Wohnungslosen nicht so allein ohne Lobbygruppen und individualistisch dastehen - was ihr machen wollt und daraus macht, das bleibt euch überlassen. Wir mischen uns nicht ein!"
Am Sonntagabend bittet bereits (..) Campaktive um Schreibarbeit. Die "Schreibwerkstatt" unter Karstens Leitung will täglich am Abend ein kleines Artikelchen an die Freistätter Onlinezeitung von "Wohnungslos-Infos" liefern, das können auch Gedichte oder andere Beiträge sein.
Der Montag startet mit einem Frühstück und einem Kennenlernspaziergang durch Freistatt. Derweil sehen die Älteren ein Filmchen vom Berberkongreß  von 1991, originalaufnahmen von Reden, Günter-Jauch-Kurzdokus sowie zdf-Magazinblicke. Die Gruppe diskutiert heftig über die Begriffe "Berber", Wohnungs- und Obdachlosigkeit, über die Nazi-Politik für Wohnungslose, über Gruppen von Wohnungslosen, die sich gegenseitig abgrenzen und sich damit selbst Ehre im Kosmos geben. Am Anfang steht die Frage, warum die jüngeren Campbewohner nicht mitdiskutieren, doch die genießen den kostenlosen Campurlaub in ihren eigenen Peer-Groups mit viel frisch beim Camp gekauftem Hasch.
 
Das Camp erinnert an die ATTAC-Sommerakademien mit festen zeiten, festen Strukturen und Info-Workshops. Die Rhetorik und Gruppenmoderation der Workshop-Teilnehmenden lässt von Satzformulierung, Wissen und Reflexionsfähigkeit keineswegs auf geistig abgestürzte Obdachlose schließen, egal ob sie seit 30 Jahren "Platt machen" oder in irgendwelchen Unterkünften Zimmerchen zugewiesen bekommen haben. Viele Leute lassen sich auf die Strukturen ein, die Mahlzeiten sind sättigend und bescheiden bis nahrhaft.

III. Von KenFM und "Härte" in "Freistatt"

Was bedeutet arm, so diskutieren die linken Weltverbesserer unter den Studenten nicht nur in Frankfurt? Wenig Geld haben? Nein, NICHT TEILHABEN zu können! Auch billiges Essen ist nicht recht und billig, sondern sehr ablehnenswert! Packt die schwachen und die starken Schüler zusammen, auf dass sie alle intellektuell glänzen mögen! Wer aber nix hat, wird ausgeschlossen, kann nicht mehr ins Freibad, nicht mehr in die Bibliothek, kann höchstens für 70 Euro die Woche kiffen. (Wahrscheinlich, der Autor kennt sich in dem Bereich ehrlicherweise zu wenig aus und bleibt naiv.) Ein Freund von mir bemerkte vor einigen Jahren: "Weißt du, das Schlimmste an dem Zustand ist nicht, dass du wenig Geld hast - da gehste halt zu Lidl und kaufst ein billiges Essen, das geht schon. Aber die Verachtung durch die Mitmenschen, das tut weh! Und wenn du in Mülleimern nach Pfandflaschen suchst, weil du dein Taschengeld aufbessern willst, dann gucken die anderen!" Wirst du wirklich immer ausgeschlossen - oder gibt es nicht Möglichkeiten, teilzuhaben an Aktionen, wo du ganz gleich welcher Voraussetzung du mit aktiven, netten Menschen zusammenkommen, akzeptabel nahrhaftes Esssen zu dir nehmen und Spass und Aktionen welcher Art auch immer genießen kannst? Mir schoß spontan eine Idee in den Kopf - und lernte die Lektion, dass man nicht Bälle unnötig so verschießen darf, dass der Ball mit voller Wucht gegen das eigene Schienbein zurückprallt.
Ja, da habe es doch Mitte Juni eine Aktion gegeben: eine Menschenkette für Frieden mit einem sehr günstigen Camp, das man unter Umständen sogar kostenlos hätte genießen können. Da treffe man Leute aus ganz Deutschland, Alter egal, Schulbildung egal, Reichtum egal, Alter egal, Knasterfahrung egal ... wichtig wäre nur: Interesse am Thema, das im Mittelpunkt des Camps steht, in dem Fall sich mit dem Thema Kriegseinsätze und ein Zeichen für Frieden setzen. Am Freitag fanden ganztags Workshops in der Versöhnungskirche von Kaiserslautern statt, dessen Höhepunkt Willy Wimmer und Albrecht Müller mit großen Reden bildeten, warum wir sehr aufpassen müssen, dass der Alltag nächste Tage aus anderen Gründen denn aus Wohnungslosigkeit durcheinandergewirbelt werden könnte, und am Samstag bildeten 5000 Menschen eine 12km lange Menschenkette, hielten sogar dem Reden stand, soviel Freude macht es, gemeinsam für Frieden zu werben. Du bist arm, Sonderschüler? Kein Problem! Du bist für Frieden? Super, mach mit! Raus aus dem Suppenschüssel-Kosmos der Scheidungsopfer und der BILD-Lese-Kasper. Doch als ich dies anführte als EIN Beispiel, da ging ein geschätzter Herr Kollege gleich mal hoch: Dieses Friedenscamp sei doch von dem Alternativjournalisten KenFM beworben worden! Er kenne den, der habe jahreslang Politsendungen auf RBB gemacht und sei dann aus sehr berechtigten Gründen gechasst worden, dieser rechte und schreckliche Typ! Wen der für etwas wirbt, dann solle man lieber bei der Suppenschüssel bleiben und nicht zur Friedensfahne greifen, soviel Ehre muss sein gegen die rechten Hetzer!
 
Im Prinzip war die Kritik richtig: KenFM war tatsächlich wegen einiger Kommentare gefeuert worden, manche Leute lehnen seine Interviews strikt ab, und er hatte das Friedenscamp beworben und sogar die Reden von Albrecht Müller und Willy Wimmer aufgezeichnet. Ich konnte nicht vollständig widersprechen. Ich war nur wütend, dass ich mich abgewatscht fühlte wie der Boote des halb-falsch Verleumdeten. Mich interessierte das Thema des Friedens, nicht der Journalist. Ich verlor tatsächlich die Geduld.
 
Doch es sollte noch härter kommen: Nachdem einige Campteilnehmer offenbar wegen Mißhandlungen usw. auf die Straße gekommen waren, bot ich an, den Film "Härte" von Rosa von Praumheim privat zu zeigen. Hintergrund ist auch der, dass der Protagonist Andreas Marqardt sich in Berlin für dortige Wohnungslose einsetzt und schon verschiedene Spenden-Aktionen veranstaltet hat, zudem Gewalt- und Mißbrauchsopfern helfen will, Ende September wird ein Großprojekt in Berlin-Neukölln mit Richtern, Polizisten, Lehrern, Psychologen usw. starten, wo er auf kriminelle Jugendliche zugeht, um sie von der Straße abzufangen. Als wir am Mittwochabend den Film sahen, waren ca. 8 Leutchen anwesend. Dank der Moderations-Hilfe von Frank Kruse ergab sich eine spannende Diskussion. Manche Frauen waren von den Darstellungen derart schockiert, dass ihnen die Worte für Fragen fehlten.

IV. Von Drogen

Am Donnerstag hielt Dr. Hoppe von der Fachklinik Bannen einen Workshop, der sichmit Drogen allgemein und mit Alkoholkrankheit im Besonderen befaßte, anwesend waren einige Mitglieder der Anonymen Alkoholiker. Die folgenden Notizen werden später zu einem Text geschrieben...
 
1,8 Millionen der 19-64jährigen sei
1,6 Millionen
2,3 Millionen suchtkrank an Medikamentenmißbrauch
5,6 Millionen Tabak-süchtig
319.000 Drogenabhängige in ganz Deutschland, hinzu kämen Glücksspielabhängige und Onlineabhängige
 
9,7 Liter Reinalkohol pro Kopf, ein großer Eimer
Frauen mehr als 12 g pro Tag, Männer 24 g pro Tag
 
g : ml mal Volin % geteilt durch 100 mal 0,8
Glas Sekt/Wein 9g
1/4 Karaffe Wein 22g
Flasche Rotwein 66g
Flachmann Wodka mit 100ml: 38g
Große Flasche bier 18,8g
330
 
Definition von Abhänigkeit: Verlangen/Zang, Verlust der Kontrollfähigkeit, Entzugserscheinung bei Stop, Toleranzerhöhung, Einengung, schädliche Folgen
 
Die positiven Wirkungen des Rausches, die Erblichkeit, die Verträglichkeit, die gelernte Verarbeitungsweise und seelische Konflikte, das Lernen von Umgang mit Sucht, die Familienrollen, die seelische Erregung durch die Neurotransmitter wie das Dopamin, Kinderdepression, ein 6fach erhöhtes Risiko bei depressiv erkrankten Eltern, die sozialen Rolen und der soziale Kontext.
 
kritische Jahremenge 4,4l bis 8,8l
tatsächliche Jahesmenge beim Durchschnittsmenschen bei 9l
 
Der Autor hat den Workshop nach etwa der Hälfte verlassen und damit möglicherweise die im Anschluss an die Powerpoint-Folie stattfindende Diskussion mit den anwesenden trockenen Alkoholikern verpaßt. Der Autor wollte beim Nachgespräch des dokumentarischen Spielfilms "Freistatt" sowie beim Besuch des berüchtigten Jugendheims dabei sein. Der Autor hätte sich von dem Workshop erhofft, welchen Zusammenhang Drogenkrankheit bei Armen und/oder Wohnungslosen spielt, auf welche Weise der Drogenkonsum in zum Verlust der Wohnung und zum Absturz in die Armut führen kann bzw. auf welche Weise den Betroffenen, die arm bzw. wohnungslos sind, Wege gezeigt werden können, aus der Situation herauszukommen. Da der Autor keinen Alkohol mag und deshalb in diesem Problembereich auf keine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen kann, wäre es umso wichtiger gewesen, ein paar theoretische Anhaltspunkte geliefert zu bekommen. Der Autor ist deshalb von dem Workshop enttäuscht. Was die Statistiken und insbesondere die biochemische Wirkung von Alkohol und anderen Drogen angeht, hat der Autor schon im Workshop auf eine für den interessierten Laien sehr interessante Dokumentation von ARTE verwiesen, ein Fünfteiler über alle möglichen Drogenarten, ihre biochemische Wirkung, ihre "Opfer" und den Umgang damit:
 
https://www.youtube.com/watch?v=EcsVuJCsleM

Hier endet das Manuskript von Markus H.

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