2019 03 flyer selbstvertretung vorneSeit längerem wurden bei Akteuren aus dem Netzwerk der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen Stimmen laut, die sagten: Wir benötigen etwas, das wir Gesprächspartnern in die Hand drücken können.Ein Heft, eine Broschüre, irgendetwas. Denn es gibt viele Gelegenheiten, über die Selbstvertretung zu informieren:

  • Andere wohnungslose oder ehemals wohnungslose Menschen, die mitwirken möchten,
  • Akteure aus den Angeboten der Wohnungslosenhilfe, die das Vorhaben unterstützen könnten,
  • Menschen, die gerne Geld spenden möchten,
  • mögliche Kooperationspartner aus Kultur, Politik und Wissenschaft oder
  • Menschen von den Medien.

In Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten ist jetzt ein erster Fyler der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen fertig.

Inhalt

Der Flyer enthält

  • den Namen (Selbstvertretung wohnungsloser Menschen)
  • das Logo (Abwandlung einer Zeichnung von Hans Tombrock)
  • die Nennung der Kooperationspartner Armutsnetzwerk e.V. und Homeless in Europe (HOPE)
  • die Adresse und eine Kontakt-Email-Adresse
  • das Spendenkonto (ganz wichtig: Stichwort nicht vergessen!)
  • die Nennung der wichtigsten Unterstützer (Aktion Mensch, Sozialministerium Niedersachsen, Stiftung Bethel, Diakonisches Werk)
  • das Leitbild, das sich die Selbstvertretung 2017 gegeben hat
  • eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Forderungen (aus dem 5-Punkte-Programm vom Wohnungslosentreffen 2017)
  • Fotos (vielen Dank an Norbert Brandt aus Edewecht)
  • sowie, ganz wichtig, eine Bemerkung: Dieser Flyer wurde Ihnen überreicht von .... Damit könnt Ihr gerne diesen Flyer mit Euren Daten ausfüllen, damit alle, die den Flyer bekommen, von wem sie ihn erhalten haben.

Bestellung

Flyer können bestellt werden per email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

2019 03 flyer selbstvertretung hinten

Bitte sage Bescheid, wie viele Du brauchst und an welche Anschrift wir die schicken sollen.

Wer nicht so lange warten kann, hat hier auch die Möglichkeit, sich den Flyer selbst auszudrucken.

Und jetzt viel Spaß beim Netzwerken!

Frohes Schaffen,

Stefan (Berlin)

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2019_03_flyer_selbstvertretung_klein.pdf

2019_03_flyer_selbstvertretung_gross.pdf

Vorstellung Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

Freistatt/Pforzheim 27.03.2019:

20190326 Frauentagung Weimar - Foto Alexandra KempenAm 26.03.2019 hatte die Frauengruppe der Selbsthilfeorganisation „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“ im Rahmen der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. Frauentagung „Kein Platz nirgends!? - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels“ vor rund 180 Teilnehmerinnen der Wohnungslosenhilfen in Weimar die Möglichkeit ihre Gruppe und die Arbeit im Rahmen einer 15minütigen Präsentation vorzustellen. Moderiert wurde die Präsentation von der stellvertretenden Geschäftsführerin der BAG W Sabine Bösing.

Die Frauengruppe, bestehend aus rund 25 Frauen aus dem deutschsprachigen Raum und weiteren Regionen Europas, gründete sich bereits 2016 auf den jährlich, in der letzten Juliwoche, stattfindenden Sommercamps von wohnungslosen Menschen. Diese Camps fanden bisher in Freistatt/Niedersachsen statt und sollen bundesweit ausgeweitet werden. Auf den Wohnungslosentreffen werden vielfältige Workshops angeboten, welche von den Teilnehmenden wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen selbst aktiv gestaltet werden um einerseits eigene Lösungsmöglichkeiten für ihre Probleme zu erarbeiten und andererseits die Politik darauf aufmerksam zu machen, endlich zu handeln.

Ziele der Frauengruppe sind
• das Selbstbewusstsein der Frauen stärken um sich selbst für ihre Rechte einzusetzen
• Überwindung von Armut, Ausgrenzung, Missbrauch, Entrechtung und Wohnungslosigkeit
• Verbesserung konkreter Lebenssituationen

Hanne-Lore Schuh aus Lüneburg, Ilse Kramer aus Köln und Corinna Lenhart aus Pforzheim, selbst ehemalige wohnungslose Frauen, berichteten von ihren Aktionen und Aktivitäten. Weitere Teilnehmerinnen von der Selbstvertretung waren Alexandra (Frankfurt) und Regina (Wien). So startete 2016 z. B. eine Unterschriftenliste „Keine Frau, kein Kind, keine Seniorin müssen auf der Straße leben“ mit Infoständen in 18 bundesweiten Städten um auf die vielfältigen Probleme von wohnungslosen Frauen aufmerksam zu machen. Wohnungslose Frauen gibt es schließlich nicht nur an Weihnachten, sondern ganzjährig.

Die „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“ wünscht eine Zusammenarbeit mit den Tagesstätten, Einrichtungen, der Sozialen Arbeit in Hochschulen und weiteren Institutionen der Wohnungslosenhilfe.

In Zeiten des Wohnungsmangels wünschen wir uns, dass alle Einrichtungen, Menschen in besonderen Lebenslagen, Sozialarbeiter, Straßenzeitungen zusammenarbeiten und die Augen offen halten um nach geeignetem leerstehenden Wohnraum zu suchen und sich ggf. mit den zuständigen kommunalen Stellen und Vermietern in Verbindung setzen und nachfragen ob es eine Möglichkeit gibt diesen Raum zu akquirieren. Auf diese Weise kann man evtl. einem Abriss des Wohnraums entgegensteuern und Luxussanierungen vermeiden.

Bei Sanierungen von Wohnungen wünschen wir uns dass wohnungslose Menschen in die Projekte mit einbezogen werden um gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft diese Wohnungen nach ihren Bedürfnissen und Wünschen herzurichten.

Weitere Informationen zu unseren Aktivitäten finden Sie unter www.wohnungslosentreffen.de

Ein ausführlicher Tagungsbericht ist hier zu finden: http://www.wohnungslosentreffen.de/blog/151-bagw-frauentagung-2019.html

Corinna Lenhart

Kontakt:
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BAGW Frauentagung: „Kein Platz nirgends!“ - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels am 25./26. März 2019 in Weimar - Bericht von Corinna

Vorab: Thema Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen - Das Speed-Geeking (Kurzvorstellung) der Selbstvertretung am zweiten Tag der Tagung kam bei den Teilnehmerinnen der Tagung gut an. Ilse (Köln), Hanne-Lore (Lüneburg) und Corinna (Pforzheim) traten als Sprecherinnen auf und wurden von Sabine Bösing als Moderatorin begleitet. Sie berichteten über die Entstehung der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen, die Ziele und den verschiedenen bisherigen Aktionen der Frauengruppe. Corinna wies auch mehrfach darauf hin, dass wir die Zusammenarbeit von Tagesstätten, Einrichtungen und sonstigen Institutionen der Wohnungslosenhilfe wünschen. Außerdem wiesen wir darauf hin, dass jeder der Teilnehmerinnen darauf achten sollen wo es leerstehende Wohnungen, Häuser und Immobilien gibt und sich mit der Kommunalverwaltung, Vermietern in Verbindung zu setzen ob die Wohnungslosenhilfe die Wohnungen nicht akquirieren kann. Auf diese Weise kann man gegebenenfalls Wohnraum vor dem Abriss schützen und Spekulanten einen Riegel vorschieben um Luxussanierungen zu vermeiden.

Und hier der gesamte Tagungsbericht:

Um 13.30 Uhr ging die BAG W Tagung „Kein Platz nirgends!“ - Frauengerechte Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Wohnungsmangels im Leonardo-Hotel in Weimar los. Sie findet im Goethesaal des Hotels „Leonardo“ mit 180 internationalen Teilnehmerinnen statt.Die Tagung wurde am 25. März durch den MDR Region Thüringen begleitet.

Die Tagung beschäftigte sich mit den Herausforderungen einer frauengerechten Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Mangels an geeignetem und bezahlbarem Wohnraum. Die mangelnde Wohnraumversorgung führt zu erschwerten Bedingungen in der alltäglichen Arbeit. Die Verweildauer in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe nimmt zu, da eine Vermittlung in den regulären Wohnungsmarkt kaum möglich ist. Immer mehr Frauen mit Kindern und Familien sind von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht. Auf Grundlage von vorliegenden Daten und Praxisberichten zeigt sich, dass wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen anderen Unterstützungsbedarf aufzeigen als Männer. Es sind Themen wie verdeckte Wohnungslosigkeit (Unterschlupf bei Freunden), Gewalterfahrung und der Umgang mit Kindern, die berücksichtigt werden müssen und wofür sichere Räume benötigt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade die angespannte Wohnraumversorgung dafür sorgt, dass frauengerechte Hilfeangebote in Frage gestellt werden.

Frau Karin Kühn, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsloser, weist in ihrer Begrüßung darauf hin, dass der Titel der Tagung sehr viel Interesse ausgelöst hat. Leider konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Sie stellte auch die rhetorische Frage „Gibt es noch Herausforderungen im frauenspezifischen Bereich der Wohnungslosenhilfe?“ Immerhin liegt schon seit Jahren der Anteil der wohnungslosen Frauen zwischen 20 und 30 %. Die Tendenz ist auf Grund des angespannten Wohnungsmarktes steigend. Es sind auch immer mehr Frauen mit Kindern betroffen. Deshalb sind auch die Zeiträume in denen Frauen in Einrichtungen verweilen immer länger. Waren es in den 1990er Jahren noch ca. 2 Monate sind es heute bis zu 5 Jahren. Deshalb gibt es in vielen Einrichtungen auch keine speziellen Frauenräume für akute Notfälle. Das Gegenteil ist hier sogar der Fall: Immer mehr Angebote werden abgebaut und eingestellt.

Die Wohnungslosenhilfe Aachen berichtet, dass sie gar keine Räumlichkeiten für Frauen mehr haben. Wohnungslose Frauen müssen hier warten bis die Nachtruhe um 22 Uhr eintritt und die Männer im Bett sind. Erst dann dürfen die Frauen in die Einrichtung. Die Mitarbeiter räumen dann je nach Bedarf die Frühstückstische im Aufenthaltsraum beiseite und stellen Feldbetten auf. Am anderen Morgen werden die Frauen in aller Herrgottfrühe geweckt, damit der Raum für das Frühstück hergerichtet werden kann.

Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAGW begrüßt ebenfalls alle Anwesenden und bemerkt: „Es ist eine der größten Tagung bisher.“
Sie bemängelt dass „Housing first“ auf Grund des Wohnraummangels nicht machbar ist. Wir können die Wohnungslosen nicht unterbringen, es sind keine Wohnungen da.

In ihrem Impulsvortrag“Wohnungslosenhilfe in Zeiten des Mangels“ ging Werena darauf ein dass schon 2012 die BAGW ein Papier herausgebracht hat, welches die Lebenslagen und Anforderungen für bedarfsgerechte Hilfe der Frauen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot betrachtet. Darin heißt es: „Um die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von wohnungslosen Frauen und Männern zu berücksichtigen und eine geschlechtssensible Perspektive in Analyse und Schlussfolgerungen für die Hilfepraxis sicherzustellen, sollen die Lebenslagen und Hilfebedarfe der betroffenen Frauen betrachtet werden. Dieses Prinzip der geschlechtsdifferenten Betrachtung, des sog. Gender-Mainstreaming ist die (RE-) Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung grundsatzpolitischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepten auf allen Ebenen und Phasen durch alle an politischen Entscheidungsprozessen Beteiligte einzubringen.

Gender-Mainstreaming ist in diesem Sinn eine Strategie zur systematischen Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangssituationen von Frauen und Männern in allen Politikbereichen und Prozessen bei der Planung, Umsetzung und Bewertung der Maßnahmen. Das Konzept des Gender-Mainstreaming bedeutet, Chancengleichheit in allen Bereichen zu integrieren und zu analysieren, wie sich Entscheidungen auf die unterschiedlichen Lebenssituationen auswirken.“

An dieser Aussage und Betrachtungsweise des Gender-Mainstreamings hat sich bis heute nichts geändert. Noch immer werden die Bedarfe der Wohnungslosenhilfe an den überwiegend männlichen Wohnungslosen ausgerichtet obwohl die weibliche/familiäre Wohnungslosigkeit (rund 25 % der Wohnungslosen) immer mehr zunimmt.

Zu diesem Thema gab es auch einen Workshop, welcher von der SOZPÄDAL (sozialpädagogische Alternativen) Karlsruhe angeboten wurde. Lissi Hohnerlein als Referentin meinte dazu: „Man will diese Thematik nicht mehr ansprechen, weil immer dasselbe gesagt wird.“

SOZPÄDAL hat im ambulanten Bereich verschiedene Angebote und hat die Gleichstellungsbeauftragte mit im Boot. Die Einrichtung speziell für Frauen führt sozialpädagogische Projekte durch, um sozial benachteiligte Personen und Personengruppen zu fördern. Dabei geht es vor allem um Menschen, die vom öffentlichen Hilfesystem nicht mehr erfasst werden. Die Projekte sind:

• BOW: Bürgerinnen ohne Wohnungen
• Frauen: Projekte für Frauen
• junge Wohnungslose: Projekte für junge Erwachsene (bis 25 Jahren)
• Jugendhilfe: Wohnen mit intensiver sozialer Einzelbetreuung

Warum ein extra frauenspezifischer Ansatz?
• Männer und Frauen haben unterschiedliche Lebensbedingungen
• Frauen meiden die Öffentlichkeit

Frauenförderung bedeutet:
• Die Auseinandersetzung mit frauenspezifischen Sozialisationsbedingungen, ihrer Lebens- und Berufsqualitäten
• Auseinandersetzung muss dazu führen, dass Lösungen zur Behebung der aktuellen Not gefunden werden, aber auch zu Verbesserungen der Lebenssituation

Ziele und Aufgaben:
• Schaffung und Erhalt eines flächendeckenden Angebot
• nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen

Entwicklung von Strategie
Bekämpfung der Diskriminierung
Partizipation als Grundprinzip auf allen Ebenen

Standards/Maßnahmen
• Flächendeckende niedrigschwellige Angebote
• Präventive Hilfen
• Hilfen für Frauen mit Kindern
• Hilfen in gewaltgeprägten Lebenslagen
• frauengerechte Wohnungslosen- und Sozialpolitik

Lissy Hohnerlein berichtete in ihrem Workshop dass man in Karlsruhe bis vor 10 Jahren jeden Wohnungslosen, insbesondere Frauen mit Kindern und/oder Familien, ordnungsrechtlich unterbringen konnte. Dies kann man aktuell, auf Grund des angespannten Wohnungsmarktes, nicht mehr leisten. Deshalb benötigt man eine frauengerechte/familiengerechte Wohnungslosen- und Sozialpolitik.

In diesem Workshop ging es aber nicht allein darum die Fakten kennenzulernen, sondern in erster Linie auch darum Lösungsansätze – auch utopische – zu erarbeiten. Was wünschen wir uns für die Zukunft? Hier wurde zwischen 3 verschiedenen Regionen unterschieden:
• ländliche Region
• Städte zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern
• Großstädte über 100.000 Einwohnern

Ländliche Region:
• Kampagne Wohnraumakquise
• Prämie für die Stadt welche Wohnraum zur Verfügung stellen kann
• geschlechtsspezifische Angebote
• aktive Wohnungsmarktpolitik
• dezentrale Angebote in der Wohnungslosenhilfe
• Aufbau von Netzwerken

Städte bis 100.000 Einwohnern
• Einführung Sozialticket
• zentrale Angebote
• engagierte Politiker mit Herz
• gute Vernetzung zu Wohnungswirtschaft
• öffentliche Kontingente bei Wohnungsbau
• Unterstützung bei Klagen
• bessere Unterbringung für Frauen mit Kindern/Familien
• mehr Wohnraum

Großstädte
• niedrigschwellige Angebote
• spezielle Einrichtungen für Sucht und andere Lebenslagen
• Jobcentermitarbeiter sensibilisieren
• spezielle Notübernachtungen für Frauen
• ausreichende Nachsorge
• Unterbringung für Frauen mit Tieren
• Unterbringung für Frauen mit Auffälligkeiten (psychische Erkrankungen, etc)
• Bedarf für junge Frauen
• Bedarf für osteuropäische Frauen
• Sprachkurse
• Wohnraumakquise
• housing first

Zwei Projektbeispiele
• Die Privatinitiative Heimstatt in Esslingen
Wer keine Wohnung mehr hat, ist vom Wohnungsmarkt - selbst bei entspannten Bedingungen - weitgehend ausgeschlossen und chancenlos. Ein Leben in Würde ist damit fast unmöglich.
Mit einem Wohnraumhilfesystem will Heimstatt Esslingen Hilfe zur Selbsthilfe für diesen Personenkreis leisten. Zielrichtung ist dabei die Verbesserung der Marktchancen von Benachteiligten auf dem freien Wohnungsmarkt.
Alleinstehende Frauen, welche in einer großen Wohnung leben, können auf freiwilliger Basis wohnungslosen Frauen ein Zimmer vermieten. So kann jede wohnungslose Frau von der Platte zu einer menschenwürdigen Unterkunft kommen.
www.heimstatt-esslingen.de/templates/heimstatt/film.html

• Düsseldorf – fiftyfifty Projekt „Housing first“
Das Obdachlosenmagazin fiftyfifty geht seit dem Jahr 2014 neue Wege in der Betreuung wohnungsloser Menschen. Nach dem Kauf von Immobilien vermieten das Straßenmagazin Appartments an Obdachlose und gibt ihnen damit eine Chance. Das Projekt überzeugte viele Künstler, allen voran Gerhard Richter, die durch gespendete Kunstwerke die Finanzierung ermöglichten. Durch Initiative der Landesregierung NRW und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband soll „Housing First“ nun in ganz NRW ermöglicht werden.
Fiftyfitfty Sozialarbeiterin Julia von Lindern weiß, dass der größte Wunsch von vielen Obdachlosen eine eigenen Wohnung ist, um darin ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch in Städten wie Düsseldorf ist Wohnraum knapp und teuer und kaum ein Vermieter gibt Obdachlosen eine Chance. Die Vorbehalte sind groß. Das hat fiftyfifty erkannt und steuert seit vier Jahren dagegen. Der Verein überzeugte viele namhafte Künstler vom Projekt „Housing First“, bei dem fiftyfifty über ihren Trägerverein Asphalt Wohnungen kauft und an Obdachlose vermietet. Die neuen Mieter erhalten nicht nur Unterstützung bei der Einrichtung, sie werden auch weiter sozial betreut. Denn die eigene Wohnung löst nicht alle Probleme. Aber eigene vier Wände sind der erste Schritt in die Normalität und das gibt die Kraft, auch andere Themen wie Sucht oder Arbeitslosigkeit anzugehen.
48 Wohnungen für 53 Menschen konnten bereits durch fiftyfifty realisiert werden. Bewusst im ganzen Stadtgebiet verstreut. Ein Erfolg, der aber bei weitem nicht ausreicht, um den geschätzt 2000 Wohnungslosen in Düsseldorf zu helfen. Genaue Zahlen gibt es nicht, da nicht alle Wohnungslosen gemeldet sind. www.report-d.de/Duesseldorf/Aktuelles/Duesseldorf-fiftyfifty-Projekt-Housing-First-bald-in-ganz-NRW-98190

Die Wohnungsnot hat sich nicht verbessert, sondern immer mehr verschlechtert. In Karlsruhe konnte man bis vor 10 Jahren wohnungslose Frauen immer allein in einem Zimmer ordnungsrechtlich unterbringen. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Man bemüht sich darum wohnungslose Frauen in Doppelzimmern zu beherbergen. Teilweise ist dies sehr schwierig, vor allem dann, wenn sie ein gemeinsames Bett teilen müssen.

Die Wohnungslosenhilfe im Osten fühlen sich von der Tagung nicht angesprochen. Hier gibt es derartige Angebote nicht, obwohl es genügend wohnungslose Frauen gibt.

Welche Forderungen ergeben sich daraus?
• In der ordnungsrechtlichen Unterbringung muss es in Zukunft eine separate Unterbringung für Frauen geben
• tragfähige Netzwerke müssen gebildet werden
• personelle, finanzielle und räumliche Verbesserungen
• Stärkung der Prävention: Flächendeckender Ausbau der Hilfen in der ambulanten Beratung

Workshop Istanbul Konvention
Ziele und Inhalte der Konvention
Die Konvention verfolgt unter anderem die Ziele, Betroffene vor Gewalt zu schützen, einen Beitrag zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zu leisten und mit umfassenden politischen und sonstigen Maßnahmen den Rahmen für die Gewährleistung von Schutz und Unterstützung der Betroffenen sowie der Strafverfolgung der Täter und Täterinnen zu schaffen (Artikel 1).

Um einen umfassenden Ansatz bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu gewährleisten, umfasst der Konventionstext alle Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen – körperliche, seelische und sexuelle Gewalt -, aber auch Stalking, Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratung.

Dabei wird der Begriff Gewalt weit gefasst und als eine Menschenrechtsverletzung sowie eine Form der Diskriminierung der Frau definiert, die alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt umfasst, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen (Artikel 3). Einen besonderen Fokus legt die Konvention auf häusliche Gewalt und schließt hier betroffene Männer und Kinder mit ein (Artikel 2).

Das Übereinkommen verpflichtet die Staaten zu umfassenden Maßnahmen in allen Bereichen, von der Prävention (Kapitel III), über Unterstützungsangebote (Kapitel IV) bis hin zum Straf-, Zivil- und Ausländerrecht (Kapitel V, VI, VII).

Eine zehn- bis 15-köpfige Expertengruppe für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Group of experts on action against violence against women and domestic violence, GREVIO) wird die Umsetzung des Übereinkommens durch die Vertragsparteien überwachen. Der GREVIO-Ausschuss kann in Situationen schwerer oder systematischer Gewalt gegen Frauen auch Eiluntersuchungen vor Ort vornehmen.

Speed-Geeking

Frauengruppe Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

Das Speed-Geeking der Selbstvertretung kam bei den Teilnehmerinnen der Tagung gut an. Ilse, Hanne-Lore und Corinna traten als Sprecherinnen auf und wurden von Sabine Bösing als Moderatorin begleitet. Sie berichteten über die Entstehung der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen, die Ziele und den verschiedenen bisherigen Aktionen der Frauengruppe. Corinna wies auch mehrfach darauf hin, dass wir die Zusammenarbeit von Tagesstätten, Einrichtungen und sonstigen Institutionen der Wohnungslosenhilfe wünschen. Außerdem wiesen wir darauf hin, dass jeder der Teilnehmerinnen darauf achten sollen wo es leerstehende Wohnungen, Häuser und Immobilien gibt und sich mit der Kommunalverwaltung, Vermietern in Verbindung zu setzen ob die Wohnungslosenhilfe die Wohnungen nicht akquirieren kann. Auf diese Weise kann man gegebenenfalls Wohnraum vor dem Abriss schützen und Spekulanten einen Riegel vorschieben um Luxussanierungen zu vermeiden.

Containerprojekt für wohnungslose Frauen

Die Caritas Hamburg, Projektleitung Andrea Hniopek, stellt ihr Containerprojekt für wohnungslose Frauen vor. Es ist ein Kooperationsprojekt des Hamburger Caritasverbandes und der Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Angeboten wird:
• Beratung und Begleitung durch Studierende der HAW
• Unterbringung für Frauen über 18 Jahren in Einzelcontainern
• Frühstück mit den Bewohnerinnen am Wochenende
• Bürozeiten 2 mal täglich

Im Anschluss daran erläuterte Werena Rosenke für die zahlreichen Neu-Teilnehmerinnen die Struktur der BAGW.

Als Schluss-Impulsvortrag ging Dr. Claudia Wallner aus Münster auf das breitgefächerte Thema Frauenarmut ein. Sie erläuterte die Ursachen von Frauenarmut und deren Auswirkungen im Alter an Hand der gesellschaftlichen Probleme – von der Versorgungsehe in den 1950/60er Jahren bis zur modernen Partnerschaft heute

Corinna Lenhart

Mein Bericht vom Public Health Kongress Armut & Gesundheit zu Berlin 2019 - von Karsten (Mainz)

Kongress Armut und Gesundheit - Foto Lena PlampPünktlich nach dem Frühstück fuhren Dietlinde (Berlin), Hund Jerry Lee (Potsdam), Tim (Langenhagen), Karsten (Mainz) und unser Fahrer Jürgen (Potsdam) Richtung Berlin. In Langenhagen verabschiedeten wir uns von Tim. Von nun an ging es zielstrebig gen Berlin. Es war geplant, dass wir bis Potsdam fahren und den Restweg nach Berlin mit dem ÖPNV. Jürgen sah es nicht ein und kutschierte uns bis vor das Tor der Regenbogenfabrik in Kreuzberg. Dielinde fuhr nach Pankow und Jürgen mit Hund Jerry Lee nach Potsdam. In der www.regenbogenfabrik.de ging es erst mal zur Anmeldung und Zimmerbeziehen im Hostel. Zwischenzeitlich war auch schon Tina (Köln) eingetroffen. Abends war im hauseigenem Kino eine Vorlesung von Richard Brox und Unter Null, ein Dokumentarfilm von Günter Wallraff, mit anschliessender Diskussionsrunde.

Am nächsten Morgen machten wir beide - eigentlich sollte Richard noch mit, er aber wollte nicht, uns auf zur Technischen Universität. Wir meldeten uns an , bekamen unsere Namensschilder, die grosse Programmappe und machten uns sodann auf die Suche nach unserem Hörsaal. Nach der Mittagspause , die Speisen und Getränke mussten selbst erworben werden, besuchten wir im Hörsaal 2032 die Podiumsdiskussion mit dem Thema: "Recht auf Gesundheit für Menschen in einer Wohnungsnotfallsituation". Dort trafen wir - gut gelaunt -, Stefan Schneider. Was uns verwunderte, diese Podiumsdiskussion beinhaltete die selbe Thematik wie unser Vortrag, der ja noch kommen sollte.

Nun ging es in den Hörsaal 2038. Das Fachforum :"Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen".
Moderartion: Dr. Stefan Schneider
Input: Tina (Köln)
Karsten (Mainz)
Leider nicht anwesend: Jürgen (Potsdam)(musste arbeiten)
Dietmar (Köln)(war krank)

Es war ein kleiner Hörsaal und mit ca. 25 Zuhörer*innen, vom Studierenden bis hin zum Professor, besucht.
Als endlich Ruhe einkehrte stellte Stefan das Ensemble erstmal vor. Danach beschrieb er das Projekt der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und zeigte zwei Kurzfilme vom WLT 2016 und vom WLT 2018, um den Zuhörern mal einen Einblick zu geben, was es mit dem Sommercamp auf sich hat. Er gab auch noch zu erkennen, dass sich innerhalb dieser 2 Jahre schon eine gewisse Reife und Fortschritte gezeigt hätten.Stefan gab uns das Wort. Tina trug dann den Punkt 3 unseres 5 Punkteplans vom WLT 2018 vor.

3. medizinische Versorgung

Es gibt viele Gründe, warum medizinische Angebote von wohnungslosen Menschen nicht in Anspruch genommen werden. Angst, Scham, fehlendes Vertrauen, weite Entfernung, körperliche bzw. psychische Unfähigkeit, finanzielle Probleme, Sprachprobleme, fehlende Krankheitswahrnehmung, Suche nach einem Schlafplatz, organisatorische Gründe (Wo ist eine Arztpraxis, sorge um Besitz), Einhalten von Terminen, Verbot von Alkohol- und Drogenkonsum, mangelnde Kooperation, lückenhafte Vorerkrankungen, medizinische Amnesie, fehlende Kommunikation (Telefon / Internet) und zu guter Letzt der fehlende Ausweis. (siehe ETOS)

Um die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen zu verbessern, fordern wir:

  • Wir fordern eine Krankenkasse für alle (Beispiel Kanada)
  • Keine Behandlungsunterschiede zwischen Wohnungslosen und nicht Wohnungslosen
  • Mehr Arztmobile für eine vor Ort Versorgung
  • Bessere finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen
  • Kostenlose Medikamente durch z.B. Pharmafirmen, die solche an Verteiler wie Apotheken und Arztpraxen ausgeben.
  • Einhaltung des hippokratischen Eides bei Ärzten und Krankenhäusern
  • Vollständige Genesung in Krankenhäusern
  • Nicht nur Akut- Versorgung, sondern auch Behandlung von chronischen Erkrankungen
  • Bessere Versorgung von psychisch erkrankten Wohnungslosen

Wir verweisen auf Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetztes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ sowie auf Artikel 2, Absatz des des GG: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ ,denn

!Gesundheit ist ein Menschenrecht!

Ich erklärte noch einige Punkte am Beispiel Kanada, indem ich auf die Prinzipen der Basis der obligatorischen Krankenversicherung von 1957 hinwies.

Grundlage der obligatorischen Krankenversicherung sind fünf Prinzipien, die in den beiden zentralen Bundesgesetzen (Hospital Insurance and Diagnostic Service Act von 1957 und Medical Care Act von 1966) festgeschrieben wurden:

  • eine universelle Abdeckung der Bevölkerung;
  • ein umfassender Krankenversicherungsschutz für notwendige Leistungen;
  • ein für die Bevölkerung zumutbarer Zugang zu den notwendigen medizinischen Leistungen;
  • die Übertragbarkeit des Versicherungsschutzes bei Wohnortwechsel sowie
  • die öffentliche (provinzial- bzw. territorialstaatliche) Verwaltung der obligatorischen und nicht gewinnorientierten Krankenversicherung.

Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-36-1997/titel-36-1997/

Ferner noch die Leistungen des Medicare.

Medicare kann von kanadischen Staatsbürgern und permanent residents in Anspruch genommen werden. Besucher dürfen nur in bestimmten Ausnahmefällen von Medicare Gebrauch machen. Folgende Leistungen werden durch Medicare übernommen:

  • Beratungsgebühren von Ärzten oder Spezialisten,
  • Tests und Untersuchungen, die zur Krankheitsbekämpfung notwendig sind;
  • auch Röntgenaufnahmen und die meisten pathologischen Tests,
  • die Kosten für die augenärztliche Untersuchung,
  • die meisten operativen und andere therapeutische, durch Ärzte durchgeführte Eingriffe,
  • die Kosten für einen Aufenthalt in einem Krankenhaus,
  • die meisten Impfungen,
  • der Besuch beim Augenarzt, wobei der reguläre Sehtest nur alle zwei Jahre bezahlt wird,
  • psychiatrische Behandlungen.

 Quelle :https://www.justlanded.com/deutsch/Kanada/Artikel/Gesundheit/Das-oeffentliche-Gesundheitssystem-in-Kanada

Zum Abschluss gaben wir das Wort unseren Zuhörern. Da wurde zB. gefragt:

  • "Wer bezahlt bei Krankheit ?"
  • "Haben Sie Erfahrungen mit dem Gesundheitsamt ?"
  • "Gibt es eine Studie über Public Health ?"
  • " Wie sieht es in Südosteuropa aus, z.B. Bulgarien, Rumänien etc.)?"

Wir versuchten, so gut wie möglich darauf einzugehen. Auf einige Fragen waren wir nicht vorbereitet. Diese Fragen blieben offen. Es wäre eine Aufgabe für uns das ganze mal näher zu erforschen.

Somit lösten wir nach fast 80 min die Runde auf. Wir bedankten uns. Es wurde applaudiert.

Karsten Dunzweiler März 2019

Selbstvertretung wohnungsloser Menschen Koordinierungstref­fen 10.-13.03.2019 in Freistatt

siehe auch Bericht in der Freistätter Online Zeitung

2019 03 koordinierungstreffen1. Teilnehmende

Axel (Freistatt) Burkhard (Hannover), Corinna (Pforzheim), David (Leipzig), Dietlind (Berlin), Dirk (Freistatt), Hanne-Lore (Lüneburg), Hari (Freistatt), Hasso (Hannover), Ilse (Köln), Jens (Freistatt), Jürgen + Jerry Lee (Potsdam), Karsten (Mainz), Lutz (Herzogsägmühle), Maja + David + Amy (Köln), Maik (Oberberg), Mar­kus (Frankfurt), Markus (Neumünster), Michael (Oberberg), Michael (Berlin), Mike (Edewecht), Nor­bert (Edewecht), Regina (Wien), Roberto (Darmstadt), Sepp (Herzogsägmühle), Steffen (Herzogsägmühle), Thomas (Diepholz), Tim (Langenhagen), Ulli (Herzogsägmühle), Uwe + Arko (Lüneburg), Wolfgang (Oberberg),

vom Orga-Team: Frank Kruse (Freistatt), Janine Husmann (Freistatt), Jürgen Schneider (Armutsnetzwerk), Stefan Schneider (Berlin),

sowie als Gäste: Axel (Hannover), Michaela, Valeria, Feli (Ev Fachhochschule Bochum), Prof. Dr. Benjamin Benz (Bochum), Pia + Nicole (Theaterwerkstatt Bielefeld), Dr. Peter Szynka (Edewecht)

2. Arbeitsgruppe Theaterworkshop

(mit Pia und Nicole, Theaterwerkstatt Bielefeld)
Auf dem Wohnungslosentreffen 2019 in HSM soll wieder ein zweitägiger Theaterworkshop mit anschließen­der Aufführung am Donnerstag abend angeboten werden. Dabei soll das Improvisationstheater aus Herzog­sägmühle mit einbezogen werden, gegebenenfalls auch bei der Aufführung.
Am darauffolgenden Tag soll ein Treffen zur Planung einer möglichen Weiterführung des eingeübten Thea­ters stattfinden. Ein einwöchiges Theatercamp und Aufführungen sind vorstellbar. Nicole, Pia und Stefan ma­chen sich im Vorfeld Gedanken über eine Finanzierung.

3. Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm "Zu ebener Erde" (2018) wurde in der Moorkirche als gemeinsame Veranstaltung mit der Kirchengemeinde und der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen gezeigt. Im Anschluß gab es eine Diskussion über den Inhalt des Filmes.

Vorab wurde eine Dokumentation des Wohnungslosentreffens gezeigt sowie eine Aufführung wohnungsloser Menschen im Rahmen der Feier 10 Jahre Bethel im Norden. Auch wurde ein Film gezeigt, der als Kinospot geplant war. Aufgrund technischer Probleme muss der Film noch einmal produziert werden.

4. Austausch, Berichte, Information, Themensammlung

In einer Austauschrunde wurden wichtige Themen festgehalten und anschließend sortiert.
Hauptthemenpunkte waren

  • Wohnen als Grundrecht
  • Haltung, Würde, Menschenrechte
  • Vernetzung & Strukturen
  • Ins Arbeiten kommen

5. Vorbereitung Wohnungslosentreffen in Arbeitsgruppen

Frank Kruse berichtet über die Förderung der Koordinierungsstelle durch das Land Niedersachsen, die Spen­de von Bethel zur Ausstattung von Haus Wegwende für kreatives Arbeiten mit technischer Ausstattung, so­wie über den gestellten Antrag bei Aktion Mensch für die kommenden drei Jahre (Wohnungslosentreffen, Koordinierungstreffen, Arbeitsgruppen und weiteres). Er weist darauf hin, dass die Förderung durch das Land Niedersachsen mit 4 Zielen verbunden sind, die umgesetzt werden sollen:

  1. Programm fortschreiben
  2. Wissenstransfer (Lernen) durchführen
  3. Rechtsform prüfen
  4. Regionale Gruppen aufbauen

Die Diskussion danach dreht sich in der Hauptsache um die Frage, wie regionale Gruppen aufzubauen sind, welche Erfahrungen damit gemacht worden sind, welche Kriterien an eine Gruppe zu stellen sind und was dafür gebraucht wird. Hintergrund ist, dass eine Förderung durch den Bund (Bundesministerium) nur dann erfolgen kann, wenn in mindestens drei Bundesländern eine Gruppe der Selbstvertretung besteht.
(Stichwortsammlung siehe Anlage2__Regionalgruppen_Stichwortsammlung.pdf).
Beschlossen wurde, das Thema Aufbau von regionalen Gruppen auf dem WLT 2019 weiter zu bearbeiten und voranzutreiben.
Grundstruktur des WLT:
Als Ergebnis der Diskussion wurde folgender Rahmenzeitplan erstellt:

  • Plenum abends am Anreisetag sowie jeden Tag nach dem Frühstück, Dauer bis max. 11 Uhr
  • Montag: Schwerpunkt einbeziehen neuer Teilnehmender, Erkundung des Ortes, Vorstellung der bis­herigen Arbeit
  • Arbeit am Programm ab Dienstag bis Donnerstag
  • Programmteil Lernen jeden Tag nach der Mittagspause
  • Programmteil Rechtsform sondieren mit Fachmenschen Di – Do nach der Mittagspause
  • Pressekonferenz Freitag 10:00 – 11:00, bis dahin Fertigstellung der Programmfortschreibung sowie einer Erklärung
  • Erarbeitung von Leitfaden für Gruppenbildung & Sondierung einer Rechtsform bis Samstag abends
  • Nachmittags und Abends nach Bedarf bzw. Planung Freizeit- und Kulturprogramm

Anschließend wurden 4 Arbeitsgruppen gebildet: 1. Lernen 2. Programm 3. Öffentlichkeitsarbeit 4. Freizeit
Ergebnisse:

1. Lernen
Die Gruppe Lernen legt eine detaillierte Übersicht von möglichen Inhalten & Themen vor. In HSM sind ein Webcafé sowie ein Schulungsraum vorhanden, um am Computer zu lernen und zu arbeiten. Für weitere Themen mus überlegt werden, welche Referierenden eingeladen werden sollen und wo wir aus eigenen Reihen Fachleute ansprechen können.

2. Programm
Die Gruppe Programm hat zu den Inhaltsthemen Wohnen sowie Haltung, Würde, Menschenrechte eine Lis­te von möglichen Referierenden zusammengestellt, die angesprochen werden sollen. Diese Liste wird in der Diskussion ergänzt. (siehe Anlage 2).

3. Öffentlichkeitsarbeit
Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit hat sich Gedanken gemacht um die Erstellung des Plakates, des Flyers, und einer Pressekonferenz vor dem Wohnungslosentreffen, sowie um mögliche Teilnehmende der Pressekonfe­renz (Ergebnisse siehe Anlage Anlage2 Stichpunkte Öffentlichkeitsarbeit.pdf

4. Freizeit
siehe Anlage Anlage1__Freizeitangebote_HSM.pdf

Zeitplan
Im Anschluss haben wir einen Zeitplan erarbeitet:

  • Mitte April: Deadline Einreichung Programmvorschläge
  • Ende April: Festigstellung Programm
    Ende April: Treffen der Öffentlichkeitsgruppe (Jens, Hari, Hasso, Norbert) mit Orga-Team in Freistatt, Aufgaben: Plakat fertigstellen, Flyer fertig stellen, Vor-Pressekonferenz planen
  • Anfang Mai: Lay-Out und Druck Plakat (Janine)
  • Mitte Mai: Versendung Plakate & Flyer (Stefan mit Zuarbeit Öffentlichkeitsgruppe)
  • Mitte Mai: Öffnung der Anmeldung Webseite
  • Juni (Termin noch festlegen): Pressekonferenz zur Vorstellung des WLT 2019 (Öffentlichkeitsgruppe + Orga – Team + Schlipsträger (München, Diakonie Oberbayern)
  • Juni (Termin noch festlegen): Moderationstraining (Herzogsägmühle anfragen), Fortsetzung der Ar­beit auf dem WLT
  • Anfang Juli: Deadline Anmeldung
  • ab 15.07. Vorausgruppe zur Vorbereitung und Aufbau
  • 21.-28.07.2019 WLT Herzogsägmühle 2019
  • ab 29.07.2019 – Auswertung, Abbau, Ausklang

6. Moderationstraining

Für das Moderationstraining interessieren sich: Uwe (Lüneburg), Lutz (Herzogsägmühle), Burkhard (Hanno­ver), Thomas (Diepholz), Dirk (Freistatt), Roberto (Darmstadt), Hasso (Hannover), David (Leipzig), Uli (Her­zogsägmühle). Vorgeschlagen werden weiterhin: Steffen (Herzogsägmühle), Lucy (Edewecht), Maja (Köln), Axel (Hannover), Holger (Berlin), Hanne-Lore (Lüneburg).
Michael (Berlin) macht deutlich, dass das Training auf dem WLT fortgesetzt werden sollte.

7. Gottesdienst in Freistatt

Pastor Michael Herzer berichtet, dass der ausgefallene Gottesdienst mit Pastorin Johanna Will-Armstrong (Vorstandsmitglied Stiftung Bethel) nachgeholt werden sollte. Nach dem Gottesdienst besteht die Chance, mit der Pastorin ins Gespräch zu kommen. Das sollte von der Selbstvertretung genutzt werden, um über die bisherige Arbeit zu berichten und über die Vision zu sprechen, dass das Haus Wegwende als ständiges Ar­beits- und Lebens- und SozialZentrum der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen übereignet wird.
Mögliche Termine könnten sein: Sonntag, 19.05 oder 26.05. oder der 30.06. Nachtrag: Bestätigter Termin 26.05.2019
Pastor Michael Herzer wird uns einen bestätigten Termin mitteilen. Er bietet an, am Samstag davor gegen 18:00 Uhr mit den Teilnehmenden einen Gottesdienstbeitrag (z.B. Fürbitten) vorzubereiten.

8. Forum Recht auf Stadt - Hamburg 17.-19.05.2019

Auf dem Forum Recht auf Stadt besteht die Möglichkeit, die Sicht wohnungsloser und ehemals wohnungslo­ser Menschen in einem Workshop vorzustellen und an konkreten Fragen zu arbeiten. Das Forum findet auf dem Gelände der Fux-Genossenschaft statt, Volxküche gegen Spende wird organisiert, Unterkunft in der Kir­chengemeinde Veddel ist angefragt.
Michael (Berlin) wirft die Frage auf, welche Beiträge die Menschen einbringen wollen, die sich dafür mel­den. Die Diskussion darüber ergibt kein eindeutiges Ergebnis.
Für die Veranstaltung melden sich als Interessenten: Jürgen (Potsdam), Hasso (Hannover), Markus (Neu­münster), David (Leipzig), Ilse (Köln), Maja + David + Amy (Köln).
Sofern eine Bestätigung von der angefragten Unterkunft kommt, wird das Vorhaben konkretisiert.

9. Kirchentag in Dortmund 19.-23.06.2019

Jürgen berichtet über den Stand der Vorbereitungen. Stand der Selbstvertretung zusammen mit der Diako­nie Rheinland-Westfalen-Lippe in Halle 6 Westfalenhalle, Unterbringung im Kulturhostel Bola in Bochum. Für die Veranstaltung melden sich: Ilse (Köln), Dirk (Freistatt), Corinna (Pforzheim), Karsten (Mainz), Uwe + Arco (Lüneburg), Lucy (Edewecht), Roberto (Darmstadt), Thomas (Diepholz), Markus (Frankfurt), Burkhard (Hannover), Marcus (Hannover)

10. Workshop zur Klärung der Forschungsfrage

(Feli, Michaela und Valeria, Lehrforschungsprojekt Evangelische Hochschule Bochum)
Am Montag, dem 11.03., haben wir, Michaela, Valeria und Feli, abends einen Workshop angeboten. Wir sind Studierende der Ev. Hochschule in Bochum und werden diesen Sommer ein Forschungsprojekt mit der Selbstvertretung durchführen. Wir wollten in dem Workshop gemeinsam unsere Forschungsfrage erarbei­ten. 
Mit ca. 20 Teilnehmenden haben wir 1,5 Stunden über viele spannende Themen sprechen können, die die Teilnehmenden besonders beschäftigen. Neben vielen interessanten und wichtigen Diskussionsbeiträgen wurde u.a. über Themen wie das Selbstverständnis der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und über die politische Teilhabe diskutiert. Jetzt haben wir zwar noch keine Forschungsfrage, aber konnten viele Themen und Gedanken mit nach Hause nehmen. In den nächsten Tagen werden wir dann daraus unsere Forschungsfrage entwickeln.
Wenn Ihr über unser Projekt auf dem Laufenden gehalten werden möchtet, schreibt uns eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Darüber werden wir über unsere nächsten Schritte informieren.

11. Frauentagung der BAG-Wohnungslosenhilfe

in Weimar 25.-26.03.2019
Ilse und Corinna präsentieren das von ihnen erstellte Plakat. Es gibt auch eine Kontaktadresse der Frauen­gruppe: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ilse und Corinna möchten gerne nach diesem Vorbild ein Rollup haben sowie einen eigenen Stempel (Zu­ständigkeit Stefan).
Darüber hinaus wird deutlich, dass innerhalb der vier Frauen, die nach Weimar fahren wollen, großer inter­ner Unmut besteht. Ein klärendes Gespräch soll am 24.03.2019, am Vorabend der Tagung mit Unterstützung von Axel und Stefan in Weimar stattfinden.
Ein wichtiger Kritikpunkt war, dass der Themenpunkt Frauengruppe übergangen wurde.

12. offene Punkte /Anregungen

  • wie gehen wir mit den Toten aus unserer Mitte um (Sterbefälle in den letzten Monaten)
  • Idee Weihnachtstreffen
  • Flyer zum Thema Rassismus und Wohnungslosigkeit
  • Verbesserung Sauberkeit im Haus / Mitnehmen von Essen auf das Zimmer /Unterstützung für das Team von der Hauswirtschaft
  • Idee: Aktionsfotos vom Wohnungslosentreffen zur weiteren Verwendung bei Kampagnen
  • Idee: Wolo-Song entwickeln

13. Adressenliste

Zur Verbesserung der internen Kommunikation hat Hari eine Adressenliste erstellt und verteilt. Änderungen und Ergänzungen bitte an Hari schicken bis zum 24.03.2019 (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir bedanken uns bei Katrin und dem Team vom Haus Wegwende sowie der Hauptküche für die großartige Unterstützung.
Vielen Dank für die vielen Beiträge der Teilnehmenden und Gäste.
Vielen Dank an das Orga-Team (Frank, Janine, Jürgen, Stefan)

Freistatt, 12.03.2019
aufgeschrieben von Stefan Schneider

Anlagen


Theaterworkshop / Theatergruppe innerhalb der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen

2019.03.08 - Stefan/Jens - Anregungen & Fragen

1. Was soll das Ziel / das Selbstverständnis der Theatergruppe sein?

Improvisationstheater mit einigen Elementen, um auf die Situation wohnungsloser Menschen

a) aufmerksam zu machen
b) ins Gesprächs zu kommen
c) Unterstützung zu bekommen

2. Wie muss gearbeitet werden?

• Arbeitsformen auf dem Wohnungslosentreffen 2019 in Herzogsägmühle?
• Weitere Theaterworkshops im Herbst / Winter 2019?

Wo? Wie lange? Wie viele? Welcher Teilnehmerkreis? Welche Kosten? Welche Finanzierung?
Welche Ansprechpartner/
Wer organisiert das?
Wer organisiert die Finanzierung?

3. Auftrittsformen & Orte?

• Strassentheater?
• bei Veranstaltungen?
• an Schulen ?
• ?
• ?

4. Aktionen in unterschiedlichen Städten?

z.B. da, wo Menschen von uns unterwegs sind, also
Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin, München, Frankfurt, Oldenburg, Mainz, Pforzheim, ….

Kooperationspartner vor Ort?
Kosten, Teilnehmende, Unterbringung, Standgestaltung, Termine
Verantwortliches Team?
Verantwortung für die Finanzierung?


 

Und stehst du einmal am Ende
und hast keine Bleibe, kein Brot –
dann falte zufrieden die Hände,
man sorgt für deine Not.
Es gibt für solche Zwecke
ein Asyl – da findet der Mob
ein eisernes Bett, eine Decke
und einen alten blechernen Topp.

Hast du dein ganzes Leben
geschuftet wie ein Vieh;
und gehts dir im Alter daneben,
entläßt dich die Industrie –:
dann heißt es noch lang nicht: Verrecke!
Der Staat gibt dir sachlich und grob
ein eisernes Bett, eine Decke
und einen alten, blechernen Topp.

Manche auf diesem Planeten
leben bei Sekt und Kapaun.
Ja, solln sie vielleicht dem Proleten
einen Palast aufbaun –?
Andre verrecken im Drecke.
Du hasts noch gut – na, und ob!
Du hast im Asyl eine Ecke,
ein eisernes Bett, eine Decke
und einen alten blechernen Topp!

Wohltaten, Mensch, sind nichts als Dampf.
Hol dir dein Recht im Klassenkampf –!

Kurt Tucholsky

[unter dem Pseudonym Theobald Tiger,
Arbeiter Illustrierte Zeitung, 1928, Nr. 37, S. 10.]

20190117 Hamburg HAW Foto HassoDie Erfahrungen von Studierenden beim Treffen mit SelbstvertreterInnen wohnungsloser Menschen

Im Rahmen unseres Seminars Geographien der Obdach- und Wohnungslosigkeit trafen wir uns an einem Donnerstagnachmittag Mitte Januar mit Hanne-Lore, Hasso, Uwe, Werner, Dirk und Marcus der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen.

Obwohl interessiert und motiviert waren einige von uns im Gespräch zunächst zurückhaltend, da wir nicht sicher waren, welche Themen und Probleme angesprochen werden können, ohne zu persönlich zu werden. Durch die Offenheit und Gelassenheit der sechs VertreterInnen wurde die Stimmung immer entspannter und ein gegenseitiger Austausch entwickelte sich. Somit war es uns möglich, Einblicke in die Hürden des Alltags der Obdachlosigkeit zu gewinnen sowie bestimmte bürokratische Strukturen aus einer kritischeren Perspektive zu betrachten. Dies wurde durch die Gespräche über den Mangel an SozialarbeiterInnen und die Diskriminierung sowie die damit einhergehenden Herausforderungen bei der Wohnungssuche deutlich.

Besonders hervorgehoben wurde das Thema der gesellschaftlichen Kälte und die Ausgrenzung, die Obdach- und Wohnungslose im Alltag erfahren. Diese alltäglichen Hürden wurden uns bewusst, als Uwes Hund Arko ab der Mitte des Seminars aufgrund bürokratischer Regelungen nicht mehr ins Gebäude gelassen wurde. Um das Gespräch weiterzuführen, kamen wir kurzer Hand zu der gemeinschaftlichen Entscheidung, das Seminar nach draußen zu verlegen. Trotz eines weiterhin guten Gesprächsverlaufs wurde mit der Zeit die Problematik der winterlichen Kälte spürbar.

20190117 Hamburg HAW Foto HassoInsgesamt haben alle Seiten ein positives Feedback geäußert und besonders wir Studierende wurden durch das Treffen zum Nachdenken angeregt. Für uns war es sehr hilfreich über diesen Kontakt, Informationen aus erster Hand von Betroffenen zu erhalten, mit denen wir uns das ganze Semester hauptsächlich theoretisch beschäftigt haben. Das hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die Selbstvertretung ist, um eine Obdach- und Wohnungslosen-Lobby zu schaffen, damit in Zukunft mehr mit und weniger über Obdachlose gesprochen wird.

Mit herzlichem Dank an die Selbstvertretung,

Katharina, Stephanie und Clara


Was Solidarität heißt ....

20190117 Hamburg HAW Foto HassoAngereist sind Hasso aus Hannover, Marcus aus Hannover, Werner aus Berlin, Dirk aus Freistatt, Uwe mit Hund Arco aus Lüneburg und meine Wenigkeit. Wir sind erst mal sehr freundlich empfangen worden mit einem kleinen Kennenlern-Plausch bei einem sehr guten Essen. Von der Pizzaria gegenüber der Uni sind wir dann in den Seminarraum gegangen, in dem sich pünktlich die SeminarteilnehmerInnen von Katharinas Seminar einfanden, und wir mit einer Vorstellungsrunde angefangen haben.

Hasso hat in einem kurzen Video die Entstehung unseres Projektes Selbstvertretung wohnungsloser Menschen vorgestellt, und wir die Betroffenen und ehemals Betroffenen haben auf Wunsch unsere Lebensabschnitte erzählt und welche Wünsche und Forderungen wir an den Staat an unsere Mitmenschen und an uns selbst haben.
 
Unterbrochen wurden wir vom Uni-Pförtner, der darauf hinwies, dass der Zugang für Arco verboten ist und der  Hund die Veranstaltung verlassen müsste, da er doch sehr groß sei und die Kinder schon nach dem Hund schauten. Obwohl in der Uni mehrere kleine Kläffer rumliefen, während Arco ganz souverän diese Klientel ignorierte.

Die Diskussion ging dann im Freien vor der Uni weiter im kalten Regen. Es war sofort klar, dass dies geschieht und wir waren sehr beeindruckt, vor allem auch deshalb, weil aktiv vorgemacht wurde was Solidarität heißt.
 
Das Resümee war dann auch, dass dies sicher nicht das einzigste Treffen sein wird. Uwe hat die jungen Leute eingeladen, mal mit ihm durch die Lande zu ziehen um mal zu sehen, was da auf diesem Gebiet  so los ist und bei dem ein oder anderen flammte da schon Abenteuerlust in den Augen auf, besonders bei jenen Studenten, die auch Soziales studieren. Auf Nachfragen der jungen Frauen, konnte ich ihnen dann auch ein bisschen was über die Aktivitäten der Frauen und ihren Forderungen  berichten.

Ich kann nicht sagen, was wir hinterlassen haben, aber Spuren ganz sicher und auch Denkanstöße und andere Blickwinkel auf beiden Seiten, was mit einer herzlichen Umarmung zum Abschied bestätigt wurde und dem Wunsch nach weiterem Kontakt.

Ergebnis und noch gar nicht erwähnt: Draußen im Freien hatten sich noch unbemerkt einige Studenten und Besucher dazugesellt  und die Diskussion verfolgt hat, was mir Katharina in einem Telefonat mitgeteilt hat und dass ihre Gruppe sich auch noch mal schriftlich über dieses Treffen äußern will.
 
In Liebe

Hanne-Lore (Lüneburg)
 
Die Summe unseres Lebens ... sind die Momente in denen wir liebten.

Fotos: Hasso (Hannover)

Flohzirkus auf dem Oktoberfest - Urheber: Usien - Quelle: WikiCommonsGuten Tag,

wir möchten darüber informieren*, dass wir ein Koordinierungstreffen der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen in Freistatt planen für den Zeitraum von

Sonntag, den 10.03.2019 (Anreise) bis
Mittwoch, den 13.03.2019 (Abreise nach Frühstück)

[* ich habe das mit Absicht so formuliert, um Probleme mit den Fördergebern zu vermeiden. Erst wenn wir unseren Förderantrag tatsächlich gestellt haben, können wir Dich einladen. Im Moment können wir nur etwas über die Planungen sagen.]

Der geplante Schwerpunkt wird sein die Vorbereitung vom Wohnungslosentreffen 2019 in Herzogsägmühle, Bayern. Den Ablauf haben wir so geplant (Entwurf):

Sonntag, 10.03.2019 - Anreise, Auftakt
17:30 Uhr Abendessen
18:00 Uhr Arbeitsgruppe Theaterworkshop (mit Pia und Nicole, Theaterwerkstatt Bielefeld)
19:30 Uhr Dokumentarfilm "Zu ebener Erde" (2018) in der Moorkirche

Montag, 11.03.2019
08:00 Uhr Frühstück
09:30 Uhr Austausch, Berichte, Information, Themensammlung (mit Pause)
12:30 Uhr Mittag+ Mittagspause
15:00 Uhr Aktuelle Fragen: Frauengruppe, Stände, Dokumentation
16:00 Uhr Vorbereitung Wohnungslosentreffen in Arbeitsgruppen (Mobilisierung, Programm, Organisation)
18:00 Uhr Abendessen
19:00 Uhr gegebenenfalls Fortsetzung Arbeitsgruppen, spontane Beiträge, coordination for the european group Hope
19:00 Uhr Workshop zur Klärung der Forschungsfrage (Feli, Michaela und Valeria, Lehrforschungsprojekt Evangelische Hochschule Bochum)

21:00 Uhr Spätschicht: eine Stunde gemeinsames Twittern

Dienstag, 12.03.2019
08:00 Uhr Frühstück
09:30 Uhr Wohnungslosentreffen 2019: Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen, Vereinbarungen, Zeitplan (mit Pause)
12:00 Uhr Mittag + Mittagspause
15:00 Uhr Arbeitsgruppen zu Einzelfragen, z.B. Aufbau von Gruppen, Koordinerungsstelle usw.
16:30 Uhr Termine + Aktionen: Armutskonferenz Berlin, Fachtag Diakonie, Zukunfslabore Bremen, Kirchentag Dortmund usw. usw.
18:00 Uhr Abendessen

21:00 Uhr Spätschicht: Arbeit am gemeinsamen Ergebnisprotokoll

Mittwoch, 13.03.2019
08:00 Uhr Frühstück
09:00 Uhr Betten abziehen, Zimmer aufräumen, Sachen packen, Abreise.

Reisekostenerstattung
Fahrkosten können erstattet werden.

Anmeldung
Ich freue mich über eine Rückmeldung von Dir, wenn Du zu kommen beabsichtigst. Wie gesagt, dass ist ersteinmal eine Information.

Abholung
Wir können von Diepholz oder von Sulingen abholen.

Herzliche Grüße

Stefan Schneider, Koordination

Abbildung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flohzirkus_auf_dem_Oktoberfest.jpg:Flohzirkus_auf_dem_Oktoberfest.jpg

1. Eine andere Weihnachtsgeschichte
2. Jahresrückblick und Neujahrswünsche
3. Feiertagsgrüße

1. Eine andere Weihnachtsgeschichte

Albrecht Altdorfer (1480-1538), Die Geburt Jesu (1513) - Quelle: WikiCommonsIn jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.

So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Die Hirten fanden, dass ein Stall kein guter Ort für ein Kind ist und dass das unbedingt geändert werden sollte. Also zogen sie gemeinsam mit Maria und Josef nach Bethlehem und fanden dort ein leerstehendes Haus, das ungenutzt war und zogen dort gemeinsam ein. Sie kochten, aßen, sprachen und lachten miteinander und hatten eine gute Zeit zusammen. Das sprach sich herum bei den Bewohnern von Bethlehem, vor allem bei den armen Menschen. Und sie beschlossen, den gesamten Wohnraum der Stadt miteinander zu teilen und eine große solidarische Gemeinschaft zu gründen und füreinander zu sorgen. Das blieb natürlich nicht lange verborgen. In Windeseile verbreitete sich diese Idee und überall auf der Welt fingen Menschen damit an, nach dem Vorbild von Bethlehem Gemeinschaften zu gründen, sich mit Wohnraum zu versorgen, sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein.

Und deswegen ist das Kind von Bethlehem auch eines von vielen und gar kein besonderes Kind. Es wurde weder gefoltert noch gekreuzigt, sondern lebte bis an sein Lebensende in der Gemeinschaft von Bethlehem und hatte viele Kinder und noch mehr Enkel. Es reiste viel in der Welt herum und erzählte über die Gemeinschaft von Bethlehem und das, was es erlebt hatte. Und seit dieser Zeit gab es auf der Erde keine Wohnungslosigkeit und Armut mehr, und auch Kriege wurden seit dem nicht mehr geführt. Und alles nur, weil die Hirten auf dem Feld nicht damit einverstanden waren, dass ein Kind in einem Stall aufwachsen muss und sie gemeinsam etwas neues versucht haben. (frei nach Lukas 2,2-16)

Abbildung: Albrecht Altdorfer (1480 - 1538), Geburt Jesu (1513), Quelle: WikiCommons
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albrecht_Altdorfer_-_Nativity.jpg


 2. Jahresrückblick und Neujahrswünsche

Gegen Ende des Jahres gibt es einige Feiertage, die üblicherweise zur Besinnung einladen. Viele von uns haben aber gar kein Geld und oder keine eigene Wohnung, um überhaupt feiern zu können. Vielen ist auch gar nicht nach Feiern zumute. Andere wiederum möchten gar nicht daran erinnert werden und wiederum andere würden sehr gerne die Zeit in Gemeinschaft verbringen und sind dann doch alleine. In den Tagen vorher sind alle auf den Beinen und es gibt sogar eine gewisse Spendenbereitschaft, und spätestens ab Heiligabend nachmittag sind die Straßen wie ausgestorben, und alle verschwinden in ihren Häusern und Wohnungen bei Weihnachtsbaum, Gänsebraten und Geschenkeaustausch. Wer das nicht hat, bleibt außen vor und ist allein. Ja, dieses Weihnachten ist für wohnungslose und arme Menschen ein schwieriges Fest.

2018 plenum wohnungslosentreffen - Foto von Norbert BrandtWir können – was die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen angeht - auf ein sehr erfolgreiches und gutes Jahr zurückblicken. Wir haben auf dem Wohnungslosentreffen 2018 in Freistatt viel erreicht, unter anderem ein 5-Punkte-Programm erarbeitet, unsere Gemeinschaft gestärkt und im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus bekannt gemacht.

Darauf können wir alle mit Recht stolz sein und wir können uns alle gegenseitig danken für das große Engagement und die viele freiwillige Arbeit und Unterstützung.

Wir haben einige gute neue Kontakte knüpfen können, es gab eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen, an denen wir teilgenommen haben und uns zu Wort gemeldet haben. Und in einigen Fällen haben wir Menschen konkret helfen können, ihre Situation zu verbessern.

Mit Zuversicht können wir ins nächste Jahr gehen: Die Koordinierungsstelle wird es für 3 weitere Jahre geben, einige Projekte wie die Teilnahme am Kirchentag 2019 in Dortmund sind schon verabredet, einige Zusagen der Förderung liegen bereits vor und das große Wohnungslosentreffen im Juli 2019 in Herzogsägmühle ist in Vorbereitung.

Überhaupt ist zu spüren, dass in vielen Städten und Kommunen das Thema Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot ernster genommen wird als noch in den vergangenen Jahren. Das ist gut, kann aber auch nur ein erster Anfang sein. Denn Wohnungslosigkeit lässt sich nicht durch eine warme Suppe, einen Schlafsack oder einen Platz in einer Notübernachtung abstellen. Jeder Mensch braucht eine Wohnung – und dazu auch noch eine Gemeinschaft, die ihn trägt. Das ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Arbeit.

Nutzen wir die Feiertage, um miteinander in Verbindung zu bleiben. Erzählt Euch untereinander, was ihr an den Feiertagen macht, wie es Euch geht, woran ihr denkt, wovon ihr träumt, was ihr Euch wünscht.

Schickt Grüße, Fotos, Filme, Berichte oder Texte – wir werden das alles auf der Homepage veröffentlichen.

Frohe Feiertage und kommt gut in das neue Jahr 2019!

Ich freue mich, von Euch zu hören.

Herzliche Grüße

Stefan Schneider


 3. Festtagsgrüße

Hasso (Hannover)

Ein frohes Weihnachtsfest und ein paar besinnliche Tage wünsche ich allen Mitstreitern. ich weiß, daß das nicht leicht sein wird, da es jetzt schon wieder 8 Kalte Tote in unserem reichen Land gibt. Wir müssen uns darauf hin zu Wort melden. Das war die erste Meldung die ich heute am Montag den 24.12.2018 gehört habe.

Mit freundlichen Gruß aus Hannover sage ich tschüss Hasso

 

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